Examinierte Krankenschwester gibt Tipps

Was sollten Sie bei einer Coronavirus-Infektion machen - und was nicht?

Es gibt Dinge, die Coronavirus-Patienten tun können, um die eigene Situation zu verbessern.
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08. April 2020 - 13:46 Uhr

Wie kann man eine Corona-Erkrankung positiv beeinflussen?

Was, wenn es passiert ist und ich mich mit dem Coronavirus angesteckt habe? Kann ich dann etwas tun, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen? Für Corona-Patienten, die zu Hause in Quarantäne sind und milde Symptome haben, gibt es einige Möglichkeiten, um die eigene Situation zu verbessern. Isabella Renner ist examinierte Krankenschwester im Evangelischen Krankenhaus Mettmann und hat uns verraten, welche Verhaltensweisen bei einer Corona-Infektion helfen - und welche Patienten unbedingt vermeiden sollten.

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1) Aufrecht sitzen oder stehen

Statt flach zu liegen, sollten gerade Coronavirus-Patienten möglichst viel Zeit in einer aufrecht sitzenden Position oder im Stehen verbringen. Denn: Beim flachen Liegen werden nicht alle Lungenbereiche ausreichend mit Sauerstoff versorgt, erklärt Isabella Renner. Wenn wir sitzen oder gehen, gelingt die Belüftung sämtlicher Lungenareale dagegen leichter. 

Das gilt auch für die Nachtruhe: Die darf nicht in einer flachen Schlafposition verbracht werden, stattdessen sollte man den Kopf höher lagern, etwa durch zusätzliche Kissen. Die examinierte Krankenschwester empfiehlt hier eine Erhöhung von etwa 30 Grad.

2) Atemübungen machen

Isabella Renner empfiehlt Corona-Patienten zwei Übungen, um die Atmung zu trainieren:

  • Ausatmen mit Strohhalm

Schneiden Sie einen handelsüblichen Strohhalm in der Mitte durch und umschließen Sie ihn etwas fester mit den Lippen. Üben Sie so das Ausatmen: Dazu drei Sekunden durch die Nase einatmen und anschließend fünf bis zehn Sekunden durch den Strohhalm ausatmen. Zehn Sekunden pausieren und die Lunge entspannen, anschließend wiederholen. Diese Übung kann fünf- bis sechsmal wiederholt werden.

  • Wattebäuschchen wegpusten

Auch für diese Übung brauchen Sie einen Strohhalm, außerdem einige Wattebäuschchen oder zusammengeknüllte Papiertaschentücher. Verteilen Sie diese auf einem Tisch und versuchen Sie, sie durch den Strohhalm umherzupusten.

3) So viel bewegen wie möglich

Corona-Patienten dürfen zwar nicht draußen spazieren gehen, sollten aber dennoch möglichst in Bewegung bleiben, damit die Lunge ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden kann. Schauen Sie also, dass Sie innerhalb der Wohnung so viel herumlaufen wie möglich. Kombinieren Sie das am besten mit Atemübungen.

Heben Sie dazu beispielsweise die Arme seitlich über die Schultern an, bis die Hände über dem Kopf aufeinandertreffen und atmen Sie dabei bewusst ein und aus.

Als Atemübung empfiehlt sich auch der Kutschersitz: Setzen Sie sich auf einen Stuhl und stellen Sie die Beine hüftbreit voneinander entfernt auf dem Boden ab. Stützen Sie den Oberkörper mit den Händen im Kniebereich ab, halten Sie den Rücken dabei gerade. Durch die abgestützten Arme kann die Atemhilfsmuskulatur des Brustkorbs Ihre Atmung unterstützen, das Atmen wird leichter.

4) Viel trinken

Bei einer Covid-19-Erkrankung ist es ganz wichtig, viel zu trinken. Das hilft, das Sekret aus der Lunge hinauszubefördern. Auch Inhalationen sind sinnvoll, weil sie die Bronchien weiten und ebenfalls helfen, das Sekret nach außen zu befördern.

Was bei einer Covid-19-Erkrankung genau im Körper passiert, zeigen wir hier. 

5) Frische Luft atmen

Auch, wenn Sie unbedingt in der Wohnung bleiben müssen: Achten Sie auf genügend Frischluftzufuhr! Regelmäßiges Stoßlüften ist jetzt sehr wichtig und hilft auch, die Virenlast in den Räumen zu mindern. Wer kann, sollte hin und wieder auf den Balkon oder in den Garten gehen, um für frische Luft und damit eine bessere Belüftung der Lungenflügel zu sorgen. Aber auch vor dem geöffneten Fenster zu stehen hilft. 

6) Keine Hustenstiller nehmen!

Auch, wenn es eine übliche Reaktion bei hartnäckigem trockenen Husten ist: Auf Hustenstiller sollten Corona-Patienten unbedingt verzichten! Schließlich soll alles, was in der Lunge ist, abgehustet und das Sekret so schnell wie möglich nach draußen befördert werden. Wenn Sie zumindest nachts keinesfalls auf Hustenstiller verzichten können, sollten Sie das vor der Einnahme unbedingt mit dem Arzt absprechen, rät Isabella Renner.

Im Video: Alles, was Sie über das Coronavirus wissen müssen

NEUE FOLGE: RTL.de-Doku "Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus: Wie besiegen wir Corona?"

Im zweiten Teil der RTL.de-Doku "Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus" stellen wir die Frage: Wie besiegen wir Corona? Dafür gleichen die Autoren die verschiedenen Maßnahmen einzelner Länder rund um den Globus mit den aktuellen Empfehlungen von Forschern ab.