Keine Maske und kein Abstand für Geimpfte und Genesene

Niedersachsen führt 2G-Regel für weitere Bereiche ein

Gastronomen dürfen bald den Zugang auf Gäste beschränken, die geimpft oder genesen sind.
Gastronomen dürfen bald den Zugang auf Gäste beschränken, die geimpft oder genesen sind.
© dpa, Julian Stratenschulte, jst exa

15. September 2021 - 9:28 Uhr

Stephan Weil stellt neue Corona-Verordnung vor

In Hamburg gelten sie bereits: Sonderregeln für Geimpfte und Genesen, etwa im Restaurant oder auf Konzerten. Nun erweitert auch Niedersachsen die 2G-Regel. Schon ab kommender Woche sollen sich neben Disco-und Clubbetreibern auch Gastronomen und Veranstalter dazu entscheiden können, Ungeimpfte auszuschließen. Das hat Ministerpräsident Stephan Weil am Mittwoch im Landtag bekannt gegeben.

2G-Regel für Betreiber freiwillig

69,3 Prozent der niedersächsischen Bevölkerung sind inzwischen das erste Mal geimpft, 64 Prozent verfügen bereits über den vollständigen Impfschutz. Stephan Weil spricht deswegen von einer "Pandemie der ungeimpften Erwachsenen". "Die jetzt geimpften Bürgerinnen und Bürger haben einen Anspruch darauf, dass sie ihr altes Leben uneingeschränkt führen können. Der Erfolg in der Pandemiebekämpfung ist ihr Erfolg, und sie sollen ihn auch merken."

Mit einer neuen Corona-Verordnung soll deswegen die 2G-Regel in Niedersachsen ausgeweitet werden. In Discotheken und Clubs gilt die Regelung bereits, die Erfahrung sei "durchweg positiv" gewesen, so der Ministerpräsident. "Wir werden der Gastronomie, der Kultur, der Veranstaltungswirtschaft, dem Sport und vielen anderen anbieten, als präventive Maßnahme auf 2G umzusteigen."

Mit 2G entfallen Abstand und Maske

Nur wer genesen oder geimpft ist, bekommt dann Zutritt zu diesen Bereichen. Anders als in Hamburg muss dort nicht nur kein Abstand gehalten, sondern auch keine Maske mehr getragen werden. "Durch 2G wird die Schutzwirkung von Maske und Abstand kompensiert", begründet der Ministerpräsident die Entscheidung.

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sollen auch ohne Impfung oder Genesung Zutritt bekommen, weil sie regelmäßig über die Schule getestet werden. "Wir sind zuversichtlich, dass wir mit diesem Vorschlag einen weiteren Beitrag zur Normalisierung des öffentlichen Lebens leisten können", so Stephan Weil.

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Neuer Corona-Wert entscheidend

Neben 2G soll die neue Verordnung auch Änderungen im Hinblick auf die Inzidenz enthalten. Ausschlaggebend für den Wechsel in eine höhere Warnstufe mit schärferen Einschränkungen waren in Niedersachsen bisher die 7-Tage-Inzidenz bei den Neuinfektionen, eine 7- Tage-Inzidenz mit der durchschnittlichen Zahl der Covid-Patienten in den Krankenhäusern (Hospitalisierung) und der Anteil der Covid-19-Erkrankten auf den Intensivstationen.

Anfang September hat die Bundesregierung nun die Hospitalisierung zum Leitindikator erklärt. Mit der neuen Verordnung wird daher auch in Niedersachsen die Zahl der Krankenhauseinweisungen zum wichtigsten Maßstab. Dazu muss dann ein weiterer Indikator kommen – entweder die 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen oder der Covid-19-Erkrankten in den Intensivstationen.

Erweiterte 2G-Regel tritt nächste Woche in Kraft

Bis zum 22. September gilt noch die derzeitige Corona-Landesverordnung. Die Änderungen werden deswegen voraussichtlich in der kommenden Woche umgesetzt.

Auch weitere Bundesländer überlegen, die 2G-Regel einzuführen. Im RTL/ntv "Frühstart" schloss Kanzleramtschef Helge Braun am Mittwoch nicht aus, "die Eskalationsstufe 2G" in ganz Deutschland einzuführen – allerdings nur dann, "wenn wir diese Überlastungszeichen im Gesundheitswesen sehen." Momentan sei das nicht der Fall. (lzi)