Vierte Welle eine "Welle der Ungeimpften"

Hamburg beschließt 2G-Option mit Sonderregeln für Geimpfte und Genesene

25. August 2021 - 12:33 Uhr

Kein Zutritt für getestete Umgeimpfte?

Bereits vergangene Woche wurde es vom Senatssprecher angekündigt, heute hat der Senat die Entscheidung getroffen: In Hamburg wird es bald eine größere Kluft zwischen Geimpften und Genesenen und Ungeimpften geben. Veranstalter und Gastronomen dürfen sich ab kommenden Samstag dazu entscheiden, das 2G-Modell durchzuführen. Corona-Sonderregeln gelten dann nur für geimpfte und genesene Personen, nicht aber für getestete Ungeimpfte. Hamburg führt damit als erstes Bundesland das 2G-Optionsmodell ein.

Bürgermeister Peter Tschentscher: "Tests sind sehr unzuverlässig"

Der Bürgermeister der Hansestadt stellt die Schnelltests generell in Frage. "Die 2G-Option ist sicherer als die 3G-Option", begründet Peter Tschentscher (SPD) die neuen Regelungen und fügt hinzu: "Den Schnelltests wird vor allem von denjenigen, die es fachlich nicht einschätzen können, eine Relevanz zugeordnet, die man fachlich nicht stützen kann. Diese Tests sind sehr unzuverlässig."

2G-Modell ist freiwillig

"Geimpfte und Genesene haben gegenüber Ungeimpften keinen wesentlichen Anteil am Infektionsgeschehen", führt Peter Tschentscher fort. Die 7-Tage-Inzidenz in Hamburg liegt derzeit bei 79, unter den Geimpften und Genesenen liege sie nur bei etwa 5. "Die vierte Welle ist eine Welle der Ungeimpften". Gastronomen, Veranstalter und Einrichtungen dürfen daher künftig allein für Geimpfte und Genesene Angebote machen. Ungeimpften bleibt der Zutritt dann trotz eines negativen Corona-Tests verwehrt.

Die Entscheidung für das 2G-Modell ist freiwillig. Ab Samstag können Veranstalter und Gastronomen ihre Entscheidung online anmelden. Dann müssen sie klar erkennbar machen, dass die 2G-Option bei ihnen genutzt wird. Außerdem müssen sie die Kontrollen der Impf- bzw. Genesungsnachweise selber übernehmen.

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Freie Platzwahl und kein Abstand

Entscheidet sich ein Veranstalter, eine Einrichtung oder ein Gastronom für das 2G-Modell, bedeutet das für Geimpfte und Genesene neue Freiheiten. Bei Konzerten und anderen Veranstaltungen gelten dann keine Abstandsregeln mehr, Besucher dürfen ihre Plätze wieder frei wählen. Die Veranstalter wiederum können wieder mehr Gäste auf einmal zulassen und bewirten. Im Außenbereich sind dann 2000 Personen erlaubt, drinnen sind 1300 Gäste zulässig. Die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen gilt weiterhin. Bei Tanzveranstaltungen sind weniger Gäste erlaubt, drinnen muss dort ebenfalls eine Maske getragen werden.

Ausnahme für Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren dürfen die 2G-Angebote erst einmal ohne Nachweis einer Impfung oder Genesung in Anspruch nehmen. Weil die Impfempfehlung der Ständigen Impfkomission für sie erst seit kurzer Zeit gelte, sollten sie erst einmal ausreichend Chancen auf eine Impfung bekommen, so der Bürgermeister. Später sollten die Beschränkungen aber auch auf diese Altersgruppe ausweitet werden. Eine Ausnahme für Personen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen dürfen, gibt es dagegen nicht. Peter Tschentscher begründet die Entscheidung am Dienstag damit, dass für sie das Risiko bei einer Infektion besonders hoch sei.

Kein erneuter Lockdown

Von dem 2G-Modell erhofft sich der Senat Planungssicherheit für Veranstalter und Gastronomen. Man wolle damit aber auch signalisieren, dass es keinen erneuten Lockdown geben werde, so Tschentscher. Auch bei steigenden Infektionszahlen würde das 2G-Modell nicht in Frage gestellt, Beschränkungen sollen dann dann nur für die Ungeimpften gelten. (cto/lzi/cta)