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Corona-Impfung: Brauchen wir wegen Omikron eine 4. Dosis? Das sagt Karl Lauterbach

Pressekonferenz mit Lauterbach und Wieler

Lauterbach: "Gehe davon aus, dass vierte Impfung nötig wird"

Karl Lauterbach zu Booster-Effekt Pressekonferenz des Gesundheitsministers
01:00 min
Pressekonferenz des Gesundheitsministers
Karl Lauterbach zu Booster-Effekt

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Wie gehen wir mit Omikron um?

Omikron rollt auf Deutschland zu. Ist das überhaupt noch zu verhindern? In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben sich nun Gesundheitsminister Karl Lauterbach, der Chef des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler und der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, zur aktuellen Corona-Lage geäußert. Lauterbach gibt Hoffnung: Die Maßnahmen scheinen Wirkung zu zeigen und mit einer offensiven Booster-Kampagne könne man gut gegen die fünfte Welle vorgehen. Deshalb dürfe man aber auch über Weihnachten keine Pausen machen. Und auch eine vierte Impfung bringt Lauterbach ins Spiel.

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Lauterbach: Schwere Fälle nach Booster-Impfung Seltenheit

Lauterbach schlägt zu Anfang der Pressekonferenz überraschend positive Worte an. Die aktuelle Delta-Welle kriege man „langsam aber gut“ in den Griff, die Infektionszahlen sinken und getroffene Maßnahmen wirken. Aber die neue Omikron-Welle lasse sich nicht mehr verhindern: „Wir müssen mit einer fünften Welle sicher rechnen,“ so Lauterbach in der Pressekonferenz.

Er rechtfertigt den neuen Maßnahmenkatalog, den Bund und Länder gestern für nach den Weihnachtstagen beschlossen haben. Kontaktbeschränkungen und das Schließen von Clubs: „Wir rechnen damit, dass das die Zahl der Neuinfektionen senken wird.“

Entscheidend für die Entwicklung der Omikron-Welle seien aber vor allem die Booster-Impfungen. Diese würden laut Lauterbach auch gut gegen Omikron wirken: „Wir gehen davon aus, dass die Wirksamkeit schon eine Woche nach der Booster-Impfung einsetzt.“ Bei der Zweitimpfung war das erst nach zwei Wochen der Fall. Auch zur Wirksamkeit der Booster-Impfungen gibt es positive Annahmen: „Die Wirksamkeit der Booster-Impfungen (liegt) irgendwo zwischen 70 und 80 Prozent“. Lauterbach ist der Annahme, dass „schwere Fälle nach der Booster-Impfung eine Seltenheit“ seien.

Impfung: kein dauerhafter Schutz

Um die Impfkampagne weiter voranzubringen sei auch neuer Impfstoff nötig. Deutschland habe deshalb 80 Millionen Dosen eines Omikron-spezifischen Impfstoffs bei Biontech bestellt. Lauterbach rechne mit der Lieferung im April oder Mai. Zusätzlich werde aber auch Moderna-Impfstoff bestellt, den Lauterbach als „besonders guten Impfstoff“ bezeichnet.

Man müsse aber trotzdem davon ausgehen, dass im Kampf gegen das Virus eine vierte Impfung nötig sein werde. Die laufende Booster-Kampagne bewirkt nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach keinen dauerhaften Schutz vor einer schweren Covid19-Erkrankung: „Ich würde persönlich als Wissenschaftler davon ausgehen, dass eine vierte Impfung nötig sein wird.".

Wieler: "Weihnachtsfest darf nicht der Funke sein"

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, rechnet mit einer Verschärfung der Lage in Kürze. "In den vergangenen Tagen waren die Fallzahlen rückläufig, aber leider ist das kein Zeichen für eine Entspannung", sagt er. "Wir müssen die noch immer sehr hohen Fallzahlen runterbekommen." Vor allem zwischen den Jahren und an den Feiertagen werde die Lage nur „unvollständig abgebildet“, da weniger Menschen zum Arzt gehen würden und auch weniger Tests stattfinden würden. Zudem komme eine Infektionswelle von noch nicht gesehener Dynamik auf uns zu, so dass dem Gesundheitssystem eine Überlastung drohe. In drei Wochen werde Omikron die dominierende Variante sein. "Das Weihnachtsfest darf nicht der Funke sein, der das Omikron-Feuer entfacht." (khe/dpa)

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