Neue Studie zeigt

Corona-Impfung bei Männern weniger wirksam

Frauen haben nach einer Impfung einen deutlich höheren Antikörper-Wert als Männer - das haben Forscher in einer neuen Studie herausgefunden.
Frauen haben nach einer Impfung einen deutlich höheren Antikörper-Wert als Männer - das haben Forscher in einer neuen Studie herausgefunden.
© iStockphoto

09. Dezember 2021 - 10:55 Uhr

Geschlecht und Alter haben Auswirkung auf Immunaktivität

Dass die Immunreaktion nach der Corona-Impfung bei jedem Menschen ganz individuell ausfällt, hatten Forscher schon länger vermutet. Wissenschaftler des Texas Biomedical Research Institute und der Universität Verona in Italien haben diese Vermutung jetzt in einer Studie belegt. Denn sie fanden heraus, dass besonders Geschlecht und Alter bei der Wirksamkeit der Impfung eine bedeutende Rolle spielen.

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Frauen bilden mehr Antikörper als Männer

Im Rahmen ihrer Studie, die sie auf der Seite des Texas Biomedical Research Institute am 18. November veröffentlichten, untersuchten die Forscher die Antikörper-Werte bei insgesamt 787 Menschen zwischen 21 und 75 Jahren, die mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech gegen das Coronavirus geimpft wurden. Getestet wurden die Antikörper vor der ersten Impfung, nach der zweiten Impfung und jeweils einen Monat, drei und sechs Monate nach der zweiten Impfung.

Besonders auffällig war, dass Frauen, die mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech geimpft wurden, einen deutlich höheren Antikörper-Wert hatten als Männer. Noch deutlicher zeigte sich das bei Frauen unter 65 Jahren. Für alle Alters- und Geschlechtsgruppen fanden die Wissenschaftler jedoch heraus: Sechs Monate nach der Impfung sank der Antikörper-Wert bei allen Geimpften rasant um mehr als 50 Prozent!

Forscher rät zur Booster-Impfung

Um diesen rasanten Abfall zu verhindern, rät Brandon Michael Henry, der die Studie in Texas mit geleitet hat: "Unsere Studie belegt einmal mehr, dass eine Booster-Impfung für alle Erwachsenen sehr wichtig ist, damit der Antikörperwert auf einem hohen Level bleibt und Geimpfte somit bestmöglich gegen eine Infektion mit Covid-19 geschützt sind."

Die unterschiedlichen Immunantworten bei Männern und Frauen erklärt er sich damit, dass Hormone hierbei eine große Rolle spielen. Frauen haben einen höheren Östrogenspiegel, was die Immunreaktion laut der Forscher verstärke. Bei Männern hingegen ist der Testosteronspiegel höher, dieses unterdrücke die Immunantwort. So komme der unterschiedliche Antikörper-Wert wahrscheinlich zustande.

Ein weiterer Faktor könnte zudem das X-Chromosom sein, von dem Männer nur eins, Frauen jedoch zwei besitzen: "Normalerweise ist bei Frauen ein X-Chromosom aktiv und das andere überwiegend inaktiv. Aber es gibt Forschungsergebnisse, die zeigen, dass das zweite, eigentlich inaktive X-Chromosom dazu führt, dass es bei Frauen zu einer Steigerung der Immunaktivität kommt", so Henry.

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Impfstoff wirksam

Auch, wenn sechs Monate nach der Impfung ein deutlicher Abfall der Antikörper zu beobachten ist, sei die Wirksamkeit einer Impfung laut Forscher trotzdem vorhanden und verhindere vor allem schwere Verläufe einer Covid-Infektion. Wichtig sei aber, die Antikörper auf einem möglichst hohen Level zu halten, der beste Weg sei dafür eine Booster-Impfung, appelliert Henry. (kse)

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