Corona-Hilfen

Lufthansa will Staatsgelder noch vor der Wahl zurückzahlen

Lufthansachef Carsten Spohr
Lufthansachef Carsten Spohr
© dpa, Jan Woitas, woi fgj cul wst

18. Juni 2021 - 14:04 Uhr

Neun Milliarden gingen an die Lufthansa

Sie waren von der Coronakrise mit am stärksten betroffen und bekamen prompt Hilfe. Rund neun Milliarden Euro hat der deutsche Staat der Lufthansa zur Verfügung gestellt. Offenbar wurde aber nur ein Bruchteil tatsächlich benötigt. Und der soll jetzt schnellstmöglich zurückgezahlt werden.

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Rückzahlung noch vor der Bundestagswahl

Die Lufthansa will nach Worten von Vorstandschef Carsten Spohr die milliardenschwere Finanzhilfe des Staates in der Corona-Krise womöglich noch vor der Bundestagswahl im September zurückzahlen. "Wir waren eines der ersten Unternehmen, was von der Bundesregierung gerettet wurde. Wir wollen auch eines der ersten Unternehmen sein, das die Rettungsmittel zurückzahlt - hoffentlich noch vor der Bundestagswahl", so Spohr am Freitag im Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Nationalen Luftfahrtkonferenz.

Rückzahlung kein Akt des guten Willens

Allerdings schuldet die Lufthansa der Bundesregierung nicht die vollen neun Milliarden. Denn offenbar ist das Unternehmen – auch aufgrund von Stellenstreichungen – besser durch die Pandemie gekommen, als erwartet. Nur rund ein Viertel – also knapp zwei Milliarden Euro – musste die Lufthansa überhaupt in Anspruch nehmen. Davon wiederum wurde etwa die Hälfte – also eine Milliarde – schon wieder durch andere Kredite getilgt.

Die verbliebenen eine Milliarde Euro auch so schnell wie möglich zurückzuzahlen ist allerdings kein Akt des guten Willens, sondern hat vor allem Vorteile für das Unternehmen. Denn so kauft sich die Lufthansa quasi den Einfluss im eigenen Unternehmen zurück. Solange die Bundesregierung mit einer Milliardeninvestition am Konzern beteiligt ist, könnte sie Mitspracherecht – z.B. bei Stellenstreichungen – geltend machen.

RTL.de empfiehlt

Anzeigen:

TVNOW Doku "Zwischen Hoffnung und Tod - wer hat Schuld am deutschen Impf-Desaster?"

Könnten in Deutschland bereits mehr Menschen geschützt sein? Wer trägt die Schuld am Impf-Desaster? Die Bundesregierung? Die EU? Die Hersteller? Oder die Bundesländer? Die Dokumentation geht den Verantwortlichkeiten auf den Grund. Auf TVNOW: "Zwischen Hoffnung und Tod"

AUDIO NOW Podcast Empfehlung zum Thema Corona

Auch interessant