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Corona-Expertenrat: Maskenpflicht bis Frühling 2023 - im schlechtesten Fall

Drei Szenarien für den Herbst und Winter

Corona-Expertenrat: Maskenpflicht bis Frühling 2023 - im schlechtesten Fall

Herbstblätter und Corona-Maske
Wie wird die Corona-Lage im Herbst? Der Expertenrat der Bundesregierung zeichnet drei mögliche Szenarien.
leares, iStockphoto

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung hat am Mittwoch in Berlin seine Stellungnahme „Pandemievorbereitung auf Herbst/Winter 2022/23“ präsentiert. Darin zeichnen die Expertinnen und Experten drei mögliche Szenarien für die kommende kalte Saison – und empfehlen darauf angepasste Corona-Maßnahmen für die Bevölkerung. Auch Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen könnten wieder nötig werden.

Experten warnen vor erheblicher Belastung des Gesundheitssystems

Der Corona -Expertenrat der Bundesregierung hält eine „vorausschauende Vorbereitung mit kurzen Reaktionszeiten“ für erwartete steigende Fallzahlen im Herbst und Winter für nötig. In jedem Fall erfordere die Vorbereitung unter anderem „eine solide rechtliche Grundlage für Infektionsschutzmaßnahmen“, heißt es in der Stellungnahme der Experten. Diese Rechtsbasis solle „eine dem Infektionsgeschehen angepasste schnelle Reaktion“ ermöglichen.

Die Expertinnen und Experten stellen fest: „Die verbleibende Impflücke und die abnehmende Immunität im Laufe der Zeit, die fortschreitende Virusevolution und die Krankheitsaktivität durch andere Atemwegserreger werden das Gesundheitssystem und die kritische Infrastruktur im Herbst/Winter wahrscheinlich erneut erheblich belasten.“ Aktuell bestehe ein hoher Immunisierungsgrad in der Bevölkerung. „Gleichzeitig treten Virusvarianten mit verringerter Krankheitsschwere auf.“

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3 Szenarien: Wie wird der Corona-Winter - und welche Maßnahmen werden nötig?

In ihrer Stellungnahme zeichnen die Experten drei mögliche Szenarien für den kommenden Herbst/Winter:

  1. Günstigstes Szenario
    Hierbei würde eine neue Virusvariante im Herbst dominieren, die im Vergleich zur aktuellen Omikron-Variante noch milder ist. In diesem Fall seien eingreifende Infektionsschutzmaßnahmen „nicht mehr oder nur für den Schutz von Risikopersonen notwendig“, heißt es in der Stellungnahme der Experten.
  2. Basisszenario
    Die Zahl der Infektionserkrankungen würde in diesem Fall steigen. „Trotz der moderaten Covid-19-Belastung der Intensivmedizin könnten die Arbeitsausfälle erneut flächendeckende Maßnahmen des Übertragungsschutzes (Masken und Abstand in Innenräumen), aber auch Maßnahmen der Kontaktreduktion nach regionaler Maßgabe erforderlich machen“, so die Experten.
  3. Ungünstiges Szenario
    Bei diesem Negativszenario könnte eine sinkende Immunwirkung mit gefährlicheren Corona-Varianten zusammentreffen. Auch vollständig Geimpfte hätten dann einen schweren Krankheitsverlauf und das Gesundheitssystem würde erneut stark belastet. In diesem Fall könnten nötige Schutzmaßnahmen wie Maskenpflicht und Abstandsgebot erst im Frühjahr 2023 zurückgefahren werden, lautet die Empfehlung.
Die Mitglieder des Corona-Expertenrats, Christian Karagiannidis, Heyo Kroemer,  Leif Erik Sander und Cornelia Betsch, stellten in Berlin ihre Empfehlungen für Herbst/Winter vor.
Die Mitglieder des Corona-Expertenrats, Christian Karagiannidis, Heyo Kroemer, Leif Erik Sander und Cornelia Betsch, stellten in Berlin ihre Empfehlungen für Herbst/Winter vor.
picture alliance/dpa | Wolfgang Kumm
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Keine Quarantäne mehr im Herbst?

Von Quarantäne-Maßnahmen ist in der Stellungnahme hingegen keine Rede. Man sei sich einig gewesen, dass man Quarantäne-Maßnahmen nur noch dann empfehlen würde, wenn eine deutlich krankmachendere Variante auftreten würde, erläuterte Dr. Christian Karagiannidis den anwesenden Journalisten in Berlin.

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„Die Pandemie ist definitiv nicht vorbei“

Der Ratsvorsitzende Heyo Kroemer sagte, das Gremium wolle keine dramatischen Bilder und Sorgen erzeugen. Die Stellungnahme sei der „sachliche Versuch“, das mögliche pandemische Geschehen zu beleuchten und bereits zeitnah Empfehlungen zu geben. „Die Pandemie ist definitiv nicht vorbei“, so der Vorstandsvorsitzende der Berliner Charité. Niemand wisse, was im Herbst und Winter passieren werde. Deshalb habe der Rat die drei Szenarien aufgestellt. Alle 19 Mitglieder hätten der elften Stellungnahme nach intensiver Diskussion zugestimmt.

Bund und Länder hatten das Beratungsgremium im Bundeskanzleramt eingerichtet. (dpa/reuters/dhe)

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