Methode beschleunigt Heilung wunder Brustwarzen

So funktioniert Brustwarzen-Lasern bei Still-Schmerzen

Wunde Brustwarzen können beim Stillen zu unerträglichen Schmerzen führen und gehören zu den häufigsten Gründen für vorzeitiges Abstillen.
Wunde Brustwarzen können beim Stillen zu unerträglichen Schmerzen führen und gehören zu den häufigsten Gründen für vorzeitiges Abstillen.
© iStockphoto, iStock/Zukovic, Zukovic

19. Januar 2021 - 10:22 Uhr

Brustwarzen lasern hört sich erstmal bedrohlich an

Wenn die Rede davon ist, sich bei Brustwarzen-Schmerzen durch Stillen einer Laserbehandlung unterziehen, denken viele Frauen, es handele sich um ein sehr großes Gerät - und einen eventuell schmerzhaften Eingriff. Aber wenn man das Gerät sieht, das dazu benutzt wird, stellt man schnell fest: Es ist eher klein und sieht überhaupt nicht gefährlich aus. Wir haben mit Stillberaterin Christina Law-McLean über die Methode gesprochen.

Mit der Lasertherapie wird eine Beeinflussung des Zellstoffwechsels von gestörten oder geschädigten Zellen erreicht.
Mit der Lasertherapie wird eine Beeinflussung des Zellstoffwechsels von gestörten oder geschädigten Zellen erreicht.
© Pho-To-Ni, entspanntstillen.de, pho-to-ni

Energie des Laserlichts hilft bei der Zell-Regeneration

Das Funktionsprinzip eines sogenannten Low Level Lasers - oft auch Softlaser genannt - ist eigentlich einfach: "Laserlicht ist aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften sehr energiereich", erklärt Medizintechnik-Hersteller Heltschl das Prinzip auf seiner Internetseite. "Durch den hohen Energiegehalt erreicht man bei bestimmten Erkrankungen sehr gute therapeutische Wirkungen." Die Low-Level-Lasertherapie sei deswegen eine Regulationstherapie. Durch die Bestrahlung werde elektromagnetische Energie an den Ort der Bestrahlung gebracht und dort in biochemische Energie umgewandelt. Damit wird eine Beeinflussung des Zellstoffwechsels von gestörten oder geschädigten Zellen erreicht.

"Ein Zaubermittel ist es allerdings auch nicht", sagt uns Stillberaterin Christina Law-McLean, die auch Vizepräsidentin und Vorstandsmitglied der Europäischen Laktationsberaterinnen Allianz (ELACTA) ist. "Es gibt verschiedene Modelle, bei manchen muss durchaus auch eine Schutzbrille getragen werden."

LESE-TIPP: Stillen – warum ist es so wichtig und wie lange soll man es tun?

Video: Mudditalk - hier geht's ums Stillen

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Lasertherapie ist immer Bestandteil eines Gesamtpakets

Ziel einer solchen Therapie ist in der Hauptsache, die Wundheilungszeit zu verkürzen. Die einzige bekannte Nebenwirkung ist dabei auch äußerst willkommen, denn das Verfahren wirkt auch schmerzlindernd. "Allerdings nicht bei allen Frauen", schränkt Christina Law-McLean ein. Das sei aber nicht weiter schlimm, denn die Lasertherapie ist eigentlich auch nur immer Bestandteil des Gesamtpakets. Im Vorfeld müsse, auch in Online-Sprechstunden, immer erst einmal erörtert werden, warum die Brustwarzen wund sind. Und dann können Lösungen besprochen werden.

LESE-TIPP: Schmerzen, Milchstau und Co. - typische Probleme beim Stillen

Christina Law-McLean
Stillberaterin Christina Law-McLean, Vizepräsidentin und Vorstandsmitglied der Europäischen Laktationsberaterinnen Allianz ELACTA, in einem Beratungstermin
© Christina Law-McLean, Christina Law-McLean/Privat, Privat

Nicht genug Zeit für die Wundheilung

Liegt es an der Stillposition, liegt eine Infektion vor? Oftmals seien die Schmerzen vorbei, wenn ein Positionswechsel vorgenommen werde. Das grundsätzliche Problem ist natürlich, dass stillende Frauen nicht genug Zeit mit der Wundheilung haben. "Was im Wundmanagement normalerweise gemacht wird", sagt Law-McLean, "können wir hier eigentlich nur halb machen." Aber auch mit anderen Mitteln könne man, zum Beispiel mit verschreibungspflichtigen Präparaten, dafür sorgen, dass die Brustwarzen geschmeidig bleiben und heilen.

LESE-TIPP: Stillhütchen - Tipps zu Auswahl, Anwendung und Co.

Eine Sitzung kostet 15 Euro - Krankenkassen übernehmen nicht

Die Krankenkassen übernehmen bisher nur in seltenen Fällen die Kosten einer Low-Level-Laser-Behandlung. Für die ELACTA-Vizepräsidentin ein Unding. "Mir ist nur eine Kasse bekannt, die das macht", sagt sie. "Manchmal bieten Hebammen es im Rahmen ihrer Nachsorge an."

Denn nicht nur Stillberaterinnen dürfen diese Behandlung anbieten, nach einer Strahlenschutz-Schulung können auch Hebammen schmerzende Brustwarzen lasern. Die Kosten pro 15-minütiger Sitzung belaufen sich bei Stillberaterin Law-McLean, die ihre Sprechstunden in Kooperation mit dem Klinikum Links der Weser in Bremen anbietet, auf 15 Euro. Manche Frauen bräuchten dabei nur eine Sitzung, manche bis zu sechs. In der Regel aber seien zwei bis drei Sitzungen ausreichend.

LESEN SIE AUCH: Wenn das Stillen Schmerzen bereitet

Das Baby ist auf der Welt, Mama und Papa glücklich, und nach circa drei Tagen kommt plötzlich eine meist schmerzhafte Erfahrung für Erstmamas: der Milcheinschuss. Die Brüste werden heiß, hart wie Beton und können ziemlich schmerzen. Ist der erste Schock vorbei und hat sich der Körper an das Stillen gewöhnt, klappt meist alles ganz gut. Trotzdem kann es immer wieder zu Schmerzen während der Stillzeit kommen. Wir haben hier die besten Tipps für Sie, um Schmerzen beim Stillen zu vermeiden oder zu lindern!