Tödlicher Badeunfall in Bremen

15-Jähriger ertrinkt in See: 200 Gaffer behindern Retter - für Smartphone-Videos

16. Juni 2021 - 8:28 Uhr

Hässliche Szenen am Bremer Achterdieksee: Schaulustige behindern Rettungsarbeiten

Unfassbare Szenen in Bremen: Ein 15-jähriger Junge ist am Montag im Achterdieksee ertrunken. Laut Polizei konnte er sich plötzlich nicht mehr an der Wasseroberfläche halten. Mehrere Badegäste eilten ihm zu Hilfe und versuchten vergeblich, ihn aus dem Wasser zu holen. Viele Menschen halfen daraufhin bei der Suche. Dann entdeckte ihn ein Zeuge, der Junge wurde leblos von Tauchern an Land gezogen. Mit allen Mitteln versuchten die Einsatzkräfte, ihn zu reanimieren, während nach Polizeiangaben rund 200 Schaulustige zusahen und die Rettungsarbeiten behinderten – im Video.

Viele zückten ihre Smartphones und filmten die Rettungsszene

Dutzende Schaulustige hätten den Rettungs- und Einsatzkräften am Bremer Achterdieksee den Weg versperrt, teilte die Polizei Bremen am Dienstag mit. Viele sollen ihre Smartphones gezückt und die Rettungsszene gefilmt haben. Helfer und Badegäste schirmten daraufhin den Bereich mit Handtüchern und Decken ab. "Die Polizei musste erst Sichtschutzwände aufbauen und die Rettungsstelle absperren, damit sich die umstehenden Leute entfernten", heißt es in einer Mitteilung.

Die Beamten weisen am Dienstag eindringlich darauf hin: "Wenn Sie keine Zeugen sind oder erste Hilfe leisten, halten Sie sich bitte nicht unnötig lange an Unfallstellen auf und behindern Sie nicht die Arbeit der Einsatz- und Rettungskräfte."

Augenzeugin: „Der Junge kam in Panik und hat geschrien“

Der Jugendliche war am Montag beim Schwimmen im See plötzlich untergegangen. "Der Junge kam in Panik und hat geschrien", erzählte eine schockierte Augenzeugin. Nach einer Suchaktion habe ihn ein Taucher aus dem Wasser geholt. Die Reanimationsversuche der Rettungskräfte blieben erfolglos – sie konnten nur den Tod des 15-Jährigen feststellen. Die Angehörigen wurden von den Einsatzkräften vor Ort betreut. (mor)