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Experte zu Doppelinfektion in Brasilien

Patienten gleichzeitig mit zwei Corona-Varianten infiziert - auch in Deutschland möglich

In Brasilien haben sich zwei Menschen mit jeweils zwei verschiedenen Corona-Varianten infiziert.
In Brasilien haben sich zwei Menschen mit jeweils zwei verschiedenen Corona-Varianten infiziert.
© iStockphoto, Irsad Sarajlic

03. Februar 2021 - 21:00 Uhr

Corona-Doppelinfektion möglich

Als würde eine Corona-Infektion nicht reichen, scheint es auch möglich zu sein, dass man sich gleich zwei Varianten des Virus einfängt. Das erklären Wissenschaftler nach Berichten über eine Doppelinfektion in Brasilien. Was nach einer neuen Entwicklung klingt, kam aber vielleicht sogar auch schon in Deutschland vor. Mit dieser Annahme überrascht Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs im RTL-Interview.

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Keine verdoppelten Symptome

Laut Ärzten wurden in Brasilien zwei Patienten auf zwei brasilianische Mutationen des Virus getestet: Positiv! Sie hatten sich demnach also mit gleich zwei Corona-Stämmen infiziert. Die Symptome verdoppelte das aber anscheinend nicht. Berichten zufolge waren die eher mild, mit einem trockenen Husten in einem Fall, und Husten, Halsschmerzen und Kopfschmerzen im zweiten.

Ein brasilianischer Virologe sagt, dass duale Infektionen wahrscheinlich nur auftreten, wenn verschiedene Viren in hoher Zahl zirkulieren.Trotzdem sei man besorgt, dass eine Koinfektion die Entwicklung neuer Mutationen des Coronavirus beschleunigen könnte.

"Superinfektion" auch schon in Deutschland

Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs im RTL-Interview
Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs sagt, dass es parallele Infektionen möglicherweise schon in Deutschland gab, sie bislang nur noch nicht festgestellt werden konnten.
© RTL

Andere Wissenschaftler überrascht die Doppelinfektion nicht so sehr. Gegenüber "MailOnline" sagte Dr. Julian Tang, von der Universität Leicester in England:

"Es ist durchaus möglich, dass sich ein Kind, das eine Grundschule besucht, mit einer Variante des Coronavirus infiziert und ein älteres Geschwisterkind die weiterführende Schule besucht und sich mit einer anderen Corona-Variante infiziert - und dass beide Kinder ihre Viren nach Hause bringen und sich gegenseitig und die Eltern mit beiden Varianten infizieren."

Und auch der deutsche Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs ist nicht sonderlich überrascht von den Berichten aus Brasilien: "Das ist etwas, was wir sicherlich auch schon hatten, als wir noch diesen Urtyp hatten. Dass also auch da Superinfektionen, parallele Infektionen, möglich waren. Nur haben wir das da nicht entdeckt, weil wir das nicht differenziert haben. Jetzt können wir das, weil wir sequenzieren und eben auch überhaupt nachgucken und dann entdecken wir sowas. Also da müssen wir nochmal genau nachgucken, inwieweit das tatsächlich eine neue Entwicklung ist oder wir sehen es halt schon länger."

Auch wenn die Ärzte in Brasilien also behaupten, sie seien die ersten, die dieses Phänomen entdeckt hätten, heißt es nicht, dass es zum ersten Mal aufgetreten ist.

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