Lautstarke Proteste gegen Bundeskanzler

Scholz verspricht wird bei Rede in Brandenburg niedergebrüllt

Scholz verspricht Entlastungen - und wird niedergebrüllt Protestaktion gegen den Bundeskanzler
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Protestaktion gegen den Bundeskanzler
Scholz verspricht Entlastungen - und wird niedergebrüllt

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Pfeifkonzerte, Sprechchöre – bei einem Auftritt im brandenburgischen Neuruppin war Bundeskanzler Olaf Scholz zeitweise kaum zu verstehen. Hunderte Demonstranten brüllten gegen die Rede des Kanzlers an. Scholz zog seinen Auftritt am Mittwochabend auf dem Schulplatz der Stadt trotzdem durch. Er versprach weitere Entlastungen. Bei einer Frage aus dem Publikum fand er deutliche Worte.

Bei Scholz-Rede: Hunderte Demonstranten in Neuruppin

In Neuruppin hatten sowohl die Linke als auch die AfD zu Gegendemonstrationen aufgerufen. Von Menschenmassen konnte dort aber keine Rede sein - schätzungsweise kamen etwa 300 Protestierende an den Rand des abgesperrten Veranstaltungsgeländes. Die meisten schienen AfD-Anhänger zu sein. Sie riefen „Volksverräter“, „Lügner“ und „Hau ab“.

Scholz redete über eine Lautsprecheranlage gegen den Lärm an. Dabei versprach er erneut ein neues Entlastungspaket. Die bisherigen Beschlüsse der Ampel-Koalition brächten den Bürgern 30 Milliarden Euro und noch nicht alles davon sei angekommen, sagte der SPD-Politiker. Klar sei aber: „Da muss noch mehr passieren.“ Darüber werde die Regierung „in den nächsten Tagen“ entscheiden.

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Scholz wird deutlich: „Niemand hat vor, dass auf Demonstranten geschossen wird“

Mehrere Demonstranten störten Scholz' Auftritt.
Mehrere Demonstranten störten Scholz' Auftritt.
dpa

Auf die Frage eines Sechstklässlers sagte Scholz, dass trotz Gasmangels der Schulbetrieb im Winter einschließlich Aktivitäten in Turnhallen gesichert sei. „Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass wir das hinkriegen.“ Die ab Oktober geltende Gasumlage verteidigte der Kanzler.

Bei einer anderen Frage fand Scholz deutliche Worte. Ein Bürger fragte, ob er „den Schießbefehl erteilen“ wolle, wenn Menschen auf die Straße gehen würden. Die Frage sei „ernst gemeint“, fügte der Fragesteller hinzu.

„Niemand in diesem Land hat vor, dass auf Demonstranten geschossen wird“, erwiderte Scholz entschieden. „Und wer solche Schauermärchen verbreitet, ist ein schlimmer Propagandist, wenn ich das einmal ganz deutlich sagen darf.“ (jda, dpa)