Unfall in Brandenburg: Toller Einsatz rettet vermutlich Leben

Beherzter Ersthelfer kümmert sich eine Stunde lang um eingeklemmten Lastwagenfahrer

10. November 2021 - 9:25 Uhr

Feuerwehr: "Er hat das wunderbar gemacht, großes Lob und Dankeschön"

Gut, dass es solche Menschen gibt! Ein unerschrockener Ersthelfer hat nach einem grauenvollen Unfall auf der Bundesstraße 101 im Landkreis Teltow-Fläming vermutlich ein Menschenleben gerettet. Er kümmerte sich um einen Lastwagenfahrer, der schwer verletzt und stark blutend in sein Führerhaus eingeklemmt war. Was der mutige Retter sagt – im Video.

Lastwagen kracht ungebremst in Mähfahrzeug

Unfall zwischen Laster und Mähfahrzeug
Rettungskräfte der Feuerwehr sind an der Unfallstelle im Einsatz.
© deutsche presse agentur

Der Unfall ereignete sich zwischen Kloster Zinna und Jüterborg in Brandenburg. Ein Unimog der Straßenmeisterei mähte den Randstreifen, als ein Lastwagen mit geschätzten 90 Stundenkilometern Geschwindigkeit ungebremst in das Fahrzeug krachte. Das Führerhaus des Lastwagens wird dabei stark verformt, sein 63 Jahre alter Fahrer verletzt und eingeklemmt. Der Unimogfahrer erleidet einen Schock, hat aber ansonsten nur leichte Verletzungen.

Viele andere Fahrzeuge halten an, Hilfe wird gerufen, doch nur ein Mann handelt: Oliver Alisch. Der Lastwagenfahrer ist selbst Feuerwehrmann. Beherzt klettert er in das völlig demolierte Führerhaus und versorgt den Schwerverletzten eine Stunde lang, bis er von Rettungskräften mit schwerem Gerät geborgen werden kann. "Für mich ist das selbstverständlich. Man muss sich gegenseitig helfen", sagt er.

"Fünf Mann stehen rum und machen nix. (…) Die wollten nicht mal einen Verbandskasten holen"

Der Ersthelfer findet deutliche Worte für andere Menschen, die zwar angehalten haben, jedoch nichts unternahmen. "Fünf Mann stehen rum und machen nix. (…) Die wollten nicht mal einen Verbandskasten holen", sagt er kopfschüttelnd.

Die Feuerwehr ist voll des Lobes für den Helden: "Er hat das wunderbar gemacht, großes Lob und Dankeschön", so Sprecher Robert Proiss. "Es gehört schon viel dazu, hier reinzuklettern und auf engstem Raum eine Stunde drin zu sitzen und zu helfen", sagt er.

Der schwerverletzte Unfallfahrer wurde mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Warum der Mann die abgesperrte und mit Warnfarben markierte Mähstelle und den Unimog übersehen hat, ist unklar. Laut Polizei entstand ein Sachschaden von etwa 120.000 Euro. (uvo/dpa)