"Wir schaffen es einfach nicht mehr!"

Pflegekräfte veröffentlichen dramatischen Appell

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: Mitarbeiter der Notfallambulanz sollen einen Brandbrief als Hilferuf formuliert haben.
Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: Mitarbeiter der Notfallambulanz sollen einen Brandbrief als Hilferuf formuliert haben.
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01. November 2021 - 14:00 Uhr

Schwere Vorwürfe: Notaufnahme sei ständig überfüllt

Es sind katastrophale Zustände, die in einem Brandbrief der Mitarbeiter vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) beschrieben werden sollen. "Wir schaffen es einfach nicht mehr!" – So lässt sich das Schreiben nach Informationen von NDR 90,3 zusammenfassen. Demnach erheben die Pflegekräfte schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen der Klinik.

"Fluchtwege und Rettungswege sind versperrt"

Pflegekräfte veröffentlichen dramatischen Appell
Die Notaufnahme im Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf: Pflegekräfte schicken einen Brandbrief.
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Nach Aussagen der Pflegekräfte sei die Notaufnahme des UKE seit Wochen meistens überfüllt. Selbst auf den Fluren gäbe es für die Patienten kaum noch Plätze. Dort seien sie dann möglichen Belästigungen, zum Beispiel durch betrunkene Patienten, hilflos ausgeliefert. Neu eintreffende Personen könnten kaum versorgt werden, selbst wenn sie pflegebedürftig oder an Krebs erkrankt sind. Wenn Monitore Alarm schlagen, weil es einem Patienten schlechter geht, werde das teilweise nicht bemerkt. Sogar Fluchtwege und Rettungswege seien zum Teil versperrt oder nur schwer nutzbar, schrieben offenbar die Pflegekräfte.

Auch Intensiv-Mitarbeiter beschreiben schlimme Zustände

Die Pflegekräfte fordern die Verantwortlichenauf, schnell Abhilfe zu schaffen - beispielsweise mit einem besseren Patienten-Management, also einer schnelleren Verlegung von Patienten. Das bestätige ein Sprecher vom UKE RTL NORD. Außerdem sollte die Notaufnahme bei Engpässen früher von der Notfallversorgung abgemeldet werden.

Es ist bereits das zweite Schreiben von Pflegekräften im UKE, das auf scheinbar unhaltbare Zustände aufmerksam macht. Auch die Pflegekräfte der Intensivstationen hatten bereits Alarm geschlagen, berichteten unter anderem, dass Patienten in ihren eigenen Fäkalien lägen. Das UKE bestätigt auf Nachfrage von NDR 90,3, dass es teilweise gerade viele Patienten in der Notaufnahme gäbe. Es fänden intensive Gespräche statt, um die Situation zu verbessern.(kst)