Flammenhölle Amazonas

Brände töten einzigartige Tier- und Pflanzenwelt

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29. August 2019 - 8:09 Uhr

Das "grüne Herz" der Erde brennt

Knapp 80.000 Brände wüten derzeit in Brasilien, in ganz Südamerika knapp 180.000. Es sind die schwersten Brände, die die Region seit Jahren erlebt hat und diese haben bereits riesige Waldgebiete zerstört. Umweltschutz-Expertin Gesche Jürgens von Greenpeace erklärt, wie dramatisch die Situation für die Tier- und Pflanzenwelt ist.

Wie beeinflussen die Amazonas-Brände die Tier- und Pflanzenwelt?

Die Bilder sind schockierend: Im grünen Herz der Erde brennt es und damit auch die Natur, Pflanzen und Tiere. Der Amazonas-Regenwald ist der weltweit größte tropische Regenwald und für seine Artenvielfalt berühmt.

Das Gebiet ist die Heimat von schätzungsweise 40.000 Pflanzenarten, 1.300 Vogelarten und über 400 verschiedene Säugetieren. Doch die anhaltenden Brände zerstören die einzigartige Biodiversität und unzählige Tiere des Waldes, wie Faultiere und Ameisenbären.

Welche Tier- und Pflanzenarten sind besonders gefährdet?

Durch die Brände seien letztlich alle Tierarten im Amazonas gefährdet, da alle ihren Lebensraum verlieren, erklärt Gesche Juergens von Greenpeace. Dazu gehören Faultiere, Ameisenbären, Affen, Tukane, Kolibris, Aras und der Jaguar. Tiere, die mobil sind, könnten teilweise rechtzeitig fliehen, aber Küken, Amphibien und Reptilien, hätten im meisten Fall keine Chance und erliegen dem Feuer.

Ein weiters Problem sei zudem, dass viele Tier- und Pflanzenarten des Amazonas noch gar nicht entdeckt wurden. Es wird geschätzt, dass es 16.000 Baumarten dort gibt, unklar ist wie viele noch gar nicht entdeckt sind. Es sei zu befürchten, dass sie durch die Brände womöglich niemals mehr entdeckt werden können: "Darunter könnten auch bisher unentdeckte Heilpflanzen oder Baumarten sein, die durch die Brände komplett ausgelöscht werden", erklärt Jürgens.

Mit dem Wald wird ein einzigartiger Lebensraum vernichtet, auf den Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen angewiesen sind: "Auch indigene Gemeinschaften leben im und vom Wald. Sie sind die besten Hüter der Wälder, denn er sichert ihr Überleben. Ihre Rechte und Gebiete zu schützen ist daher von zentraler Bedeutung."

Sehen Sie im Video: So schlimm sind die Auswirkungen der Brände

Gibt es noch Hoffnung für den Urwald?

Auch wenn im Laufe der Zeit bereits 20 Prozent des Amazonas-Regenwaldes zerstört wurden, gebe es noch riesige unberührte Gebiete und damit die Hoffnung, dass diese erhalten bleiben. Auch zerstörte Wälder könnten sich langsam wieder regenerieren und obwohl diese sogenannten Sekundärwälder nicht den ökologischen Wert eines Urwalds ersetzen können, seien sie doch wichtige Rückzugs- und Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten - anders als Rinderweiden und Sojaplantagen, die zumeist auf den gerodeten Flächen angelegt werden, erklärt Jürgens.

"Die oberste Priorität muss aber sein, die Zerstörung der Wälder nicht weiter voranzutreiben." Denn nur, wenn der Wald ruhen kann, kann er sich wieder erholen.