Neue Studie gibt mehr Klarheit in Sachen Impfung

Biontech-Booster schützt vor Omikron

Die Booster-Impfung mit Biontech/Pfizer hat offenbar eine hohe Wirkung gegen die Omikron-Variante.
Die Booster-Impfung mit Biontech/Pfizer hat offenbar eine hohe Wirkung gegen die Omikron-Variante.
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16. Dezember 2021 - 9:16 Uhr

Dritte Biontech-Impfung schützt offenbar sehr gut

Eine neue Studie scheint jetzt mehr Klarheit in der Frage nach dem richtigen Impfstoff für die Auffrischungsimpfung zu geben. Eine Booster-Impfung mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer schützt demnach auch vor der neuen Omikron-Variante. Das legen erste Forschungsergebnisse aus Israel nahe, die jetzt veröffentlicht wurden.

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"Signifikanter Schutz" - nur nicht so gut wie gegen Delta

Laut der Studie, die vom Sheba Medical Center und dem Zentralen Virologie-Labor des Gesundheitsministeriums durchgeführt wurde, erhöhe die Auffrischungsimpfung die Wirkung des Impfstoffs gegen Omikron um etwa das Hundertfache. Durch die Booster-Impfung bestehe ein "signifikanter Schutz", sagte Dr. Gili Regev-Yochay, Leiterin der Abteilung der epidemiologischen Infektionskrankheiten am Sheba Medical Center der "The Jerusalem Post". Der Schutz sei zwar geringer als gegen Delta – etwa viermal geringer – aber deutlich besser, als zunächst befürchtet. Noch sei unklar, ob die Wirksamkeit der Auffrischungsimpfung im Laufe der Zeit ebenfalls abnehme. Das werde derzeit noch untersucht.

Omikron-Ausbreitung in Großbritannien zum "Notfall" erklärt

Forschungen von Wissenschaftlern der Universität Oxford aus Großbritannien kamen zu ähnlichen Ergebnissen. Sie untersuchten die Booster-Wirkung durch Labortests mit Blutproben von Geimpften, die die Vakzine von AstraZeneca oder Biontech/Pfizer erhielten. Der am Montag veröffentlichten Studie zufolge gibt es aber noch keine Hinweise darauf, dass die niedrigeren Antikörperspiegel bei Omikron zu einem höheren Risiko für schwere Erkrankungen oder gar Todesfälle führen könnten.

"Das sind wichtige Daten, sie zeigen aber nur einen Teil des Bildes. Sie betrachten nur neutralisierende Antikörper nach der zweiten Dosis, sagen uns aber nichts über die zelluläre Immunität, und die wird auch getestet", sagte der Impfstoff-Wissenschaftler Matthew Snape, einer der Autoren der Studie. Diese muss nun noch von unabhängigen Experten überprüft werden.

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte am Wochenende gewarnt, dass zwei Impfungen nicht ausreichten, um genügend gegen Omikron geschützt zu sein. Die Ausbreitung der Variante erklärte er zum "Notfall". Omikron breite sich mit "phänomenaler" Geschwindigkeit aus. "So etwas haben wir noch nicht erlebt", sagte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid dem Sender Sky News. Die Infektionszahlen verdoppelten sich alle zwei bis drei Tage.

Johnson will deshalb Tempo bei Auffrischungsimpfungen machen. Nach seinem eindringlichen Appell hat es am Montag in England einen großen Ansturm auf Booster-Impfungen gegeben. Seit dem Morgen dürfen sich alle über 30-jährigen Briten Impftermine buchen.

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Booster-Impfungen möglicherweise schon nach drei Monaten sinnvoll

Biontech und Pfizer hatten vergangene Woche selbst Studienergebnisse veröffentlicht, wonach ihr Vakzin nach drei Dosen effektiv gegen die Omikron-Variante wirkt - nach zwei Dosen aber noch deutlich weniger wirksam gegen Omikron ist. Biontech-Chef Ugur Sahin hält daher frühere Booster-Impfungen für ratsam, womöglich schon nach drei Monaten. (evo)

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