Blutige Delfin-Jagd in Japan

Hier werden jährlich Tausende Delfine getötet

Zwischen September und März färbt sich das Meer in der Bucht von Taiji blutrot. Fischer treiben die Delfine in die Bucht, in welcher die Tiere zu Tausenden abgeschlachtet werden (Archivfoto).
Zwischen September und März färbt sich das Meer in der Bucht von Taiji blutrot. Fischer treiben die Delfine in die Bucht, in welcher die Tiere zu Tausenden abgeschlachtet werden (Archivfoto).
© dpa, Hand

01. September 2021 - 20:42 Uhr

Die Todesbucht von Taiji

Trotz weltweiter Proteste haben japanische Fischer auch in diesem Jahr wieder begonnen, Tausende Delfine zu töten. Besonders grausam ist die Treibjagd auf Delfine in der Nähe des Walfangstädtchens Taiji. Delfine werden dort in eine Bucht getrieben und abgeschlachtet. Ihr Fleisch landet im Supermarkt.

Jahr für Jahr nimmt Japan bestialisches Gemetzel in Kauf

Es ist ein erschütternder Anblick. In hektischen Stößen spritzt Wasser aus den Atemlöchern der Delfine, viele versuchen vergeblich, durch die Absperrnetze der Fischer zu entkommen. Durch Hämmern auf ins Meer gehaltene Metallstangen haben die Jäger zuvor bei Sonnenaufgang den Orientierungssinn der Tiere lahmgelegt und sie in die Bucht getrieben.

In der malerischen Lagune nahe des kleinen Walfangstädtchens Taiji etwa 700 Kilometer südlich von Tokio sortieren Tiertrainer die schönsten Exemplare im Auftrag von Delfinarien im In- und Ausland aus. Laut Tierschützer erzielen sie damit Preise von bis zu 150.000 Dollar pro Tier. Danach beginnt ein bestialisches Gemetzel.

Fischer zerren die wild zappelnden Tiere, die nicht für den Verkauf aussortiert wurden, zu dritt oder zu viert an der Seite von Motorbooten hängend in eine benachbarte Lagune - wobei sie bei Wendemanövern über die gefangenen Delfine fahren. Andere werden in der für die Öffentlichkeit gesperrten Bucht mit Speeren, Haken und Messern abgeschlachtet. Den Vorwurf, das Abschlachten sei grausam, weisen die Fischer immer wieder zurück.

Aufnahmen der Umweltorganisation Sea Shepherd zeigen das brutale Delfinschlachten in Japan.
Aufnahmen der Tierschutzorganisation Sea Shepherd zeigen das brutale Delfinschlachten in Japan.
© dpa bildfunk

Korken in Wunde soll verhindern, dass sich Wasser rot färbt

Die Details der Jagd sind brutal. Den Delfinen wird mehrmals hintereinander ein Metallrohr in den Kopf gerammt und die Wunde mit hölzernen Korken verschlossen. So soll verhindert werden, dass das Blut das Wasser rot färbt. Die Delfine verbluten infolgedessen innerlich, leiden unfassbare Schmerzen. Diese grausamen Szenen wiederholen sich in Japan Jahr für Jahr zwischen September und März.

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Weltweite Proteste gegen Delfinjagd

Anders als früher, als Harpunen in die Delfine getrieben wurden, wende man seit dem Jahr 2008 eine auf den Färöer-Inseln entwickelte Methode an. Dabei würden die Fischer das Rückenmark der Tiere durchtrennen, was zu einem starken Blutverlust und damit zu einem relativ schnellen Tod führe. Kritiker halten dagegen, dass es bei großen Tieren, die sich im Todeskampf herumwinden, schwierig sei, das Rückenmark gezielt zu durchtrennen. Laut Tierschützern zeigt jedoch die andauernde Kritik an der Treibjagd in Japan inzwischen Wirkung.

In den vergangenen Jahren sei die Zahl der gejagten Delfine und Kleinwale in Japan stark zurückgegangen, wie "Pro Wildlife" im vergangenen Jahr mitteilte. Die Organisation fordert seit Jahren ein Ende des Delfintötens in Japan, auch wenn in anderen Ländern inzwischen weit mehr Meeressäuger gejagt würden, zum Beispiel in Peru, Nigeria, Brasilien oder Indien. In Taiji sei die Jagd nur noch rentabel, weil dabei auch Jungtiere für den Verkauf an Delfinarien gefangen würden, hieß es. (kra/dpa)