Abzocke von privaten Corona-Testzentren

Gesundheitsminister Spahn bei Anne Will: „Das ist Betrug und kriminell“

Jens Spahn zu Gast bei Anne Will.
Jens Spahn zu Gast bei Anne Will.
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31. Mai 2021 - 8:44 Uhr

Spahn kündigt weitere Maßnahmen an

von Marko Schlichting

Nach Betrugsvorwürfen gegen mehrere private Corona-Testzentren ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. In der Talkshow mit Anne Will in der ARD hat Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU weitere Maßnahmen angekündigt.

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Gesundheitsämter sollen kontrollieren dürfen

Es war ein Schock: In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass einige Testzentren bei der Abrechnung ihrer Coronatests falsche Angaben gemacht haben sollen. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft. Das Problem: Private Corona-Testzentren schießen wie Pilze aus dem Boden. Man kann sie überall finden, vom Gartencenter bis zum Stripclub. In der Nähe von Osnabrück hat kürzlich ein 19jähriger Teenager zwei Testzentren eröffnet. Kontrollen fehlen. Betrüger halten die Hände auf und scheffeln Geld wie Heu. Die Tests sind stümperhaft.

"Das ist Betrug und kriminell", sagt Gesundheitsminister Jens Spahn dazu. In der Anne-Will-Talkshow am Sonntagabend im Ersten erklärte er, was er nun dagegen tun will. Zunächst plant er am heutigen Montag Beratungen mit seinen Ministerkollegen aus den Ländern. Außerdem will er die regionalen Gesundheitsämter ermächtigen, Testzentren zu überprüfen. Auch die Finanzämter könnten dabei helfen. "Es wird und muss geprüft werden", so der Minister.

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Jens Spahn: „Wir dürfen nicht alle Zentren über einen Kamm scheren"

Mehr Kontrollen verlangte in der Sendung auch Grünen-Politiker Janosch Dahmen, aber nicht nur in finanzieller, sondern auch in medizinischer Hinsicht. Dahmen ist Arzt und Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages.

Spahn wies aber auch darauf hin, dass nicht alle Testzentren schlecht seien. "Wir dürfen nicht alle Zentren über einen Kamm scheren." Und damit alles noch besser wird, kündigte er noch zwei Dinge an: Die Tests sollen für die Bürger billiger werden, und negative Tests sollen bald in die Corona-Warn-App eingetragen werden können.

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Streitthema Impfpriorisierung

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Christian Lindner: Noch sei es zu früh, Kindern ein Impfangebot zu machen.
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Ab dem kommenden Montag kann sich jeder für einen Impftermin anmelden. Dann fällt die Impfpriorisierung weg. Grünen-Politiker Dahmen klagte, der kommende Montag sei zu früh dafür. Er will, dass die Priorisierung wenigstens in den Impfzentren weiter gilt.

Dies könnten laut Spahn die Bundesländer regional regeln. Die Priorisierung könne jetzt aufgehoben werden, denn bald werde genug Impfstoff zur Verfügung stehen. Biontech habe eine Lieferung von 50 Millionen Impfdosen versprochen, kündigte Spahn an. Und darauf könne man sich verlassen.

Aber dabei gibt es ein Problem: Ab kommendem Montag können sich auch Kinder über zwölf Jahre für einen Impftermin melden. Dafür werden von den 50 Millionen versprochenen Impfdosen fünf Millionen abgezweigt, so der Gesundheitsminister.

Dagegen wehrte sich in der Sendung FDP-Chef Christian Lindner. Niemand kritisiere, dass Kindern irgendwann ein Impfangebot gemacht werde, aber jetzt sei es zu früh. Und der Impfstoff für Kinder dürfe niemand anderem weggenommen werden, so der FDP-Politiker.

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Könnten in Deutschland bereits mehr Menschen geschützt sein? Wer trägt die Schuld am Impf-Desaster? Die Bundesregierung? Die EU? Die Hersteller? Oder die Bundesländer? Die Dokumentation geht den Verantwortlichkeiten auf den Grund. Auf TVNOW: "Zwischen Hoffnung und Tod"

Spahn optimistisch, dass alle Impfwilligen Mitte Juli geimpft seien

Dennoch ist Jens Spahn gutgelaunt. "Ostern waren 12 Prozent der Bundesbürger einmal geimpft, Pfingsten 50 Prozent", sagte er. Er kann sich vorstellen, dass schon Mitte Juli alle Menschen geimpft sein könnten, die sich impfen lassen wollen.

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