Tiere lebten im eigenen Kot

„Das ist Tierquälerei“ - Horror-Zoo von Nauen muss dichtmachen

21. Januar 2021 - 19:33 Uhr

Von wegen Tierparadies

"Animal Eden Paradise" – so nennt sich der kleine, private Zoo im brandenburgischen Nauen. Doch statt ein Paradies für die Tiere zu sein, war der kleine Zoo eher ein Ort der Quälerei. Helfer der Tierschutzorganisation "Aktion Tier" haben die Tiere nun zusammen mit dem Veterinäramt befreit. Tierschützerin Ursula Bauer war bei der Befreiungsaktion dabei und spricht von Tierquälerei. Sie sagt: "Wir waren von Anfang an entsetzt". Im Video schildert sie ihre Erlebnisse.

Aktion Tier vermutet „Tier-Messie-Syndrom“

In einer fünfstündigen Aktion wurden 60 Tiere gerettet, darunter Ponys, Esel, Enten, Schweine, Hühner und sogar Affen. Die Liste der Vorwürfe ist lang: Ein vermülltes Gelände, Dreck, ein Gehege voller Kot, verunreinigtes Trinkwasser, kein artgerechtes Spielzeug und eine falsche Ernährung.

Doch der Besitzer ist sich keiner Schuld bewusst, wie Ursula Bauer berichtet. Den Tieren gehe es bei ihm gut und er habe sie alle gerettet, beteuert er. "Aktion Tier" vermutet jedoch hinter dem Verhalten das sogenannte "Tier-Messie-Syndrom", also eine Tiersammelsucht ohne eine vernünftige Versorgung und artgerechte Haltung gewährleisten zu können.

Behörden schließen Nauener Zoo

Und da Tier-Messies häufig uneinsichtig sind und rückfällig werden, wurde der Nauener Zoo nun endgültig von den Behörden geschlossen. "Als Konsequenz folgte nun der angeordnete Vollzug der Fortnahme aller Tiere am Standort des Zoo Nauen und deren anderweitige Unterbringung auf Kosten des Tierhalters. Dem Tierhalter wurde zudem ein Tierhaltungs- und Betreuungsverbot auferlegt", teilte das Veterinäramt des Landkreises Havelland mit.

Die insgesamt 60 Tiere sollen jetzt ein neues Zuhause bekommen – ein Zuhause, in dem sie endlich zur Ruhe kommen können.