Prozess zu Vergewaltigung von 6 Frauen in Berlin und Brandenburg

Mutmaßlicher Serienvergewaltiger Sinisa K. entkam der Polizei drei Mal

Der 29-Jährige soll Frauen angegriffen und sechs von ihnen vergewaltigt haben.
Der 29-Jährige soll Frauen angegriffen und sechs von ihnen vergewaltigt haben.
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18. Februar 2021 - 10:14 Uhr

Serienvergewaltigungen in Berlin: Sieben Frauen soll Sinisa B. brutal überfallen haben

Auf Englisch soll Sinisa K. seine Opfer auf der Straße angesprochen und sie nach dem Weg gefragt haben. Dann soll er die Frauen an abgelegene Stellen gezerrt, gewürgt und vergewaltigt haben. Insgesamt sieben Frauen im Alter zwischen 14 und 27 Jahren sollen dem Serben im vergangenen Sommer in Berlin und Brandenburg zum Opfer gefallen sein. Ab Mittwoch steht der 30-Jährige vor Gericht. RTL erfuhr vor Prozessbeginn weitere Details über den bereits in einem anderen Verfahren verurteilten Vergewaltiger.

Sinisa K. ist der Polizei offenbar drei Mal entwischt

Wochenlang hatten Frauen in der Hauptstadt und der Umgebung ein mulmiges Gefühl: Ein Mann hatte zwischen dem 12. Juni und 14. Juli sechs Frauen auf eher entlegenen Wegen südlich des Wannsees in Berlin und Brandenburg angegriffen, ein siebtes Opfer in Bernau. Die meisten Frauen waren laut Ermittlungen zu Besuch in Berlin gewesen, ein Opfer war aus Norwegen, ein anderes aus Paris. Zum Tatzeitpunkt bewegten sie sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Der Täter ging äußerst brutal vor. Er hatte seine Opfer zunächst auf Englisch angesprochen, sie dann in seine Gewalt gebracht und brutal vergewaltigt. Einige bedrohte er wohl mit einem Messer.

Am 14. Juli folgte die Festnahme, wenige Stunden nach der letzten Tat. Die Polizei fasste Sinisa K. nach einer Öffentlichkeitsfahndung in Berlin, nachdem er den Beamten nach RTL-Informationen zuvor drei Mal entkommen war. Seitdem sitzt der gelernte Elektrotechniker in der JVA Moabit in Untersuchungshaft. Ihm werden sechs Vergewaltigungen, eine versuchte Vergewaltigung sowie Körperverletzung und versuchte räuberische Erpressung vorgeworfen.

Justizkreise: Sinisa K. hätte schon Mitte Juni gefasst werden können

Wie RTL weiter erfuhr, hätte K. wohl schon nach der zweiten Tat gefasst werden können. Demnach versuchten Beamte bereits am 15. Juni ihn in der Bernauer Innenstadt zu kontrollieren, doch ihm gelang die Flucht. Letztendlich wurde er anhand eines auffälligen orangefarbenen Rucksack identifiziert, den er nach einem Einbruch in eine Laube zurückgelassen hatte. Dieser war seinem den Ermittlungen zufolge fünften Opfer aufgefallen. Darin fanden die Beamten später einen Bartschneider, Kondome, Gleitgel und ein iPhone. Mit Hilfe der am Bartschneider festgestellten DNA und Fingerabdrücken konnte K. identifiziert werden. Er war nämlich schon im Bundeszentralregister registriert. Außerdem hatte er drei Einträge im serbischen Strafregister, unter anderem wegen einer Vergewaltigung.

Nach RTL-Informationen hatte er sich Anfang Juli 2020 – also vor der ersten Tat - vermehrt Vergewaltigungspornos sowie kinder- und jugendpornographische Inhalte im Internet angeschaut. Außerdem hat er sich während der Fahndung fast täglich über die aktuellen Ereignisse informiert.

In Berlin hielt er sich seit Juni 2019 auf. Er übernachtete damals mit seiner hochschwangeren Freundin Miljana M. in einem Jugendgästehaus im Grunewald, dort legte er einen gefälschten polnischen Reisepass vor.

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Serienvergewaltiger bot nach der Tat Opfer sein Fahrrad an

Der 30-Jährige hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert, wie RTL aus Justizkreisen erfuhr. Die Beweise gegen ihn seien allerdings erdrückend, unter anderem seien DNA-Spuren des Mannes gesichert worden. Auch die Zeugenaussagen seien sehr glaubhaft, so die Ermittler. Er soll bei den Übergriffen unterschiedlich vorgegangen sein. So soll K. sogar versucht haben, sich mit einem Opfer nachträglich zu treffen. Einer Geschädigten soll er nach der Vergewaltigung sein Fahrrad überlassen haben. Bei anderen ging er wiederum äußerst brutal vor: Einem Opfer soll er den Kopf dreimal gegen einen Baumstamm geschlagen haben, so dass sie schmerzhafte Hämatome erlitt.

Sinisa K., der seit Juni 2019 in Berlin wohnt, können neben den Übergriffen auch noch zwei Laubeneinbrüche und ein Handydiebstahl zur Last gelegt werden.