Zahl der Terror-Opfer steigt auf 13

Ersthelfer Sascha Hüsges stirbt fünf Jahre nach dem Anschlag am Breitscheidplatz

28. Oktober 2021 - 11:19 Uhr

Hinterbliebene fordern Anerkennung

Ein Terror-Anschlag begleitet die Menschen, die ihn erlebt haben ein Leben lang. Das wird auch jetzt, fast fünf Jahre nachdem ein LKW am Berliner Breitscheidplatz in einen Weihnachtsmarkt raste, wieder ganz deutlich. Denn wie der "RBB" berichtet, ist nun ein 13. Mensch an den Folgen des Anschlags verstorben. Sascha Hüsges hatte den Opfern vor Ort helfen wollen und wurde dabei selbst schwer verletzt.

Hüsges am Kopf getroffen

Am 19. Dezember 2016 lenkt der Terrorist Anis Amri einen tonnenschweren LKW mitten in die Menschenmenge am Berliner Breitscheidplatz. Elf Menschen sterben, dazu der eigentliche Fahrer, den Amri zuvor erschossen hatte. Viele weitere liegen monatelang schwer verletzt und traumatisiert im Krankenhaus. Wie der "RBB" nun berichtet, starb am 5. Oktober dieses Jahres ein weiterer Mann. Die Zahl der Todesopfer erhöht sich damit auf 13.

Sascha Hüsges hatte versucht, den Opfern zu helfen. Als der LKW endlich stehen bleibt, eilt der 49-Jährige zu den Verletzten. Doch dabei wird er mutmaßlich von einem Balken am Kopf getroffen und selbst schwer verletzt. Seitdem musste er rund um die Uhr von seinem Ehemann und einem Pfleger betreut werden. Bis er schließlich Anfang des Monats an den Folgen der Verletzungen stirbt.

Die Opfer und Hinterbliebenen des Anschlags wünschen sich nun, dass auch sein Einsatz gewürdigt wird. An der Gedächtniskirche am Breitscheidplatz sind die Namen der 12 Todesopfer aufgeführt. Sascha Hüsges soll als 13. Name dazukommen. In einem Brief an die Berliner Senatskanzlei, aus dem der "RBB" zitiert, heißt es, die Hinterbliebenen wünschen sich eine "unbürokratische Umsetzung bis zum 5. Jahrestag am 19. Dezember". Sie wollen damit ihre Anerkennung und den Respekt für Sascha Hüsges ausdrücken. (mch)