Bayerische Polizei beklagt Uniform

Mit der Sommerhose wird's beim Pinkeln eng

11. Januar 2020 - 13:41 Uhr

Neue Uniformen für bayerische Polizisten

Schon seit über einem Jahr tragen Bayerns Polizisten blau statt grün; etwa 27.500 Beamte bekamen 2018 neue Uniformen. Aber über die blaue Dienstkleidung ärgern sich viele Kollegen noch immer schwarz, denn: Angeblich haben die Hosen einen viel zu kleinen Reißverschluss, der manchem beim Pinkeln Probleme bereitet. Die Kritik richtet sich ans Land Niedersachsen, das die Uniformen liefert. Das dortige Innenministerium weist die Vorwürfe zurück. Unser Reporter wollte wissen, wie die Uniform wirklich sitzt und hat den Polizeihosen-Test gemacht - zu sehen in unserem Video.

Bayerns Polizei klagt über Uniform: Große Probleme auch mit kleinem Gemächt

Von tausenden Reklamationen sprechen die bayerischen Polizeigewerkschaften (GdP) nach Angaben der "HAZ". Die Beamten im Freistaat klagten laut Medienberichten zudem über kratzende Stoffe und reißende Nähte; Diensthemden sollen schlecht sitzen.

GdP-Landesvorsitzender Peter Schall erklärt gegenüber RTL, dass vor allem die sogenannte Sommerhose Probleme bereite. Das habe eine Umfrage unter den Mitgliedern ergeben. Die Hose werde von vielen Kollegen als "schweißtreibend" empfunden; mancher habe das Gefühl, "in einer Plastiktüte" zu stecken.

Die Zahl der Polizisten, die den zu kurzen Reißverschluss kritisierten, sei zwar "nicht die Masse". Aber Kritik werde zum Teil sehr konkret geäußert. "Da gab's zum Beispiel eine Zuschrift eines Kollegen: Er hat jetzt kein so großes Gemächt, hat aber trotzdem ein Problem damit", berichtet Schall.

Mit neuer Sommerhose soll alles besser werden

Abhilfe soll eine neue Version der Sommerhose schaffen, die ab Januar getestet wird: mit einem anderen Schnitt, längerem Reißverschluss und veränderter Gewebemischung. Ohnehin sei nicht alles schlechter geworden im Vergleich zur alten Ausrüstung. Lob habe es in der Umfrage zum Beispiel für die neuen Jacken gegeben.

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Niedersachsen: Reklamationsquote "extrem gering"

Die Kritik aus Bayern kann Philipp Wedelich, Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums, nicht nachvollziehen. Die Reklamationsquote der bayerischen Uniformen, die vom Logistikzentrum Niedersachsen (LZN) geliefert werden, sei "extrem gering", sagt er gegenüber RTL. Nur 0,3 Prozent der Uniformen würden beanstandet; die Dienstkleidung könne außerdem zwei Jahre lang umgetauscht werden. Aus Niedersachsen, wo ähnliche Uniformen zum Einsatz kämen, seien kaum Probleme bekannt.

Eine Uniform kostet laut "HNA" etwa 1.000 Euro. Das niedersächsische Logistikzentrum beschafft alle von Bayern bestellten Uniformen. Gefertigt werden die Teile in zehn Ländern Europas, Asiens und Afrikas.