Frankfurt: Tausende Passagiere und Mitarbeiter betroffenBagger trennt Kabel durch und stürzt Lufthansa ins Chaos: Hunderte Flüge fallen aus

Flugreisende mit Lufthansa-Ticket wurden heute zu „Fluch-Reisenden“: Ein Kabelschaden auf einer Frankfurter Baustelle löste ein Chaos aus. Computersysteme fielen aus, Verspätungen und Ausfälle für Tausende Passagiere mit Verbindungen über das Drehkreuz Frankfurt waren die Folge. Bis zum Mittag fielen dort 230 von 1000 geplanten Flügen aus. Fluggäste wurden gebeten, auf die Bahn umzusteigen. Erst am Nachmittag wurde der Flughafen nach rund dreistündiger Sperrung für Landungen wieder freigegeben.

Freitag droht das nächste Chaos

dpatopbilder - 15.02.2023, Hessen, Frankfurt/Main: Zahlreiche Fluggäste stehen im Terminal 1 im Flughafen Frankfurt vor einem Informationsschalter der Lufthansa Schlange. Wegen einer IT-Panne beim Lufthansa-Konzern sind am Mittwoch (15.02.2023 ) Tausende Passagiere von Verspätungen und Flugausfällen betroffen. Foto: Arne Dedert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
IT-Panne bei Lufthansa - Frankfurt am Main
ade, dpa, Arne Dedert

Von einem reibungslosen Ablauf konnte keine Rede sein. „Wir werden die Auswirkungen noch den ganzen Tag spüren“, erklärte ein Sprecher. Für Donnerstag rechne man wieder mit einem weitgehend normalen Betrieb.

Doch schon am Freitag droht der nächste Ärger mit bundesweiten Flugausfällen. Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem ganztägigen Warnstreik an den meisten großen Flughäfen in Deutschland aufgerufen. Hintergrund sind mehrere Tarifkonflikte.

Die heutigen Computerprobleme wurden nach Unternehmensangaben durch Bauarbeiten an einer S-Bahn-Strecke in Frankfurt ausgelöst. Dabei wurden laut Telekom bereits am Dienstagabend vier Glasfaserkabel von einem Bagger durchtrennt. Am Mittwoch gelang es dann nicht mehr, die Datenmassen der Lufthansa über Ersatzleitungen umzuleiten.

Ein stundenlanges Chaos hielt die Reisenden in Atem.

Die Ereignisse des Tages hier zum Nachlesen

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Betreiber: 230 Flüge in Frankfurt annulliert

Am Frankfurter Flughafen sind am Mittwoch bis zum Nachmittag gut 230 Starts und Landungen gestrichen worden. Grund waren die Computerprobleme bei der Lufthansa, nachdem bei Bahn-Bauarbeiten in Frankfurt wichtige Datenleitungen durchtrennt wurden. Der Betrieb stabilisiere sich allmählich, berichtete der Flughafenbetreiber Fraport. Für den Gesamttag waren rund 1.000 Starts und Landungen mit 114.000 Passagieren geplant gewesen. Zwischenzeitlich hatte die Flugsicherung die Landung weiterer Jets untersagt, damit der Flughafen nicht vollläuft.
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Trotz Computerausfall: Verdi hält an Flughafenstreik fest

Die Gewerkschaft Verdi hält auch nach den großen Computerproblemen bei der Lufthansa an ihrem Plan fest, am Freitag sieben deutsche Flughäfen zu bestreiken. Man sehe keinen Grund, daran etwas zu ändern, sagte eine Gewerkschaftssprecherin. Am Mittwochmorgen waren das System der Lufthansa zusammengebrochen, die daraufhin vor allem in Frankfurt massenhaft Flüge streichen und umleiten musste. Tausende Passagiere verpassten ihre Anschlüsse.

Bestreikt werden sollen Hamburg, Stuttgart, Dortmund, Hannover, Bremen sowie die Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt und München. Für die Regierungsflüge im Zusammenhang mit der Sicherheitskonferenz in München habe man eine Notdienstvereinbarung getroffen, sagte die Sprecherin. Die Regierungsmaschinen würden abgefertigt, während andere Konferenzbesucher sich alternative Anreisemöglichkeiten suchen müssten.
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Flughafen-Betreiber: Wieder Landungen in Frankfurt möglich

Nach mehreren Stunden Sperre sind am Frankfurter Flughafen wieder Landungen möglich. Das erklärte am Mittwochnachmittag ein Sprecher des Betreibers Fraport. Am Vormittag hatte die Deutsche Flugsicherung den Anflug gestoppt und Maschinen auf andere Flughäfen umgeleitet. Grund war ein Flugzeugstau aufgrund großer IT-Probleme in den Systemen der Lufthansa. Dieser hatte dazu geführt, dass zahlreiche Maschinen nicht wie geplant abheben konnten.
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Betrieb am Frankfurter Flughafen stabilisiert sich nach Störung

Am Flughafen Frankfurt normalisiert sich der Flugbetrieb nach Angaben des Betreibers Fraport und der Deutschen Flugsicherung (DFS) nach der massiven Störung durch den IT-Ausfall bei der Lufthansa langsam wieder. Die DFS hatte auf Anraten von Fraport über Stunden keine Landungen am größten deutschen Flughafen mehr zugelassen, weil es nicht genug freie Parkpositionen gab. Seit 13.20 Uhr seien wieder 40 Anflüge pro Stunde möglich, das sei nah am derzeitigen Normalbetrieb, erklärte eine Sprecherin der DFS am Mittwoch. Bis zum Mittag gab es Fraport zufolge mehr als 200 Flugstreichungen. Davon seien mehr als die Hälfte Ankünfte gewesen.
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Bahn vs Lufthansa? Twitter-Nutzer mit Klimascherzen zur IT-Störung

Meint die Bahn es nun besonders ernst mit dem Klimawandel? So oder so ähnlich wird bei Twitter die IT-Störung der Lufthansa, ausgelöst durch Bauarbeiten an einer S-Bahn in Frankfurt, mit Augenzwinkern und Humor diskutiert. "Die Deutsche Bahn geht die Verlagerung des Flugverkehrs auf die Schiene nunmehr beherzt an", schrieb etwa der frühere Linken-Bundestagsabgeordnete Fabio de Masi am Mittwoch auf Twitter.

"Die Deutsche Bahn knockt die Lufthansa aus" oder "Die Bahn sorgt für mehr Kunden" lauteten ähnliche Kommentare. Andere Nutzer des Netzwerks bewerteten den Zusammenhang zwischen IT-Problemen einer Fluggesellschaft durch Bahn-Bauarbeiten als Symbol für "Deutschland, irgendwo zwischen Digitalisierung und Verkehrswende" oder vermuteten scherzhaft einen Klimaaktivisten als Baggerfahrer.

Die Telekom selbst sorgte sich bei Twitter mit einem Augenzwinkern darum, dass die Kabel selbst tief unter der Erde nicht sicher seien. "Auch in 5m Tiefe ist unsere Glasfaser nicht in Sicherheit vor Betonbohrern. Nach Düsseldorf am Wochenende jetzt auch in Frankfurt", schrieb das Unternehmen.
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Fluggastrechtsexpertin: Betroffene können Entschädigungsanspruch von bis zu 600 Euro haben 

Tausende Reisende sind vom Lufthansa-Chaos betroffen und dürfen nun mit Entschädigungen rechnen. „Da die IT-Probleme bei der Lufthansa nach unserer Einschätzung grundsätzlich in der Verantwortung der Airline liegen, können Flugreisende der Lufthansa und deren Tochterunternehmen (Brussels Airlines, Austrian Airlines, Swiss International und Eurowings) bei kurzfristigen Annullierungen und großen Verspätungen einen Anspruch auf Entschädigung von 250 Euro bis 600 Euro haben. Es existiert keine einheitliche Rechtsprechung zu dieser Konstellation, da zudem noch nicht klar ist, ob ein Glasfaserbruch bei Bauarbeiten der Deutschen Bahn Schuld an dem IT-Ausfall ist", so Claudia Brosche, Fluggastrechtsexpertin bei "Flightright".

Brosche erklärt weiter, dass für Passagiere der anderen Airlines, deren Flüge durch die IT-Probleme der Lufthansa verspätet oder ausgefallen sind, hier ein „außergewöhnlicher Umstand“ vorliegt. Danach können sich alle anderen Airlines einfacher von der Zahlung der Ausgleichsansprüche befreien, wenn sie nachweisen, die Passagiere schnellstmöglich an ihr Ziel befördert zu haben. Alle gestrandeten Passagiere, die von verspäteten oder gestrichenen Flügen betroffen sind, haben neben dem Ausgleichsanspruch das Wahlrecht, ihre Tickets zurückerstattet zu bekommen oder an ihr Endziel befördert zu werden. 
(kra)

Lufthansa rechnet am Nachmittag mit Stabilisierung

Die Lufthansa rechnet nach großen IT-Problemen mit einer Stabilisierung ihres Flugbetriebs. Die Computersysteme könnten voraussichtlich bis zum Nachmittag wiederhergestellt werden, sagte ein Sprecher am Mittwochmittag. Bis zu einer Normalisierung des Flugbetriebs werde es aber länger dauern. Die Lufthansa steht vor dem Problem, dass bereits für Freitag ein ganztägiger Verdi-Streik angekündigt ist, der voraussichtlich mehrere Flughäfen lahmlegen wird.
(kra)

Lufthansa-Störungen: Telekom arbeitet an Kabelreparatur

Die Deutsche Telekom hat Angaben der Lufthansa bestätigt, wonach der gravierende IT-Ausfall bei der Fluggesellschaft durch Bauarbeiten an einer Bahnstrecke in Frankfurt ausgelöst wurde. Ein Bagger mit einem Erdbohrer habe dort am späten Dienstagnachmittag Glasfaserleitungen in einer Tiefe von fünf Metern durchtrennt, sagte ein Telekom-Sprecher am Mittwoch.

Man arbeite "mit Hochdruck" an der Reparatur der Leitungen. "Wir sind mit allem, was verfügbar ist, vor Ort", sagte der Sprecher. Die Instandsetzung habe bereits am Dienstagabend begonnen und sei die Nacht hindurch fortgesetzt worden. Ein Teil sei bereits instandgesetzt worden. "Die Leitungen kommen jetzt nach und nach zurück." Wann die Arbeiten beendet werden könnten, sei offen. Die Situation werde sich aber im Laufe des Mittwochnachmittags deutlich verbessern, betonte er.
(kra)

Nach Achtelfinal-Spiel in Paris: FC Bayern-Stars von Lufthansa-Panne betroffen

Die Rückreise der Münchner vom Champions-League-Spiel bei Paris Saint-Germain verzögerte sich am Mittwoch, weil es zunächst Probleme beim Check-In der Delegation des deutschen Fußball-Rekordmeisters gab. 
Erst deutlich später als geplant konnte das Team um Trainer Julian Nagelsmann seine Plätze im Lufthansa-Charterflieger einnehmen. Mit etwas mehr als einer Stunde Verspätung konnte die Maschine dann in Richtung München abheben. Mit rund 55 Minuten Verzögerung landete das Flugzeug um 13.35 Uhr in der bayerischen Landeshauptstadt.
(kra)

Innerdeutsche Flüge gestrichen: DUH-Bundesgeschäftsführer macht auf Problem aufmerksam

Wegen der schweren IT-Panne fallen teilweise auch innerdeutsche Flüge aus. Für den Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Sascha Müller-Kraenner, ein Grund darauf aufmerksam zu machen, dass diese ohnehin in der Zukunft kein Thema mehr sein sollten. Bei Twitter schrieb er: „Chaos bei der Lufthansa heute. Gute Erinnerung daran, dass innerdeutsche Flüge ohnehin gestrichen werden sollten.“

(kra)

Lufthansa: Betrieb außerhalb des Drehkreuzes Frankfurt läuft

Die IT-Probleme bei der Lufthansa haben vor allem Auswirkungen auf das Drehkreuz Frankfurt. An den anderen Konzern-Drehkreuzen laufe der Betrieb weitgehend normal, erklärte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch. So sei in Zürich nur ein Flug gestrichen worden, und zwar der nach Frankfurt. Es sei nicht richtig, dass weltweit alle Flüge abgesagt worden seien.
(kra)

Fraport: Alle Ankünfte am Flughafen Frankfurt gestrichen

Am Flughafen Frankfurt sind aufgrund des IT-Ausfalls bei der Lufthansa alle Ankünfte abgesagt. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) erteile auf Anraten von Fraport keine Freigaben mehr für Landungen, erklärte ein Sprecher von Fraport am Mittwoch. Da Lufthansa-Flüge wegen der IT-Störung in Frankfurt nicht abheben können, sind demnach die Parkpositionen besetzt. Vom größten deutschen Flughafen waren am Mittwoch rund 500 Ankünfte geplant. Abflüge seien nicht betroffen. Es könne zu Streichungen von Flügen aller Airlines nach Frankfurt kommen. Flugzeuge, die schon in der Luft sind, würden umgeleitet. Die DFS teilte mit, die Maßnahme gelte zunächst bis 15.00 Uhr. 
(kra)

Lufthansa stoppt sämtliche Ablüge von Frankfurt

Wegen ihrer schweren IT-Panne hat die Lufthansa ihre sämtlichen Abflüge aus Frankfurt gestoppt. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens. Der Flughafen war für Landungen bereits von der Flugsicherung gesperrt worden.
(kra)

Keine Lufthansa-Flüge von und nach Frankfurt vom Hamburger Flughafen

Die IT-Probleme bei der Lufthansa haben auch Auswirkungen auf Passagiere, die am Mittwoch mit der Airline von Hamburg aus nach Frankfurt und München oder in die Gegenrichtung fliegen wollten. Insgesamt seien am Mittwoch 23 Lufthansa-Flüge von und nach München sowie Frankfurt geplant gewesen, sagte eine Airport-Sprecherin. Die Abflüge nach und Ankünfte aus Frankfurt fielen alle aus. Flüge von und nach München waren zunächst noch nicht gestrichen worden, kamen am Vormittag aber zum Teil mit Verspätung in Hamburg an beziehungsweise flogen verspätet ab.
(kra)

Lufthansa: Ursache des IT-Ausfalls ist Beschädigung von Glasfaserkabeln

 Die Ursache für den konzernweiten IT-Ausfall bei der Lufthansa ist den Angaben der Airline zufolge eine Beschädigung von mehreren Glasfaserkabeln der Deutschen Telekom bei Tiefbauarbeiten in Frankfurt. Die Reparatur werde noch bis zum Nachmittag andauern, erklärte ein Lufthansa-Sprecher unter Berufung auf ein Statement der Telekom. Von der Deutschen Telekom war zunächst keine Stellungnahme zu erreichen.