8. März 2019 - 11:08 Uhr

Dieses Statement sorgt für Zündstoff

"Kinderfrei statt kinderlos – ein Manifest", so heißt das neue Buch von Verena Brunschweiger. Darin beschreibt sie, warum der Verzicht auf Nachwuchs der größtmögliche Beitrag sei, den jeder Einzelne zum Klimaschutz leisten könne – und wieso Eltern ihrer Meinung nach ökologische Schuld auf sich laden, wenn sie ein Baby in die Welt setzen.

Im Video diskutiert Verena Brunschweiger mit Vollblut-Mutter Petra Strikel, die überzeugt davon ist, dass Kinder das größte Glück der Welt sind.

58,6 Tonnen CO2 pro Kind und Jahr

Verena Brunschweiger war genervt von den ständigen Nachfragen, wann sie Kinder möchte. Dem österreichischen "Kurier" sagte sie im Interview: "Die ganze Kultur ist darauf ausgerichtet, Kinder zu wollen. Wenn man als Frau davon abweicht, fällt man negativ auf."

Doch ihre persönliche Einstellung ist nicht der Hauptgrund, warum die Gymnasiallehrerin keinen Nachwuchs will: In ihrem Buch legt sie dar, dass jedes eingesparte Kind pro Jahr 58 Tonnen CO2 einspare – im Vergleich zu etwa Recycling mit 0,213 Tonnen jährlich. Die Zahlen stammen, wie sie dem Radiosender "WDR5" erklärte, aus einer kanadischen Studie, die für alle entwickelten Länder gelte – auch für Deutschland. Weiterhin sagt sie: "Es gibt Eltern, die mit Scheuklappen durch die Welt gehen: Die Natur ist egal, alle anderen Menschen sind egal. Sie schauen nur noch auf sich und ihr Kind."

"Kinderfrei" ist nicht "kinderlos"

Verena Brunschweiger - "Kinderfrei statt kinderlos"
Verena Brunschweigers neues Buch ist ein Manifest für ein kinderfreies Leben.
© Büchner Verlag

Dazu will die 38-Jährige nicht gehören. Sie beschreibt sich selbst als "überzeugte Nichtmutter" und macht deutlich: "Kinderfrei" bleiben sei eine bewusste Entscheidung, "kinderlos" heiße, eines zu wollen, aber nicht bekommen zu können. Früher konnte sie sich noch vorstellen, eine Familie zu gründen – doch je mehr sie recherchierte, desto größer wurde ihre Überzeugung: "Ich könnte das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren."

Autorin hat nichts gegen Kinder, die schon da sind

In ihrem Beruf als Lehrerin am Gymnasium sieht die Autorin keinen Widerspruch zu ihrer Einstellung: Ihre Schüler tun ihr leid, weil sie in dieser Zeit jung sind – gerade wegen des Klimas. "Will ich beitragen zu Überbevölkerung und Umweltverschmutzung oder will ich es schön haben für Leute wie mich und die Kinder, Pflanzen und Tiere, die schon da sind?" Für Verena Brunschweiger ist die Antwort längst klar.