Demonstranten zogen nach Schweigemarsch weiter

Corona-Demo in Berlin: Attila Hildmann wieder festgenommen

Zahlreiche Gegner der Corona-Politik in Deutschland sind schweigend durch Berlin gezogen. Darunter auch Vegankoch und Verschwörungtheoretiker Attila Hildmann.
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10. Oktober 2020 - 21:50 Uhr

Nur Schweigen reichte wohl doch nicht

Zahlreiche Gegner der Corona-Politik in Deutschland sind zunächst schweigend durch Berlin gezogen. Es seien mehrere Tausend Teilnehmer vor Ort gewesen, sagte eine Polizeisprecherin am Samstag. Darunter auch Attila Hildmann. Der Vegankoch und Verschwörungtheoretiker wurde nach dem Schweigemarsch erneut festgenommen.

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Attila Hildmann erneut nach Demo in Berlin festgenommen

Laut der "Berliner Morgenpost" seien Hildmann und vier seiner Mitstreiter vorläufig festgenommen worden. Nach dem Schweigemarsch zum Großen Stern protestierten die Gegner der Corona-Maßnahmen bis zum Abend am Alexanderplatz weiter, heißt es. Dort hatte der Berliner Ableger von "Querdenken" eine Kundgebung unter dem Motto "das Schweigen brechen" angemeldet. Anders als zuvor, hielten sich offenbar viele Teilnehmer nicht an die Corona-Maßnahmen, darunter wohl auch Hildmann.

Es ist nicht das erste Mal, dass Hildmann bei einer Demo von Beamten weggebracht wird. Zuletzt wurde er bei einer Corona-Regel-Gegner-Demo am 29. August in Berlin festgenommen. Zuvor hatte er versucht, eine Absperrung an der Reichstagswiese zu überwinden und eine nicht angemeldete Kundgebung abzuhalten.

„Schweigemarsch gegen Rassismus und für unsere Menschenrechte“

Angemeldet war die Demonstration, die am Mittag am Adenauerplatz startete, unter dem Titel "Schweigemarsch gegen Rassismus und für unsere Menschenrechte". Vom Anmelder angekündigt waren laut Polizei 20.000 Teilnehmer. Ziel sollte am Nachmittag der Große Stern sein.

Die Teilnehmer des Marsches hielten Abstand zueinander und trugen größtenteils Mund-Nasen-Schutz, als sie den Kurfürstendamm entlangliefen. Es gab zunächst keine politischen Bekundungen. Später schrieben Polizisten Anzeigen wegen Verstößen einer kleineren Gruppe gegen die Hygieneregeln, wie die Polizei twitterte. Teilnehmer waren im Online-Aufruf zur Demo dazu angehalten worden, Schilder, Banner, Fahnen und Kleidung mit Parolen und Symbolen zu Hause zu lassen. Im ersten Block wolle man "möglichst ausschließlich Frauen laufen lassen", hieß es.

„Wir sind ein bunter Mix verschiedener Menschen“

"Wir sind ein bunter Mix verschiedener Menschen, welche fernab von allen politischen Ausrichtungen, Ethnien oder Einkommensverhältnissen, mit der Politisierung des Coronavirus und der daraus erfolgten Einschränkung unserer Menschenrechte nicht einverstanden sind", hieß es im Aufruf. Dieser wurde zum Beispiel auch im Telegram-Kanal von Hildmann geteilt.

Die Teilnehmerinnen an der Spitze des Zuges hielten ein Transparent mit der Aufschrift "Wir müssen reden!". Nach Angaben auf der Website des Marsches wird Gesprächsbedarf zum Beispiel in Hinblick darauf gesehen, "dass die Pandemie von nationaler Tragweite beendet wird - ohne Impfstoff!". Es reiche mit "permanenten Angstkampagnen".

Gegnern der Corona-Maßnahmen ziehen durch Berlin

Seit dem Frühjahr hatte es mehrfach sogenannte Hygienedemonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen in Berlin gegeben. Bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte eine Demo mit Zehntausenden Teilnehmern Ende August. Darunter waren auch größere Gruppen von Reichsbürgern, zudem auch einige kleinere Gruppen von deutlich erkennbaren Rechtsextremisten und Neonazis. 300 bis 400 Demonstranten überwanden damals Absperrgitter am Reichstagsgebäude. Sie stürmten die Treppe hoch und bauten sich triumphierend vor dem Besuchereingang auf.

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