RTL News>News>

Arizona (USA): Polizei lässt Sean Bickings (34) im See ertrinken - "Ich werde nicht hinter dir herspringen"

Polizeieinsatz in Tempe (USA) endet tödlich

"Ich werde nicht hinter dir herspringen": Polizisten lassen Mann (34) direkt vor ihren Augen ertrinken

US-Polizisten lassen Mann in See ertrinken Sie sahen nur zu
01:15 min
Sie sahen nur zu
US-Polizisten lassen Mann in See ertrinken

30 weitere Videos

Während eines Polizeieinsatzes in den USA geht Sean Bickings in einem See schwimmen. Obwohl er kurz danach um Hilfe ruft, eilen ihm die Polizisten nicht zu Hilfe. „Ich werde nicht hinter dir herspringen“, sagt einer der Beamten. Die Aufnahmen einer Bodycam der Einsatzkräfte sind verstörend, der Mann ertrinkt vor ihren Augen. Der Polizei schlägt nun eine Welle der Kritik entgegen, sie verteidigt die Beamten aber dennoch: Diese hätten nach Vorschrift gehandelt, heißt es.

Tempe (USA): Mann (34) ging freiwillig im See schwimmen

Als die drei Polizeibeamten am 28. Mai am Stausee in Tempe (USA) eintreffen, wirkt die Situation zunächst wenig bedrohlich. Sie und ihr Mann hätten gestritten, gibt Bickings‘ Frau in den Aufnahmen der Bodycam zu. Doch er habe sie nicht geschlagen oder bedroht, alles sei in Ordnung.

Die Polizisten überprüfen daraufhin Bickings‘ Personalien. Der 34-Jährige sei obdachlos gewesen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Tempe. Laut der „Arizona Republic“ sei er zuvor zudem mehrfach mit der Polizei in Konflikt gekommen.

Doch Bickings flieht nicht. Der 34-Jährige klettert ruhig über einen Zaun am Rand des Seeufers. „Ich darf doch gehen, oder?“, fragt er die Polizisten noch. „Du kannst nicht in dem See schwimmen, Mann“, antwortet einer der Beamten. Doch Bickings hört nicht auf ihn, steigt ins Wasser und beginnt zu schwimmen.

Lese-Tipp: Laut Augenzeugen war sie schwanger und unbewaffnet: Polizei schießt fünfmal auf junge Frau

„Bitte, bitte, bitte“: Mann (34) ertrinkt vor den Augen der Polizisten

„Was meinst du? Wie weit kann er schwimmen“, fragt einer der Polizisten noch seinen Kollegen. Dann enden die öffentlich einsehbaren Aufnahmen der Bodycam. Der restliche Teil des Videos sei „sensibel“, sagt die Polizei. Stattdessen veröffentlicht sie ein Transkript der Geschehnisse.

Nach etwa 40 Metern fängt Bickings demnach an zu rufen: „Ich ertrinke! Ich ertrinke!“. „Nein, tust du nicht“, antwortet einer der Polizisten. „Ich werde nicht hinter dir herspringen“, sagt ein anderer. Sie wollen auf ein Polizeiboot warten, das verständigt worden sei.

„Bitte, bitte, bitte“, ruft Bickings laut dem Transkript erneut. Auch seine Frau fleht die Polizisten nun an, ins Wasser zu springen. „Wenn Sie sich nicht beruhigen, setzen wir Sie ins Auto“, weist ein Polizist sie zurecht. „Ich bin einfach verzweifelt, weil er direkt vor Euch ertrinkt und ihr ihm nicht helft“, sagt die Frau. Sie bekommt keine Antwort mehr.

Kurz darauf ist Bickings tot. Einer der Polizisten sagt noch, dass er seit mehr als 30 Sekunden nicht mehr aufgetaucht sei. Dennoch warten die Beamten weiter auf das Boot. Erst sechs Stunden später wird die Leiche des 34-Jährigen aus dem See gezogen.

Lese-Tipp: Polizisten retten erstickendes Baby - ihre Bodycam filmt den dramatischen Einsatz

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Polizei von Tempe verteidigt Vorgehen der Polizisten

„Unsere Trauer ist genau so groß, wie die Trauer in der gesamten Stadt“, teilt die Polizei von Tempe in einem Statement mit. „Niemand wollte, dass dieser Vorfall so endet, wie er geendet ist.“

Doch die Organisation verteidigt auch das Vorgehen der Polizisten. „So eine riskante Rettung zu versuchen, kann ganz schnell den Tod der Person im Wasser und des Polizisten zur Folge haben“, schreibt die Polizei. „Polizisten werden so ausgebildet, dass sie die Feuerwehr oder ein Polizeiboot rufen sollen. Das haben die Polizisten in diesem Fall getan.”

Die drei Polizisten wurden vorübergehend vom Dienst suspendiert, ihr Gehalt bekommen sie währenddessen weiter. Dieses sei die „übliche“ Vorgehensweise bei Einsätzen mit Todesfolge, so die Polizei. Das Verhalten der Polizisten soll nun in einer internen Ermittlung untersucht werden. (jda)