Staatsschutz ermittelt

Angeblich bewaffneter Rathausbesucher in Hamburg: Wollte er zu Bürgermeister Tschentscher?

Das Hamburger Rathaus: Hier soll am Freitagabend ein möglicherweise bewaffneter Unbekannter nach Bürgermeister Peter Tschentscher gesucht haben.
Das Hamburger Rathaus: Hier soll am Freitagabend ein möglicherweise bewaffneter Unbekannter nach Bürgermeister Peter Tschentscher gesucht haben.
RTL Nord

von Vanessa Fritz, Jürgen Wittrin und Julia Lübbersmeyer

Am vergangenen Freitagabend soll ein angeblich bewaffneter Mann das Hamburger Rathaus besucht haben. Dort soll er nach Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) gefragt haben. Als er offenbar erfuhr, dass dieser nicht da ist, soll er das Gebäude verlassen haben. Aktuell sucht die Polizei nach dem Unbekannten.

Trug der Unbekannte wirklich eine Waffe bei sich?

Der Ort des Geschehens: Das Foyer des Hamburger Rathauses.
Der Ort des Geschehens: Das Foyer des Hamburger Rathauses.
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Gegen 20.15 Uhr soll der unbekannte Mann auf eine Mitarbeiterin des Rathauses zugegangen sein und sich nach dem Bürgermeister erkundigt haben. Sie soll daraufhin erklärt haben, dass dieser aktuell nicht zugegen sei und der Herr es am Montag erneut versuchen solle. Daraufhin trat er offenbar den Rücktritt an, drehte sich aber wohl kurz vor Verlassen des Gebäudes nochmal um. In dem Moment meint die Rathaus-Mitarbeiterin eine Waffe in der Hand des Unbekannten erkannt zu haben, sie rief sofort die Polizei: „Wir haben bisher tatsächlich die Zeugenaussage dieser Mitarbeiterin, das müssen wir sehr ernst nehmen und das tun wir auch (….) aber es gibt bisher keine weiteren Zeugenaussagen dazu und keinen objektiven Beweis aktuell, dass es diese Waffe gegeben hat“, erläutert Sandra Levgrün von der Polizei Hamburg im Gespräch mit RTL. Weiterhin kann die Polizei nicht ausschließen, dass „der Gegenstand in der Hand, als Waffe fehlinterpretiert wurde“, so Sandra Levgrün weiter. Bei der Waffe hätte es sich auch um einen Regenschirm oder ähnlichen Gegenstand handeln können.


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Staatsschutz ermittelt

„Der Staatsschutz hat die Ermittlungen jetzt aufgenommen, sie laufen wirklich Tag und Nacht“, bestätigte Sandra Levgrün weiter. Mittlerweile wurde ein Phantombild des Unbekannten erstellt. Dieses Bild existiere aktuell aber nur in der internen Fahndung. Laut Aussage der Rathaus-Mitarbeiterin sei der gesuchte Unbekannte zwischen 50 und 55 Jahre alt, habe dunkle Haare und einen gepflegten Drei-Tage-Bart. Insgesamt soll er eine sehr gepflegte Erscheinung gehabt haben.

Was die Person genau von Bürgermeister Tschentscher wollte, ist bislang unklar – der Bürgermeister selbst soll zu keinem Zeitpunkt an diesem Abend in Gefahr gewesen sein, bestätigt die Polizei. Sie prüft jetzt mit der Staatsanwaltschaft, ob das Phantombild auch in die öffentliche Fahndung integriert werden kann.