Aggressiver Brustkrebs in der Schwangerschaft diagnostiziert

Amerikanerin bringt gesundes Baby nach Chemotherapie zur Welt

© Loma Linda University Health

21. Oktober 2019 - 12:05 Uhr

Jade Devis wollte für sich und ihr Baby kämpfen

Jade Devis (36) aus dem US-Bundesstaat Kalifornien war erst wenige Wochen schwanger, als sie die erschütternde Diagnose Brustkrebs (Mammakarzinom) erhielt. Ärzte verordneten ihr eine Chemotherapie und rieten ihr zu einem Schwangerschaftsabbruch, doch Devis wollte kämpfen - für sich und ihr Baby. Ihre bewegende Geschichte gleicht einem Wunder.

Jade Devis rettete sich selbst das Leben

"Ich wusste nicht, was ich von der Schwangerschaft halten soll, bis mir gesagt wurde, dass ich sie nicht fortsetzen sollte", erklärte Devis in einem Statement der Website des "Loma Linda University Health"-Krankenhauses, in dem sie behandelt wurde. "Ich wollte mein Baby behalten, weil ich es keinem Fremden erlauben würde, über das Schicksal meines Kindes zu entscheiden."

Im März 2019 hatte Devis einen harten Knoten in ihrer Brust ertastet und wusste sofort, dass etwas nicht stimmte. Ihr Frauenarzt schickte sie zu einem Radiologen, doch der Experte glaubte, dass der Knoten nur eine Begleiterscheinung ihrer Schwangerschaft war. Devis forderte darauf eine Biopsie und bekam die Diagnose: dreifach-negativer Brustkrebs im 2. Stadium. Eine sehr seltene und aggressive Form von Krebs.

Devis rettete sich selbst das Leben: "Wenn ich es ignoriert hätte, wäre ich tot", erklärte Devis im Statement des Krankenhauses.

Triple-negativer Brustkrebs

Am dreifach-negativen Brustkrebs erkranken meist junge Frauen, schreibt das ONKO-Internetportal auf seiner Webseite. Der Tumor kann nicht gezielt angegriffen werden, da sich auf der Oberfläche der Krebszellen keine Bindungsstellen, sogenannte Rezeptoren, für die Hormone Östrogen oder Progesteron, befinden - wie es bei 80 Prozent der übrigen Brustkrebserkrankungen ist. Tumore wachsen in diesem Fall schnell und sehr aggressiv, reagieren nicht auf antihormonelle Behandlung oder eine Therapie mit Antikörpern. Man muss zur Bekämpfung oft immer wieder neue Medikamente anwenden.

Devis' Kampf gegen den Krebs

Weil Devis' Krebsform aggressiver als andere Formen der Krankheit ist, war es schwieriger, sie zu behandeln, doch die 36-Jährige gab sich und ihr ungeborenes Baby nicht auf: "Sein Herz schlug. Ich konnte ihn in mir fühlen. Er hat gekämpft, also musste ich auch kämpfen", erinnert sich die Mutter im Interview mit dem US-Fernsehsender KTLA.

Devis fand am "Loma Linda University Health"-Krankenhaus ein Team aus Ärzten, das ihr durch die schwere Zeit half - dazu gehörten ein Apotheker, ein Ernährungsberater, eine Krankenschwester, Sozialarbeiter und ein Geburtshelfer für Hochrisikogeburten.

Gesundes Baby und keine Metastasen

Nach etlichen Chemo-Infusionen brachte Devis ihren Sohn Bradley im Juli 2019 zur Welt. Der Junge war kerngesund und eine Untersuchung zeigte bei Devis keinerlei Anzeichen dafür, dass ihr Krebs Metastasen gebildet hatte. Die Ärzte des Krebs-Centers der Loma Linda sind guter Dinge: "Sie wird am Ende ihrer Behandlung krebsfrei sein."

​"Mein Baby ist mein Wunderkind", weiß Devis. "Es ist surreal, sich daran zu erinnern, dass meine Schwangerschaft mit außergewöhnlicher Angst verbunden war. Ich fühle mich gesegnet, wenn ich meinen Sohn ansehe, ich kann nicht mehr verlangen."

Was ist ein Mammakarzinom?

Typische Veränderungen Ihrer Brust erkennen und richtig reagieren: Alles zu den Symptomen, Ursachen und Heilungschancen erfahren Sie hier.