Ein Fazit nach sechs Monaten ohne Hormone

Adiós Anti-Baby-Pille - und hallo Pickelgesicht

© RTL, Joel Drießen

22. Mai 2019 - 16:24 Uhr

von Jasmin Bergmann

Ich habe die Anti-Baby-Pille abgesetzt. Nicht etwa, um schwanger zu werden – nein. Sondern um mich selbst kennenzulernen. Um herauszufinden: Wer bin ich eigentlich ohne Hormone? Bereits nach den ersten drei Monaten merkte ich Veränderungen. Nun, nach einem halben Jahr, ziehe ich erneut ein Fazit zu meinem hormonfreien Leben.

Schlimmer geht immer

Dachte ich nach den ersten drei Monaten "Pickeliger kann mein Gesicht nicht mehr werden", wurde ich nun eines Besseren belehrt: Schlimmer geht immer! Eigentlich bin ich nicht so die Schminkerin. Ein leichtes Tages-Make-up, ein Dutt und fertig. Mittlerweile klatsche ich mir flüssiges Make-up, Abdeckstift und Puder ins Gesicht. Ich gehöre jetzt zu den Frauen, die nicht ungeschminkt aus dem Haus gehen wollen und immer ein Puderdöschen in der Handtasche mit sich herumtragen. Denn ich weiß nie, wann wieder ein neuer Pickel sprießt.

Mein neuestes Experiment: Teebaumöl. Nachdem Heilerde-Masken ihre Versprechen nicht einhalten konnten, ist nun das Wunderöl dran. Meine Erwartungen sind hoch. Seit zwei Wochen schmiere ich es mir jeden Abend vor dem Schlafengehen auf die roten Stellen. Es stinkt höllisch. Der Bestand meiner Nasenhaare hat sich, glaube ich, bereits minimiert. Nun tropfe ich Lavendelöl auf mein Kopfkissen, um besser einschlafen zu können.

Mein armer Freund weiß gar nicht mehr, wohin mit seiner Nase. Aber hey, meine Pickel sind schon weniger rot und weniger groß – zumindest gefühlt. Alles nur Einbildung, sagt mein Freund. Aber er liebe mich eh, mit oder ohne Pickel. Ja nee, ist klar.

Pickel kommen, Stimmungsschwankungen gehen

Doch nun zu meinen inneren Werten. Mir geht's nämlich richtig gut. Bereits nach drei Monaten merkte ich, dass meine Stimmungsschwankungen deutlich nachlassen und weniger explosiv sind. Zur Freude meiner Mitmenschen. Und so blieb es auch. Ich fühle mich irgendwie entspannter, irgendwie relaxter und es Bedarf mehr Mühe als davor, mich auf die Palme zu bringen.

Außer kurz vor und während meiner Periode, da taucht die Impulsive und Temperamentvolle in mir wieder auf. Aber einmal im Monat darf sie das auch – oder? Bei den Schmerzen und Krämpfen ist das schließlich auch kein Wunder. Denn die wurden seit dem Hormonentzug eindeutig stärker. Und die Verblutungsängste, die ich seither habe. Ehrlich. Keine Übertreibung.

Ich hatte Angst, dass mit mir etwas nicht stimmt

Bisher bin ich aber einfach nur froh, dass ich überhaupt wieder meine Periode bekomme. Fast vier Monate musste ich nach dem Absetzen nämlich auf sie warten. In dieser Zeit merkte ich erst einmal, was mir fehlt. Nicht das monatliche Verbluten, nein. Aber das Gefühl, eine Frau zu sein. Irgendwie fehlte etwas.

Außerdem hatte ich echt Angst, dass mit mir etwas nicht stimmt (und dass ich es wegen der Pille gar nicht mitbekommen hatte). Schließlich zwingen die Hormone den weiblichen Körper zu einem regelmäßigen Zyklus. Ist mit meiner Gebärmutter alles in Ordnung? Kann ich überhaupt Kinder bekommen? Nicht, dass ich jetzt schon welche will. Aber irgendwann. In weiter Zukunft. Gedanken, die mir bisher noch nie und plötzlich nur noch durch den Kopf schwirrten.

Bleibt nur noch die Frage der Verhütung. Leider habe ich bisher im hormonfreien Kosmos noch nicht das Richtige und für mich Passende gefunden. Meine Suche ist noch nicht beendet.