Dabei sind weder Ticket noch Bus vergoldet

Absurd! Die teuerste Sightseeing-Tour der Welt führt durch Hamburg

Die teuerste Sightseeing-Tour der Welt führt durch Hamburg Busfahrt, die wütend macht
00:42 min
Busfahrt, die wütend macht
Die teuerste Sightseeing-Tour der Welt führt durch Hamburg

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von Anna Sinning und Henrik Zinn

Sightseeing-Touren sind langweilig? Diese nicht! Aber sie macht vielleicht wütend. Auf einer Tour durch Hamburg präsentiert der Bund der Steuerzahler den Gästen die gravierendsten Steuerverschwendungen auf einem Silbertablett. An diesen Stationen wird IHR Geld buchstäblich verbrannt. Was die Steuerzahler davon halten, womit ihr Geld verschwendet wird, sehen Sie im Video.

Hamburg: Schwarzbuch-Bustour zeigt, wo ihre Steuergelder landen

Das Schwarzbuch 2022/2023 präsentiert die signifikantesten Steuerverschwendungen aus den letzten Jahren.
Das Schwarzbuch 2022/2023 präsentiert die signifikantesten Steuerverschwendungen aus den letzten Jahren.
RTL Nord

Man weiß nicht so wirklich, ob man lachen oder weinen soll. Passend zum 50. Geburtstag des Schwarzbuches, welches die sinnlosesten durch Steuergelder finanzierten Projekte auftischt, hat der Bund der Steuerzahler in Hamburg eine besondere Aktion ins Rollen gebracht. Die Schwarzbuch-Bustour kutschiert seine Gäste zu den Orten, an denen inzwischen die schwerwiegendsten Hamburger Verschwendungsfälle aus den vergangenen 50 Jahren stehen. Auf der knapp vierstündigen Tour können die Steuerzahler ihrem Geld ein letztes Mal goodbye sagen.

Steuersünde Maurienbrücke Barmbek

Ob das Geld gut investiert ist, darf aber stark bezweifelt werden. Die neun angesteuerten Ziele wiegen schwer: Hier schlummert ein Vermögen von mehr als einer Milliarde Euro und jeder Bürger hat seinen hart erarbeiteten Teil dazu beigetragen.

Erster Halt der „Schwarzbuch-Bustour“ ist die Maurienbrücke in Barmbek. Sie soll die Fußgänger sicher über den Osterbekkanal bringen, so schön so gut. Der Haken: Links und rechts der Brücke, jeweils nur wenige Meter entfernt, stehen bereits zwei Überführungen, welche für genügend Sicherheit sorgen. Eine absolute Fehlplanung, welche die Steuerzahler 2,7 Millionen Euro kostet.

Lese-Tipp: Toilette so teuer wie ein Einfamilienhaus- die Steuersünden aus Niedersachsen und Bremen.

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Hamburger SV wirft die Kohle in den Kamin

Diese Steuersünden in Hamburg haben den Steuerzahler richtig viel Geld gekostet.
Das Volksparkstadion sollte saniert werden, wurde es aber nicht.
RTL Nord

Weiter geht die wilde Fahrt zum Hamburger Congress Center. Das in diesem Jahr wieder eröffnete Gebäude kostete schlappe 103 Millionen Euro. Auch die Universität genießt einen Steuer-Luxus. Das 22.000 Quadratmeter große „Haus der Erde“, in welchem zu den Klima- und Genwissenschaften geforscht wird, beanspruchte 120 Millionen Euro.

Eine wahre Verbrennungsanlage ist das Fußballstadtion des Hamburger SV. Für 23,5 Millionen Euro sollte das Volksparkstadion saniert werden. „Das Geld ist weg und die Sanierung, wie sie sehen, ist weder angefangen noch fertig“, sagt Petra Ackmann vom Bund der Steuerzahler.

Fahrradparkhaus ohne Fahrradrampe

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Mit Treppen können Fahrradbesitzer leider wenig anfangen.
RTL Nord

Auch vor dem Nachhaltigkeitszentrum „ViVo“ macht die Tour keinen Halt. Das erste öko-Shoppingcenter mag zwar einen sparsamen Fußabdruck haben, für unsere Kohle gilt das aber ganz und gar nicht. Das Einkaufserlebnis lassen sich die Steuerzahler 50 Millionen Euro kosten.

Ein besonderes Highlight ist das Fahrradparkhaus U-Kellinghusen. Dank der ausgegebenen drei Millionen Steuergelder kann man sein Fahrrad überdacht parken. Für eine Auffahrt in das Parkhaus hat jedoch das nötige Kleingeld gefehlt, das Rad muss also zum Parkplatz getragen werden.

Lese-Tipp: Hierfür wurde in Hamburg und Schleswig-Holstein noch unnötig viel Geld ausgegeben.

Die angesteuerten Reiseziele sind erst der Anfang

Die Elbphilharmonie ist der Rekordhalter: Sie hat 800 Millionen Euro an Steuergeldern verschlungen.
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action press, ActionPress

Für die Alsterschwimmhalle und den alten Elbtunnel werden zusammen weitere 90 Millionen Euro fällig. Für den finalen Akt haben sich die Organisatoren einen richtigen Leckerbissen herausgesucht. Platz eins belegt natürlich die glamouröse Erbphilharmonie. Schade nur, dass dieser Steuerkracher ein riesiges Loch in das Portemonnaie reißt. „Wir haben am Anfang einen Preis gehabt von 77 Millionen Euro, daraus sind fast 800 Millionen geworden und das steht schon für sich“, erzählt Reiner Holznagel vom Bund der Steuerzahler im Gespräch mit RTL. Unter dem Strich sind die Steuerzahler nach der Tour gute 1,1 Milliarden Euro leichter, rekordverdächtig!