60.000-Einwohner-Insel ärgert Putin

Hunderte russische Linien-Flieger dürfen nicht mehr fliegen

Eine Maschine der russischen Fluggesellschaft Aeroflot. Künftig müssen die auf Bermuda registrierten Maschinen der Airline am Boden bleiben.
Eine Maschine der russischen Fluggesellschaft Aeroflot. Künftig müssen die auf Bermuda registrierten Maschinen der Airline am Boden bleiben.
Reuters

Zahlreiche Flugzeuge von russischen Airlines müssen am Boden bleiben, weil Bermuda ihnen die Flugtüchtigkeit entzieht. Viele Fluglinien aus Russland haben ihre Flugzeuge auf der Karibik-Insel registriert. So kann das winzige Eiland das flächenmäßig größte Land der Erde ganz schön ärgern.

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Mini-Insel ärgert Kreml-Diktator

Die Bermuda Civil Aviation Authority (BCAA) teilte am Samstag (Ortszeit) mit, dass sie nicht mehr in der Lage sei, russische Flugzeuge zu überwachen. Daher entzog sie kurzerhand allen russischen Flugzeugen, die auf dem britischen Überseegebiet registriert sind, die Lufttüchtigkeit –und somit die Möglichkeit, abzuheben. Als Grund nannte sie die internationalen Sanktionen wegen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. Die Anordnung sei bereits in Kraft, die „Bild“ berichtete zuerst darüber.

Aeroflot und Pobeda betroffen

Viele Flugzeuge der staatlichen, russischen Fluglinien Airline Aeroflot und deren Tochtergesellschaften Rossija und Pobeda sowie S7 Airlines und UTair sind von der Anordnung betroffen. Um hohe Importsteuern für im Ausland gefertigte Flugzeuge zu vermeiden, ließ Aeroflot seine Flugzeuge der Hersteller Airbus und Boeing auf Bermuda zu registrieren.

Der Entzug der Lufttüchtigkeit ist nur eine von mehreren Auswirkungen der westlichen Sanktionen gegen Russland wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. So hat die EU auch angeordnet, dass Russland keine Passagiermaschinen und Ersatzteile mehr erhalten darf. Die Maschinen dürfen zudem nicht mehr gewartet und versichert werden. Auch das dürfte Airlines wie Aeroflot hart treffen, die fast nur Maschinen von Airbus und Boeing einsetzen. (jek/dpa)