US-Präsident Joe Biden gab den Befehl

FBI gibt geheime Akten zu den Terroranschlägen vom 11. September frei

Die Zwillingstürme des World Trade Centers brennen hinter dem Empire State Building. Am 11. September 2001 hatten islamistische Terroristen drei gekaperte Flugzeuge in das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington gesteuert.
Die Zwillingstürme des World Trade Centers brennen hinter dem Empire State Building. Am 11. September 2001 hatten islamistische Terroristen drei gekaperte Flugzeuge in das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington gesteuert.
© deutsche presse agentur

13. September 2021 - 10:22 Uhr

US-Präsident Joe Biden gab dem FBI die Anweisung

Nach 20 Jahren ließ der US-Präsident die Informationen veröffentlichen: Die US-Bundespolizei FBI hat das erste Dokument in Zusammenhang mit ihren Ermittlungen zu den Anschlägen am 11. September 2001 und mutmaßlichen Verwicklungen der saudiarabischen Regierung freigegeben. Das FBI befolgte am Samstag damit eine Anweisung von US-Präsident Joe Biden. Angehörige der Opfer hatten diesen Schritt zuvor gefordert.

Saudi-Arabien begrüßt Veröffentlichung der Dokumente

In dem teilweise geschwärzten 16-seitigen Dokument werden Kontakte zwischen den Entführern der vier Passagiermaschinen und saudiarabischen Beamten skizziert. Es gibt aber keinen Beweis dafür, dass die Regierung in der Hauptstadt Riad an den Anschlägen beteiligt war. Bei dem Angriff kamen fast 3.000 Menschen ums Leben. Ihrer gedachten die USA am Samstag anlässlich des 20. Jahrestages der Anschläge.

Saudi-Arabien hatte immer wieder erklärt, es habe keine Rolle bei den Anschlägen gespielt. Seine Botschaft in Washington gab zunächst keine Stellungnahme zu der FBI-Veröffentlichung ab. In einer Erklärung vom 8. September hatte sie mitgeteilt, Saudi-Arabien habe sich stets für Transparenz in Bezug auf die Ereignisse am 11. September 2001 eingesetzt und begrüße in diesem Zusammenhang die Freigabe von Verschlusssachen durch die USA. Frühere Ermittlungen hätten keinerlei Beweis erbracht, dass die saudiarabische Regierung oder ihre Mitarbeiter vorab über die Anschläge informiert oder in irgendeiner Weise involviert gewesen wären.

Angehörige verklagen Saudi-Arabien nach dem Anschlag am 11. September

15 der 19 Entführer der Flugzeuge kamen aus Saudi-Arabien. Zu den Anschlägen hatte sich die Al-Kaida von Osama bin Laden bekannt. Dieser stammte aus Saudi-Arabien. Eine Kommission der US-Regierung fand keine Beweise dafür, dass Saudi-Arabien, ein enger Verbündeter der USA, Al-Kaida direkt finanziell unterstützt hätte. Offenblieb aber, ob einzelne Beamte in dem Königreich dies taten.

Die Angehörigen von circa 2.500 der Getöteten und mehr als 20.000 Verletzten und etliche Unternehmen und Versicherer haben Saudi-Arabien auf mehrere Milliarden Dollar verklagt. In einer Stellungnahme im Namen der Organisation "9/11 Families United" erklärte Terry Strada, deren Ehemann Tom bei den Anschlägen getötet wurde, das vom FBI veröffentlichte Dokument beseitige alle Zweifel an einer saudiarabischen Mittäterschaft. "Jetzt sind die Geheimnisse der Saudis aufgedeckt, und es ist längst an der Zeit, dass das Königreich sich der Rolle seiner Beamten bei der Ermordung Tausender auf amerikanischem Boden stellt." (dpa)