Urteil im Prozess fälltWie lange muss Marius Borg Høiby in Haft?

Marius Borg Høiby
Heute soll das Urteil gegen Marius Borg Høiby fallen (Archivbild).
dpa

Alle blicken heute auf den Prozess um Marius Borg Høiby!
Die Staatsanwaltschaft will den Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit für lange Zeit hinter Gittern sehen. Die Verteidigung dagegen plädiert auf Freispruch von den schwersten Vorwürfen. Wie entscheidet das Gericht?

Høibys Wort steht gegen das der Frauen

Im Prozess gegen den Sohn der norwegischen Kronprinzessin hat dessen Verteidiger in Oslo laut übereinstimmenden Medienberichten für einen Freispruch von den Vergewaltigungs-Vorwürfen plädiert. „Es gibt keine Beweise, die dafür sprechen, dass Marius für die Vergewaltigungen verurteilt werden kann”, sagte Verteidiger Petar Sekulic der Zeitung Verdens Gang zufolge am Donnerstag. „In keinem der vier Fälle.”

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Die Verteidigung sieht es demnach nicht als erwiesen an, dass Marius Borg Høiby vier Frauen nach norwegischem Recht vergewaltigt hat, während diese laut Anklage schliefen und sich nicht zur Wehr setzen konnten. Videos, die der Angeklagte selbst während der mutmaßlichen Taten gemacht haben soll, seien keine eindeutigen Beweise – und ohne solche stehe Høibys Wort gegen das der Frauen, so Verteidiger Petar Sekulic.

Im Prozess hat die Verteidigung in Oslo laut übereinstimmenden Medienberichten für eine Haftstrafe von eineinhalb Jahren für Marius Borg Høiby plädiert. Damit beziehen sich die Anwälte des 29-Jährigen auf Straftaten, die Høiby gestanden hat. Dabei geht es etwa um Gewalt in der Beziehung zu einer Ex-Freundin, Verstöße gegen ein Kontaktverbot zu der Frau, verschiedene Verkehrsdelikte sowie den Transport von 3,5 Kilo Marihuana.

Høibys Verteidiger: Hat ein mutmaßliches Opfer gelogen?

Sekulic säte Zweifel an der Glaubwürdigkeit vor allem eines der mutmaßlichen Opfer. „Ich glaube, dass sie einen lockeren Umgang mit der Wahrheit und Fakten hat – und dass sie während der sexuellen Handlungen höchstwahrscheinlich wach war”, sagte der Verteidiger laut Verdens Gang. Die Frau hatte Medien zufolge ausgesagt, einen Blackout gehabt zu haben, und nahegelegt, dass ihr jemand Drogen verabreicht hatte.

In anderen Fällen argumentierte Sekulic laut der Zeitung damit, dass die betroffenen Frauen kurz vor den vorgeworfenen Taten bereits mehrfach einvernehmlichen Sex mit Høiby hatten. Sie hätten mit ihm geflirtet, sich von seinem Promi-Status angezogen gefühlt und sich freiwillig auf One-Night-Stands mit ihm eingelassen. Mehrere der Frauen hätten die anschließenden Vorfälle zunächst nicht als Übergriffe betrachtet. Auch hier lasse sich nicht eindeutig klären, ob sie wirklich geschlafen hätten, sagte Sekulic demnach.

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Staatsanwaltschaft fordert Knallhart-Urteil für Høiby

Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch dafür plädiert, Høiby in 39 von 40 Anklagepunkten zu verurteilen und eine Gesamtstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten Haft für Mette-Marits Sohn gefordert. Lediglich für einen Verstoß gegen ein Kontaktverbot solle Høiby freigesprochen werden.

Die Zeit, die er schon in Untersuchungshaft verbracht hat – es sind rund zwei Monate –, soll von der Haftstrafe abgezogen werden. In diesem Punkt sind sich Staatsanwälte und Verteidiger einig. Außerdem verlangt die Anklage ein zweijähriges Kontaktverbot zu einer von Høibys Ex-Freundinnen.

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Prozess um Marius Borg Høiby: Urteil fällt heute!

Der 29-Jährige ist unter anderem wegen vier Fällen von Vergewaltigung nach norwegischem Recht, häuslicher Gewalt gegen zwei Ex-Freundinnen, zahlreicher Verstöße gegen Kontaktverbote, Beleidigung von Polizisten, eines Drogen-Transports sowie mehrerer Verkehrsdelikte angeklagt. Einige der Taten hat Høiby eingeräumt. Die Vergewaltigungs-Vorwürfe hatte er aber bestritten. Das Urteil wird erst später erwartet. Høiby bleibt vorerst in Untersuchungshaft. (nlu/dpa)

Verwendete Quellen: DPA