Prozess in Las VegasMord an Tupac Shakur: 40 Jahre bis lebenslang für den Drahtzieher

Ein Gericht in Las Vegas hat das Strafmaß für Duane "Keffe D" Davis verkündet. Der frühere Gangboss war als Drahtzieher des Mordes an Tupac Shakur verurteilt worden. Vor dem Urteil wandten sich die Geschwister des Rappers mit deutlichen Worten an die Richterin.
Duane "Keffe D" Davis muss für 40 Jahre bis lebenslang in ein Gefängnis in Nevada. Das bedeutet, dass Davis frühestens nach 40 Jahren Haft eine vorzeitige Entlassung auf Bewährung beantragen kann. Das Urteil fiel am Dienstag in Las Vegas, wie das US-Magazin "People" berichtet. Eine Jury hatte den 63-Jährigen bereits am 31. August des Mordes an Tupac Shakur schuldig gesprochen.
Laut "The Hollywood Reporter" ist er der erste und einzige Mensch, der je für den Tod des Rappers verurteilt wurde. Den Abzug soll der frühere Southside-Crips-Anführer nicht selbst gedrückt haben, die Anklage sah in ihm den Mann, der die Befehle gab.
Richterin: "Die Welt hat ihn nie vergessen"
Davis zeigte im Saal kaum eine Regung, als Richterin Carli Kierny sich direkt an ihn wandte. "Sie können einen Mann nicht seiner Familie entreißen, ihm sein Leben und seine ganze Zukunft nehmen und dann einfach davonkommen. Schon gar nicht, wenn dieser Mann Tupac Shakur ist", sagte sie laut "People". Die Welt habe ihn und seinen Tod nie vergessen.
Zuvor hatten Shakurs Geschwister lebenslange Haft gefordert. Schwester Sekyiwa Shakur kämpfte mit den Tränen: "Ich glaube fest daran, wenn du ein Leben nimmst, du jede Minute der Höchststrafe verdient hast. Jede einzelne Minute. Zeit, um dazusitzen und darüber nachzudenken, was du dieser Welt angetan hast." Ihren Bruder beschrieb sie als Vaterfigur. "Er ist so viel mehr als Straßengewalt."
Verraten durch die eigenen Worte
Laut Staatsanwaltschaft war der Anschlag ein Racheakt. Nach einem Boxkampf von Mike Tyson am 7. September 1996 hatte Shakurs Entourage im MGM Grand Davis' Neffen Orlando "Baby Lane" Anderson angegriffen. Der Rapper erlag sechs Tage nach den Schüssen seinen Verletzungen, er wurde nur 25 Jahre alt.
Jahrzehntelang lag der Fall auf Eis, erst im September 2023 wurde Davis festgenommen. Ausgerechnet sein Mitteilungsbedürfnis wurde ihm zum Verhängnis. Die Anklage stützte sich auf ein geheimes Gespräch mit Ermittlern von 2008, auf Interviews und auf seine Memoiren "Compton Street Legend" aus dem Jahr 2019. Darin hatte er laut "The Hollywood Reporter" erklärt, die Waffe besorgt zu haben.
"Ich bin kein verdammter Killer"
Sein Anwalt Michael Sanft stellte Davis im Prozess als Geschichtenerzähler dar. "Er wurde für nichts von dem, was er damals gesagt hat, jemals angeklagt. Und zwar, weil sie wussten, dass er nur Mist erzählt", sagte er vor Gericht. Sanft will in Berufung gehen.
Davis selbst beteuert seine Unschuld. Das Buch habe er nie gelesen, sagte er nach dem Schuldspruch dem "Hollywood Reporter". Zudem rückte er von einer seiner brisantesten Behauptungen ab. Sean "Diddy" Combs habe ihm nie eine Million Dollar für Shakurs Tod angeboten. Combs bestreitet das seit Langem. Was er dem Musikmogul ausrichten würde? "Hilf mir hier drin. Kümmere dich um meine Familie."
(mia/spot)


