Jessica Klepser zwischen Verlust und Neuanfang„Ich würde sie einfach gerne noch mal spüren”

von Frank Fastner, Matthäus Ruffa und Anja Blanuscha

Wie lebt man weiter, wenn das eigene Leben plötzlich zerbricht?
Zum ersten Mal spricht Jessica Klepser vor der Kamera offen über das, was kaum zu begreifen ist. Vor zweieinhalb Jahren verliert sie durch einen Flugzeugabsturz ihre beiden Töchter Madita und Annik und ihren Ex-Partner, RTL-Serienstar Christian Oliver. Wie schafft man es, nach einer solchen Tragödie überhaupt weiterzumachen?

„Hoffe, dass sie mich in meinen Träumen besuchen”

„Mein Antrieb sind die Drei. Das ist, glaube ich, so mein Motor“, sagt Jessica Klepser im RTL-Interview. „Ich versuche viel guten Schlaf zu haben, weil ich immer hoffe, dass sie mich in meinen Träumen besuchen”, schildert die 53-Jährige. Einfach mal durch das Haar wuscheln oder fest in den Arm nehmen – auch nach der körperlichen Nähe zu ihren Kindern hat sie einfach nur Sehnsucht. „Wir waren wahnsinnig körperlich miteinander. Das fehlt mir einfach. Ich würde sie einfach gerne noch mal spüren (...) Ich versuche viel guten Schlaf zu haben, weil ich immer hoffe, dass sie mich in meinen Träumen besuchen”, sagt Jessica Klepser.

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Die Frage nach dem Warum stellt sie sich nicht

Viele Menschen suchen nach einer Erklärung. Jessica versucht, diesen Gedanken nicht zu viel Raum zu geben. „Ich versuche auch diese Frage ,warum?’ mir nicht wirklich zu stellen. Es ist gelaufen, wie es gelaufen ist und das ist halt die Realität jetzt”, sagt sie. Eine Realität, die kein Erbarmen kennt. Am 4. Januar 2024 stürzt das Kleinflugzeug mit ihrer Familie an Bord kurz nach dem Start vor der Karibikinsel St. Vincent ins Meer. Später wird ein Motorschaden als Ursache genannt. Ihre Töchter wurden nur zehn und zwölf Jahre alt, Oliver starb mit 51 Jahren.

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„Ich glaube, die halten sich halt immer noch im Arm”

Zum zweiten Jahrestag des Dramas besuchte Jessica im Januar den Unfallort. Auch, um den Fischern zu danken, die damals ins Wasser sprangen und die Leichen ihrer Liebsten bargen. Dort hört sie auch von einem Mann, der damals vor Ort war, Details über die letzten Momente ihrer Töchter. „Der hat gesagt, der ist dann halt runter und dass sich Maditi und Anniki noch im Arm gehalten haben. Ich glaube, die halten sich halt immer noch im Arm.”

„Beim Trauern gibt es kein Richtig und kein Falsch“

Doch wie verarbeitet man einen Verlust, der alles übersteigt? Jessica hat für sich gelernt, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg finden muss. „Ich glaube, beim Trauern gibt es kein Richtig und kein Falsch. Man muss es machen, wie es sich für dich richtig anfühlt.“ Besonders wichtig ist ihr dabei auch der Umgang anderer Menschen mit Betroffenen. „Wenn man es nicht selber durchgemacht hat, sehr, sehr zurückhaltend mit dem, was man verurteilt.” Und trotz allem versucht sie, nach vorne zu schauen, auch im Sinne ihrer Kinder. „Die drei wollen auf jeden Fall, dass ich auch mal lache und das versuche ich.”

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche