Hape Kerkeling„Ich werde andauernd bedroht”

Hape Kerkeling bekommt den Ehrenpreis des Bayerischen Buchpreises verliehen. (Archivbild)
Hape Kerkeling lebt mit ständiger Bedrohung (Archivbild)
Elisa Schu/dpa

Hape Kerkeling sieht sich im Netz regelmäßig Hass und Bedrohungen ausgesetzt. Deshalb fordert der Komiker und Entertainer ein härteres Durchgreifen der Politik. Auf die Frage, ob er schon einmal in einen Shitstorm geraten sei, sagt der 61-Jährige in einem Interview mit dem Magazin „Playboy“: „Andauernd! Weil ich mich – auch ungefragt – zu politischen Themen äußere, was nicht gerne gesehen wird, aber mich nicht interessiert.“

Kerkeling fordert härtere Gesetze

Relevant wird es für ihn erst, „wenn der Staatsschutz aktiv werden muss, weil wieder irgendein Dödel meint, er muss mich persönlich bedrohen.“ Das erlebt Kerkeling nach eigenen Worten bereits oft. „An die Bedrohungen habe ich mich schon gewöhnt“, so der Komiker.

Der Gesetzgeber habe leider noch keine Möglichkeiten geschaffen, das ordnungsgemäß zu unterbinden. „Zum Beispiel, dass Internet-Plattformen E-Mail-Adressen von Leuten herausgeben müssen, die andere bedrohen. Wir sind da noch wie im Wilden Westen.“

Auslöser solcher Shitstorms sind aus Kerkelings Sicht gesellschaftliche Diskussionen, die sich im Netz zuspitzen. „Ich verhake mich immer dann in Diskussionen, wenn mein Gegenüber – und das können Freunde oder Verwandte sein – an sogenannten alternativen Fakten festhält.“ Dabei handele es sich um Dinge, die nachweislich falsch seien, aber beharrlich als Argument ins Spiel gebracht würden.

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„Da muss ich aufpassen, dass mir nicht der Geduldsfaden reißt, denn für ein Gespräch braucht man eine gemeinsame Basis der Wahrheit“, erklärt Kerkeling. Menschen, die vehement falsche Dinge behaupten, könne man nur mit einer gewissen Konsequenz und Schärfe begegnen. Gleichgültig wegzudrehen, sei ihm vom Charakter her nicht gegeben. „Es gibt diesen Galileo-Moment in mir: Die Erde dreht sich um die Sonne, das ist Fakt. Ich habe ein großes Wahrheitsbedürfnis, darunter leidet dann mein Harmoniebedürfnis.“
Verwendete Quelle: Playboy