Minister-Besuch in MeerbuschDetektivspiel gegen Extremismus: Schüler lernen Radikalisierung erkennen

von Daniel Pfaender

Mit einem digitalen Rollenspiel sollen Jugendliche für die Gefahren islamistischer Radikalisierung sensibilisiert werden. Am Freitag (27.02.) kam das Spiel „Wer ist Bilal?“ in einem Klassenraum in Meerbusch zum Einsatz. Ziel ist es, Jugendliche frühzeitig aufzuklären und ihre Medienkompetenz zu stärken.

Detektivspiel gegen Radikalisierung

Am Freitag (27.02.) haben Schüler in einem Klassenraum in Meerbusch nicht nach einer mathematischen Lösung gesucht, sondern nach einer Person: Bilal. Hinter diesem Namen steckt ein Rollenspiel, das sie sensibilisieren soll – für die Gefahren islamistischer Radikalisierung. „Das Ziel ist, den ganzen Gedankengang, den Finn durchlebt hat, zu verstehen – und ihn natürlich auch im Endeffekt zu finden“, erklärt Schülerin Sophie van Baal. Sie findet, das Spiel bilde das echte Leben erstaunlich glaubwürdig nach: „Dadurch, dass man die ganzen Chats und Sprachnachrichten hat, kann man sehr stark damit interagieren. Ihr Lehrer Oliver Tauke unterrichtet seit 20 Jahren an dem Gymnasium. Er ist begeistert: „Es berührt Themen, die von unmittelbarer Relevanz sind für Schülerinnen und Schüler, gleichzeitig aber auch eine große Vielfalt an Medienkompetenzen vermittelt.“

Kein Social-Media-Verbot, sondern Aufklärung

Ein generelles Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren lehnt NRW-Medienminister Nathanael Liminski (CDU) ab. „Junge Menschen zwischen 14 und 16 und darüber hinaus müssen den Umgang damit lernen. Und dafür ist ‚Wer ist Bilal?‘ auch ein Angebot – möglichst spielerisch sich damit auseinanderzusetzen, dass in dieser Welt Fanatiker und Fundamentalisten unterwegs sind, um junge Menschen zu fangen“, so Liminski.

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Kostenlos und für alle zugänglich

Langfristig soll das Spiel Teil des Unterrichts werden. Aber auch außerhalb der Schule kann jeder mitmachen – die App gibt es kostenlos in den App-Stores.