Collien Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen ihren Ex Anzeige gegen Ulmen: Ist das spanische Recht strenger als das deutsche?
Es soll um Deepfake-Pornos und gefakte Nacktbilder gehen!
Collien Fernandes hat ihren Ex-Ehemann Christian Ulmen angezeigt, weil er jahrelang Fake-Accounts in ihrem Namen erstellt haben soll. Über die sollen Fake-Nacktbilder und KI-generierte Sexvideos der Moderatorin verbreitet worden sein. Das Verfahren läuft jetzt aber in Spanien, wo die 44-Jährige lebt, und nicht in Deutschland. Rechtsanwalt Arndt Kempgens hält das aus Sicht der Moderatorin für eine gute Idee, wie er im RTL-Interview sagt.
Bei bestimmten Straftaten ist Spanien konsequenter
„Aktuell glaube ich, dass bei solchen Straftaten die Strafbarkeit in Spanien viel höher ist als in Deutschland und deswegen macht es auch Sinn, wenn man Anzeige erstatten will, das in einem Land wie Spanien zu machen“, sagt der Jurist.
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Auch Rechtsanwältin Kristin Fieberg, die sich mit dem spanischen Recht gut auskennt, bestätigt: „Spanien geht insbesondere bei Vorwürfen von Gewalt im persönlichen Umfeld oft konsequenter vor als Deutschland.“
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Darum geht es in der Anzeige gegen Christian Ulmen
Laut dem zuständigen Gericht auf Mallorca wurde Anzeige wegen mutmaßlicher widerrechtlicher Aneignung des Personenstands, Geheimnisverrats, öffentlicher Beleidigung, wiederholter Misshandlung und schwerer Drohungen erstattet. Ob es zur Anklage kommt, muss jetzt die Staatsanwaltschaft prüfen, die Ermittlungen laufen noch. Zunächst hatte der Spiegel über die Vorwürfe berichtet.
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Nach der Spiegel-Berichterstattung meldete sich Christian Ulmens Anwalt zu Wort. Prof. Dr. Christian Schertz vertritt die presserechtlichen Interessen des Schauspielers. Er teilte mit: „Die Berichterstattung ist nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig. Wir sind daher auch beauftragt, gegen den Spiegel rechtliche Schritte einzuleiten. Es handelt sich zum einen in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung. Zum anderen werden unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet. Wir bitten daher unbedingt, die Persönlichkeitsrechte von Herrn Ulmen zu beachten und von einer Übernahme einseitiger Vorwürfe Abstand zu nehmen.” Eine RTL-Anfrage ließ Rechtsanwalt Prof. Dr. Schertz zunächst unbeantwortet. Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
Was läuft in Spanien anders als in Deutschland?
Laut Fieberg gibt es in Spanien ein spezialisiertes System für Verfahren, in denen es um Gewalt gegen Frauen und Partnerschaftsgewalt geht. Die Verfahren würden dann häufig „zügiger geführt“, erklärt die Rechtsanwältin. Es gebe spezielle Gerichte, die sich nur um solche Fälle kümmern und die „frühzeitige Schutzmaßnahmen“ verhängen könnte, beispielsweise Kontakt- oder Annäherungsverbote.
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In Bezug auf einige der Vorwürfe, die Collien Fernandes erhebt, kann es also tatsächlich vorteilhaft sein, in Spanien Anzeige zu erstatten. „Bei anderen Delikten wie Beleidigung oder Datenweitergabe bestehen hingegen keine grundlegenden Unterschiede in der Strafandrohung, sondern eher Unterschiede in der Verfahrenspraxis“, erklärt die Anwältin.

Warum hat Collien Fernandes in Spanien Anzeige erstattet?
Sie vermutet eher einen praktischen Grund, dass sich die Moderatorin nicht an die deutsche Polizei gewandt hat. Fieberg meint, „dass die Anzeige in Spanien erstattet wurde, wohl eher und insbesondere damit zusammenhängt, dass sie dort ihren Wohnsitz hat. Das ist üblich und auch von der Zuständigkeit so geregelt.“
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen







































