Norwegens Monarchie unter Druck„So will ich nicht leben“ – Haakon wehrt sich gegen Misstrauen

Für Kronprinz Haakon und seiner Frau Mette-Marit läuft es aktuell gar nicht gut
Für Kronprinz Haakon und seiner Frau Mette-Marit läuft es aktuell gar nicht gut (Archivbild)
picture alliance / Royal Press Europe | Albert Nieboer

Werden sie überhaupt noch König und Königin?
Kronprinz Haakon von Norwegen reagiert auf die Diskussionen, die seine Familie seit Monaten begleiten. Wie die norwegische Zeitung Se og Hør berichtet, stellte sich der 52-Jährige nach der Verleihung des renommierten Abelpreises in Oslo den Fragen der Presse – und sprach dabei über sinkende Zustimmungswerte, die Epstein-Affäre und die Zukunft der Monarchie.

Mette-Marit verliert Rückhalt in der Bevölkerung

Der Druck auf das Kronprinzenpaar wächst. Laut einer Umfrage von Verdens Gang und Aftenposten aus dem März sprechen sich 47 Prozent der Norweger dagegen aus, dass Mette-Marit eines Tages Königin wird. Nur 34 Prozent unterstützen diesen Schritt.

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Zusätzlich glauben fast 70 Prozent der Befragten, dass die Kronprinzessin ihre frühere Verbindung zum inzwischen verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein nicht ausreichend erklärt habe.

Denkt das Paar ans Aufgeben?

Auf die Frage, ob das Königshaus aus den Diskussionen Lehren ziehen müsse, antwortete Haakon überraschend selbstkritisch. Die Familie habe ihre eigenen Abläufe bereits hinterfragt und wolle künftig genauer hinschauen. Gleichzeitig warnte er davor, in pauschales Misstrauen zu verfallen. „Man wird misstrauisch und im schlimmsten Fall verurteilt man auf falscher Grundlage. Und so will ich mein Leben jedenfalls nicht leben“, sagte der Kronprinz.

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Auch die Zukunft der Monarchie kam zur Sprache. Ob vor einer möglichen Thronbesteigung eine Volksabstimmung denkbar sei, ließ Haakon offen. Er verwies stattdessen auf das norwegische Parlament. Als er gefragt wurde, ob er und Mette-Marit angesichts der vielen Belastungen jemals ans Aufhören gedacht hätten, blieb er ebenfalls standhaft. „Ich denke, das liegt beim norwegischen Volk“, erklärte der Kronprinz.

Sorgen um Mette-Marit reißen nicht ab

Neben der Epstein-Debatte belasten auch Gesundheitsprobleme das Königshaus. Mette-Marit leidet seit Jahren an einer chronischen Lungenerkrankung. Zuletzt hatte ein norwegischer Lungenspezialist öffentlich erklärt, ihr körperlicher Spielraum sei inzwischen stark eingeschränkt.

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Dazu kommt die juristische Aufarbeitung rund um Marius Borg Høiby, den Sohn der Kronprinzessin aus einer früheren Beziehung. Die Affäre sorgt seit Monaten für zusätzliche Schlagzeilen. Trotz allem macht Haakon deutlich, dass er weiterhin bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Ob die Norweger diesen Weg mitgehen, dürfte die entscheidende Frage der kommenden Jahre werden. (ajo)

Verwendete Quellen: Se og Hør