Kehrt jetzt Ruhe ein?Kinder müssen draußen bleiben! Freibad zieht die Reißleine

Ab sofort gilt im Freiburger Lorettobad an Wochenenden: Zutritt nur noch für Frauen ab 16 Jahren.
Ab sofort gilt im Freiburger Lorettobad an Wochenenden: Zutritt nur noch für Frauen ab 16 Jahren.
Philipp von Ditfurth/dpa
von Martina Lewinski

Deutschlands einziges Damenbad verschärft seine Regeln.
Ab sofort sind Kinder an Wochenenden im Freiburger Lorettobad tabu. Die Betreiber wollen damit den besonderen Charakter des Bades bewahren und auf den großen Besucherandrang reagieren. Doch die Entscheidung sorgt für reichlich Diskussionen.

Das steckt hinter dem neuen Zutrittsverbot

Das Freiburger Lorettobad zieht seit Jahren Besucherinnen aus der gesamten Region und dem benachbarten Frankreich an. Weil das kleine Damenbad zuletzt regelmäßig an seine Kapazitätsgrenze stieß, verschärfen die Betreiber nun die Regeln: Samstags und sonntags erhalten ausschließlich Frauen ab 16 Jahren Zutritt.

Unter der Woche bleibt das Angebot unverändert. Für Familien steht weiterhin das direkt angrenzende Familienbad ohne Einschränkungen offen.

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Beschwerden über überfülltes Bad

Das Lorettobad ist besonders an heißen Sommertagen stark besucht. Nach Angaben der Betreiber wurde die zulässige Höchstzahl von 450 Gästen zuletzt mehrfach erreicht.

Für zusätzlichen Wirbel sorgte ein offener Brief eines Gründungsmitglieds des Vereins „Freunde des Lorettobads“ an Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn. Darin schilderte der Verfasser Probleme mit großen Besucherinnengruppen, die unter anderem aus dem französischen Elsass anreisen würden.

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Laut dem Schreiben seien einzelne Gruppen ungeduscht oder in Alltagskleidung, langen Gewändern oder sogar Unterwäsche ins Wasser gegangen. Auch regelmäßige Besucherinnen berichteten der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass es an manchen Wochenenden kaum noch möglich gewesen sei, die ruhige Atmosphäre des Damenbads zu genießen. Ihrem Eindruck nach hätten sich vor allem Besucherinnen aus Frankreich nicht immer an die Badeordnung gehalten.

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Matthias Müller, Geschäftsführer der zuständigen Regio-Bäder GmbH, bestätigte gegenüber der „Badischen Zeitung“, dass zuletzt vermehrt größere Gruppen aus dem Elsass angereist seien. Gerade wegen der überschaubaren Größe des Damenbads sei dies eine besondere Herausforderung gewesen. Konflikte hätten bislang jedoch durch Gespräche und deeskalierende Maßnahmen gelöst werden können.

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Entscheidung sorgt für geteilte Reaktionen

Die neue Regelung stößt bei den Besucherinnen auf unterschiedliche Meinungen. Eine Frau berichtete der „Badischen Zeitung“, sie habe sich eigentlich mit ihrer Schwiegertochter und ihrem Enkel im Damenbad treffen wollen und erst am Eingang vom Kinderverbot erfahren. Sie nehme die Entscheidung aber hin und werde künftig den Familienbereich nutzen.

Andere Badegäste begrüßen den Schritt ausdrücklich. Eine Seniorin beschrieb die Stimmung nach Einführung der neuen Regel als „wunderbar“ und sagte: „Wir atmen auf.“

Oberbürgermeister: Ausschluss von Kindern ist schwierig

Auch Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn äußerte sich zu der Debatte. Gegenüber der dpa betonte der parteilose Politiker, der Ausschluss von Kindern und Jugendlichen sei grundsätzlich schwierig.

Aus seiner Sicht gehe es jedoch nicht darum, bestimmte Personengruppen auszuschließen, sondern den enormen Andrang in dem kleinen Damenbad zu begrenzen. „Wenn aus dem Damenbad ein Erlebnisbad wird, dann verliert das Bad seinen Charakter“, erklärte Horn.

Verwendete Quelle: t-online