Royaler Skandal vor Gericht32 Anklagepunkte! Was Marius Borg Høiby wirklich alles vorgeworfen wird

Für Marius Borg Høiby wird es ernst!
Am 3. Februar beginnt in Oslo der Prozess gegen den ältesten Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit. Der 29-Jährige muss sich wegen 32 Anklagepunkten verantworten – und die Liste liest sich wie ein Krimi: Von schweren Sexualdelikten über Gewalt in Beziehungen bis zu Drogen- und Verkehrsdelikten reicht das Spektrum an Vorwürfen, das nun vor Gericht verhandelt wird.

Wie der royale Skandal um Marius Borg Høiby ins Rollen kam

Marius Borg Høiby im Juni 2016
Marius Borg Høiby sorgt für einen der größten royalen Skandale in der Geschichte Norwegens
IMAGO/Bestimage

Es ist einer der prominentesten Gerichtsverfahren Norwegens der vergangenen Jahre – nicht nur wegen der Schwere der Vorwürfe, sondern auch wegen des immensen öffentlichen Interesses, das dieser royale Skandal ausgelöst hat. Die umfangreichen Ermittlungen gegen Marius Borg Høiby begannen im August 2024, nachdem er wegen Körperverletzung an einer Ex-Partnerin und Sachbeschädigung festgenommen wurde. In diesem Zusammenhang wurden Ton- und Videoaufnahmen sowie Aussagen gesichert, die die Polizei alarmierten.

Vor Gericht steht Marius nun wegen 32 Anklagepunkten, darunter vier mutmaßliche Vergewaltigungen, die ihm vier verschiedene Frauen vorwerfen. Insgesamt gebe es sieben Opfer. Bei der fünften Frau gehe es um häusliche Gewalt und bei der sechsten Frau um Körperverletzung. Beim siebten Opfer gehe es um einen Mann, wo es zu Morddrohungen gekommen sei, erklärt uns der norwegisch-deutsche Rechtsanwalt Patrick Lundevall-Unger im RTL-Interview. Es habe noch deutlich mehr Opfer gegeben. „Als die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufnahm, fand man sukzessive 18 Geschädigte. Von diesen 18 Geschädigten musste man runterschrauben auf die sieben Geschädigten. Aufgrund der Beweislage. Also, man hatte entweder nicht genug Beweise, um es zur Anklage kommen zu lassen oder tatsächlich waren einige Posten schon verjährt”, so Lundevall-Unger.

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Für die Taten, für die Anklage erhoben wurde, gebe es „gravierende Beweise”, unter anderem Datenträger. „Hier ist es ja so, dass er (Marius, Anm. d. R.), nachdem er die Taten oder während er die Taten begeht, auf seinem Handy filmt, diese lagert und sogar speichert”, sagt Lundevall-Unger. Außerdem gebe es weitere brisante Fundstücke auf Marius’ Handy und Computer. „Nachdem er merkt, dass die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelt, sieht man aktiv, dass er auf Google geht und den Unterschied zwischen sexueller Belästigung und Vergewaltigung eintippt und recherchiert.” Insgesamt sei die Beweislage „erschütternd”. „Die Staatsanwaltschaft würde nie Anklage erheben, wäre sie sich nicht ziemlich sicher, dass diese Taten hier begangen worden sind”, so Lundevall-Unger.

Prozess gegen Marius Borg Høiby: Vier Fälle von Vergewaltigung

Der wohl gravierendste Teil der Anklage betrifft vier mutmaßliche Vergewaltigungen an vier verschiedenen Frauen. Die Vorfälle sollen sich zwischen 2018 und 2024 ereignet haben, teilweise in Situationen, in denen die Frauen geschlafen haben oder nicht einwilligen konnten. Diese Anschuldigungen stehen im Zentrum des Prozesses und könnten im Falle einer Verurteilung lange Haftstrafen nach sich ziehen.

Bei den Vergewaltigungsdelikten gebe es Unterschiede, erklärt uns Rechtsanwalt Patrick Lundevall-Unger im RTL-Interview. Bei einer Person sei Marius der „klassischen Vergewaltigung” angeklagt. „Hier ist die Person eingeschlafen und dann kam es zu dem Akt.” Bei den anderen drei Opfern habe zunächst eine Zustimmung zum Geschlechtsverkehr vorgelegen. Aber dann seien die Frauen eingeschlafen „und dann kommt es zur Penetration, indem er seine Hände oder seine Finger in den Scheidenbereich der Geschädigten einführt”, so der Rechtsexperte weiter. Das wird von der Staatsanwaltschaft als besonders schwere Verstöße gegen den norwegischen Sexualstrafrechtsparagrafen gewertet.

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Bei einer Frau handele es sich laut Lundevall-Unger um eine prominente Person, eine Influencerin, die im Reality-Bereich tätig ist. Die anderen drei Frauen seien Personen, die Marius zufällig auf einer Party und im Skiurlaub kennengelernt habe. Marius selbst bestreitet die Vergewaltigungsvorwürfe.

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Diese Anklagepunkte gegen Marius Borg Høiby stehen auch in der Anklageschrift

Neben den bereits genannten Punkten umfasst die Anklage mehrere weitere Tatbestände, darunter:

  • Körperverletzung

  • Belästigung und Bedrohung

  • Unbefugtes Filmen und Verletzung der Intimsphäre

  • Zerstörung von Eigentum

Die Staatsanwaltschaft wirft Marius unter anderem körperliche Gewalt gegen Ex-Partnerinnen vor. Dazu zählen Schläge, aggressives Verhalten und Übergriffe, die teils zu sichtbaren Verletzungen führten. Im Zuge der Ermittlungen waren gegen Marius gerichtliche Kontaktverbote gegenüber Ex-Partnerinnen verhängt worden. Die Anklage listet mehrere Fälle auf, in denen er diese Verbote trotz Auflagen gebrochen haben soll – ein Umstand, der die Vorwürfe um Belästigung und Bedrohung weiter verschärft.

In die Anklageschrift wurden auch mehrere Verkehrsdelikte aufgenommen: Marius soll deutlich über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit gefahren sein (u. a. 117 km/h in einer 80er-Zone), und er filmte sich dabei selbst auf einem Motorrad. Solche eigenhändig aufgezeichneten Videos dienten der Polizei als Beweismittel gegen ihn.

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Prozess gegen Marius Borg Høiby: Auch ein schweres Drogendelikt steht in der Anklage

Kurz vor Prozessbeginn hat die Staatsanwaltschaft den Vorwurf erweitert: Marius soll im Jahr 2020 mindestens 3,5 Kilogramm Marihuana entgegengenommen, transportiert und weitergegeben haben. Die Polizei fand nach eigenen Angaben Nachrichten und Daten auf seinen Geräten, die diesen Vorgang bestätigen sollen. Marius hat diese Tat laut Anwalt eingestanden, betont aber, er habe damit kein Geld verdient. Für ein solches Vergehen droht in Norwegen eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche