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Zahnzusatzversicherung für Invisalign: Welche Tarife Aligner bezahlen

Welche Zahnzusatzversicherung übernimmt tatsächlich die Kosten für Invisalign bei Erwachsenen? Diese Übersicht vergleicht vier Tarife und zeigt, wie viel von einer Aligner-Rechnung am Ende bei Ihnen bleibt.

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Bei Zahnersatz rechnen die meisten Tarife auf den Festzuschuss der gesetzlichen Kasse auf. Bei durchsichtigen Schienen für Erwachsene bekommen Sie diesen Zuschuss nicht: Kieferorthopädie ist ab dem 18. Geburtstag keine Kassenleistung, Sie halten die Rechnung in voller Höhe in der Hand. Deshalb entscheidet die Zeile zur Kieferorthopädie für Erwachsene. Eine Zahnzusatzversicherung für Invisalign zahlt nur, wenn Ihr Tarif diese Leistung ausdrücklich einschließt, und bei zwei der vier hier geprüften Tarife bekommen Sie höchstens 2.000 beziehungsweise 2.500 Euro für die gesamte Vertragsdauer zurück (Stand: September 2026).

Das Wichtigste in Kürze

  • Für eine Aligner-Behandlung ab 18 Jahren bekommen Sie von der Kasse nichts; Kieferorthopädie ist nur bis zum 18. Geburtstag Kassenleistung, abgesehen von der Ausnahmeindikation nach § 28 Abs. 2 SGB V.
  • DFV ZahnSchutz Exklusiv 100 erstattet 100 Prozent und ARAG Dent100 90 Prozent, beide ohne eigenen Euro-Deckel für Kieferorthopädie.
  • Bei ZahnGesund 100 von Münchener Verein stehen 2.500 Euro für die gesamte Vertragsdauer, davor zieht der Tarif aber pauschal 35 Prozent als fiktive Kassenvorleistung ab; bei ZAHN Prestige und Komfort der Bayerischen sind es 2.000 Euro.
  • In den ersten Vertragsjahren holen Sie sich nur so viel zurück, wie die Summenstaffel hergibt: 1.750 Euro im ersten Jahr bei DFV, 1.500 Euro bei ARAG und Münchener Verein (Stand: September 2026).
  • Warten müssen Sie bei keinem der vier Tarife, eine bereits angeratene Behandlung schließen die Bedingungen aber aus; dafür bietet die Bayerische das Modul ZAHN Sofort.
Aligner absichern, ohne Euro-Deckel für Kieferorthopädie
Als einziger Tarif dieser Auswahl erstattet ZahnSchutz Exklusiv 100 die Zahnkorrektur ab 18 ohne eigene Höchstsumme und ohne fiktive Kassenvorleistung; begrenzt sind Sie nur durch die Zahnstaffel Ihres Vertragsjahres (Stand: September 2026).

Zahnzusatzversicherung für Invisalign: vier Tarife im Vergleich

Ausgewählt haben wir diese vier, weil ihre Anbieter die Leistung für Versicherte über 18 auf der eigenen Seite ausdrücklich zusagen und die Grenze dafür beziffern. Sortiert sind sie danach, wie viel von einer Aligner-Rechnung bei Ihnen ankommt, nicht nach dem Beitrag.

Oben steht DFV, weil dort weder ein eigener Euro-Deckel noch eine fiktive Kassenvorleistung dazwischenkommt: Sie warten allein darauf, dass die Zahnstaffel anwächst. ARAG folgt: auch dort steht keine eigene Höchstsumme, dafür bleiben Ihnen zehn Prozent jeder Rechnung. Münchener Verein und die Bayerische deckeln fest. Den breiteren Marktüberblick finden Sie im Zahnzusatzversicherung-Vergleich.

DFV: Erstattung in allen KIG-Stufen, ohne Altersgrenze

Die ZahnSchutz-Reihe der Deutschen Familienversicherung reicht von Basis mit 50 bis Exklusiv 100 mit 100 Prozent. Für Aligner kommt nur die oberste Stufe infrage: Sie bekommen dort 100 Prozent für Kieferorthopädie in den KIG-Stufen 1 bis 5, ausdrücklich ohne Altersbegrenzung und ohne gesonderte Höchstsumme.

Ihre einzige Grenze ist die Zahnstaffel: In den ersten zwölf Monaten holen Sie sich höchstens 1.750 Euro zurück, kumuliert 3.500 Euro nach 24, 5.250 Euro nach 36 und 7.000 Euro nach 48 Monaten. Ab dem 49. Monat rechnen Sie ohne Begrenzung ab. Der Startbeitrag liegt bei 17,80 Euro im Monat.

Vorteile:

  • 100 Prozent in allen KIG-Stufen ohne Altersbegrenzung, ohne fiktive Kassenvorleistung und ohne eigenen Euro-Deckel
  • Sofortschutz ohne Wartezeit, und mit 17,80 Euro im Monat zahlen Sie für einen 100-Prozent-Tarif wenig
  • 200 Euro je Kalenderjahr für Prophylaxe, gleichauf mit ARAG an der Spitze dieser Auswahl

Nachteile:

  • im ersten Vertragsjahr bekommen Sie höchstens 1.750 Euro, obwohl der Tarif 100 Prozent zusagt
  • Behandlungen, die bei Vertragsabschluss bereits begonnen oder angeraten waren, sind ausgeschlossen
ZahnSchutz Exklusiv 100: 100 Prozent in allen KIG-Stufen
Ohne Altersbegrenzung und ohne Wartezeit, Startbeitrag 17,80 Euro im Monat (Stand: September 2026).

ARAG: 90 Prozent, ohne eigenen Euro-Deckel

Dent100 ist die oberste Stufe der Reihe aus Dent70, Dent90, Dent90+ und Dent100. Haben Sie bei Behandlungsbeginn das 18. Lebensjahr vollendet und keinen Leistungsanspruch gegenüber der Kasse, erstattet der Tarif 90 Prozent (Stand: September 2026). Genau das ist der Aligner-Fall. Nur Dent100 leistet ohne Unfallbedingung; in Dent90 und Dent90+ zahlt ARAG Erwachsenen-Kieferorthopädie nur nach einem Unfall.

Eine eigene Höchstsumme für Kieferorthopädie ab 18 nennt die Leistungstabelle nicht. Die 2.000 Euro, die in Tarifvergleichen dazu kursieren, stehen laut Bedingungen bei den Mehrleistungen für unter 18-Jährige. Für Sie gilt allein die allgemeine Summenstaffel: 1.500 Euro im ersten Kalenderjahr, kumuliert 3.000 Euro in den ersten zwei, 4.500 in den ersten drei, 6.000 in den ersten vier und 7.500 in den ersten fünf, ab dem sechsten unbegrenzt. Eine Wartezeit gibt es nicht, der Startbeitrag liegt bei 37,36 Euro im Monat.

Achtung: Im Netz steht noch eine ältere ARAG-Seite mit den Tarifnamen Z50/90, Z70, Z90Bonus und Z100 und Wartezeiten von drei und acht Monaten. Halten Sie sich an die Bedingungen, die Ihrem Angebot beiliegen.

Vorteile:

  • keine eigene Höchstsumme für Erwachsenen-Kieferorthopädie, nach oben zieht allein die Summenstaffel die Grenze
  • die Leistung ist ausdrücklich für den Fall geschrieben, dass Sie keinen Kassenanspruch haben
  • keine Wartezeit, und schon im dritten Kalenderjahr deckt die kumulierte Staffel von 4.500 Euro eine Aligner-Rechnung über 5.000 Euro voll ab

Nachteile:

  • mit 90 Prozent bleiben zehn Prozent jeder Rechnung bei Ihnen
  • Ihr Behandler braucht eine Kassenzulassung, bei einer reinen Privatrechnung zahlt ARAG nichts
  • die oft zitierte Anhebung auf 100 Prozent über das Bonusheft gilt laut Bedingungen nur für Zahnersatz und Inlays, nicht für Kieferorthopädie
Dent100 zahlt dort, wo die gesetzliche Kasse aussteigt
90 Prozent der kieferorthopädischen Behandlung ohne eigenen Euro-Deckel, ohne Wartezeit, Startbeitrag 37,36 Euro im Monat (Stand: September 2026).

Münchener Verein: effektiv 65 Prozent, gedeckelt bei 2.500 Euro

ZahnGesund 100 ist die oberste Stufe einer dreiteiligen Reihe aus 75+, 85+ und 100. Für eine ab dem 19. Lebensjahr begonnene kieferorthopädische Behandlung erhalten Sie 100 Prozent bis höchstens 2.500 Euro, für die gesamte Dauer des Versicherungsverhältnisses und ohne Wartezeit (Stand: September 2026).

Zahlt die Kasse nichts, und bei Alignern ist das immer so, gelten laut Bedingungen pauschal 35 Prozent Ihrer erstattungsfähigen Kosten als Vorleistung. Praktisch bekommen Sie 65 Prozent Ihrer Rechnung, bis der Deckel greift.

Vorteile:

  • 2.500 Euro sind die höchste ausdrücklich bezifferte Erwachsenen-Grenze dieser Auswahl
  • außerhalb des Aligner-Deckels wächst die Summenstaffel von 1.500 Euro im ersten auf 6.000 Euro in vier Versicherungsjahren und entfällt ab dem fünften

Nachteile:

  • die 35 Prozent zieht der Tarif auch dann ab, wenn die Kasse nachweislich nichts zahlt, aus 100 Prozent werden so 65
  • die 2.500 Euro stehen Ihnen einmal für den gesamten Vertrag zu, nicht je Behandlung, und fallen später nicht weg
  • eine Beitragstabelle nach Alter gibt es nicht, Ihren Preis erfahren Sie nur über den Rechner
ZahnGesund 100 leistet für kieferorthopädische Behandlungen ab 18 und verlangt in keinem der drei Tarife eine Wartezeit. Den Beitrag ermittelt der Anbieter nach Ihrem Alter.

die Bayerische: 2.000 Euro in zwei Tarifen, plus ein Modul für laufende Fälle

Die Reihe besteht aus ZAHN Prestige, Komfort und Smart. Kieferorthopädie ohne Altersgrenze enthalten Prestige und Komfort: Leistet Ihre Kasse nichts, wie bei Erwachsenen üblich, bekommen Sie bis zu 2.000 Euro über die gesamte Vertragsdauer, mit Kassenleistung sind es 1.500 Euro (Stand: September 2026). Prestige startet bei 17,50 Euro im Monat, Komfort bei 16,50 Euro.

Interessant ist dieser Anbieter vor allem wegen des Moduls ZAHN Sofort, das auch bereits angeratene und begonnene Behandlungen einschließt. Wurde im Behandlungszimmer schon über Schienen gesprochen, ist das Ihr einziger Weg in dieser Auswahl.

Vorteile:

  • die Leistung bekommen Sie schon im günstigeren Komfort ab 16,50 Euro im Monat, Sie müssen dafür nicht in den Spitzentarif
  • mit dem Modul ZAHN Sofort sichern Sie auch bereits begonnene oder empfohlene Behandlungen ab
  • keine Wartezeit über die Tarife hinweg, Ihr Schutz gilt ab Vertragsbeginn

Nachteile:

  • 2.000 Euro sind Ihr Maximum für die gesamte Vertragsdauer, nicht je Behandlung
  • für ZAHN Sofort zahlen Sie pauschal 29,90 Euro im Monat, es leistet höchstens 1.500 Euro und endet nach zwei Jahren
  • den Einstiegstarif Smart ab 4,80 Euro haken Sie im Aligner-Fall ab, Kieferorthopädie ist dort nicht enthalten
ZAHN Prestige und Komfort mit 2.000 Euro für Erwachsene
Beide Tarife schließen kieferorthopädische Behandlungen ohne Altersgrenze ein, Komfort startet bei 16,50 Euro im Monat. Das Modul ZAHN Sofort deckt auch bereits begonnene Behandlungen.

Eine Aligner-Rechnung über 5.000 Euro, viermal durchgerechnet

Die 5.000 Euro sind eine Rechengröße, kein Marktpreis. Was Ihre Praxis verlangt, steht in Ihrem Heil- und Kostenplan. Die Struktur ist bei jedem Erwachsenen gleich: Von der Kasse bekommen Sie null Euro, die vollen 5.000 Euro stehen offen, darauf trifft die Grenze Ihres Tarifs.

  • DFV ZahnSchutz Exklusiv 100: 100 Prozent ohne eigenen Deckel. Im ersten Vertragsjahr erhalten Sie 1.750 Euro und zahlen 3.250 Euro selbst. Nach 36 Monaten reicht die kumulierte Staffel von 5.250 Euro, dann bekommen Sie die vollen 5.000 Euro, sofern Sie bis dahin nichts abgerechnet haben.
  • ARAG Dent100: 90 Prozent von 5.000 Euro sind 4.500 Euro. Im ersten Kalenderjahr holen Sie davon 1.500 Euro und zahlen 3.500 Euro selbst. Die Staffel kumuliert: In den ersten drei Kalenderjahren stehen 4.500 Euro bereit, im dritten Jahr bekommen Sie also die vollen 4.500 Euro und tragen nur 500 Euro.
  • Münchener Verein ZahnGesund 100: 35 Prozent von 5.000 Euro, also 1.750 Euro, rechnet der Tarif als Kassenvorleistung an; von den verbleibenden 3.250 Euro bekommen Sie 100 Prozent, gedeckelt bei 2.500 Euro. Sie erhalten 2.500 Euro und tragen 2.500 Euro selbst. Im ersten Versicherungsjahr reicht die Summenstaffel nur bis 1.500 Euro, dann bleiben 3.500 Euro bei Ihnen.
  • die Bayerische ZAHN Prestige oder Komfort: höchstens 2.000 Euro für die gesamte Vertragsdauer. Mindestens 3.000 Euro zahlen Sie selbst, daran ändert auch ein älterer Vertrag nichts.

Bei Münchener Verein greift der Deckel von 2.500 Euro ab einer Rechnung von rund 3.850 Euro, darunter bekommen Sie 65 Prozent. Bei der Bayerischen ist schon bei 2.000 Euro Schluss. Bei DFV und ARAG rechnen Sie allein mit der Summenstaffel Ihres Vertragsjahres.

Tipp: Fragen Sie in der Praxis nach, ob eine Gesamtrechnung kommt oder Teilrechnungen. Verteilen sich die Rechnungen über zwei Vertragsjahre, steht Ihnen bei DFV und ARAG die höhere kumulierte Staffelsumme zur Verfügung.

Kurz gesagt: Solange Ihr Vertrag jung ist, tragen Sie bei allen vieren zwischen 3.000 und 3.500 Euro selbst, im ersten Jahr am wenigsten bei der Bayerischen, weil dort keine Summenstaffel vor den 2.000 Euro steht. Mit den Jahren geht die Schere auf: Bei DFV und ARAG fallen die Staffelgrenzen weg, bei Münchener Verein und der Bayerischen bleibt der Deckel stehen. Im dritten Kalenderjahr zahlt ARAG die vollen 4.500 Euro, nach 36 Monaten DFV die vollen 5.000. Für eine Aligner-Rechnung dieser Größe ist DFV deshalb der Tarif, der am Ende am meisten zahlt.

Warum die Kasse bei Erwachsenen nichts dazugibt

Kieferorthopädie bezahlt die gesetzliche Krankenversicherung nur bis zum 18. Geburtstag, und auch dann nur ab den Indikationsgruppen 3 bis 5. Für Erwachsene bleibt eine einzige, eng gefasste Ausnahmeindikation nach § 28 Abs. 2 SGB V: schwere Kieferanomalien, die einen kombinierten kieferchirurgischen und kieferorthopädischen Eingriff nötig machen. Das beschreibt der Gemeinsame Bundesausschuss auf seiner Seite zur kieferorthopädischen Behandlung. Entscheiden Sie sich für Schienen, weil die Frontzähne stehen, wie sie stehen, fallen Sie nicht darunter.

Achtung: Verwechseln Sie diese Ausnahme nicht mit der Regelung für Kinder und Jugendliche; was dort mit KIG-Grad und Kassenanteil gilt, spielt in Ihrem Fall keine Rolle. Mehr zu Methoden und Abläufen bei Erwachsenen lesen Sie unter Kieferorthopädie für Erwachsene.

Tipp: Vermutet Ihre Praxis doch eine Ausnahmeindikation, lassen Sie das von Ihrer Krankenkasse prüfen und schriftlich geben, bevor die erste Rechnung entsteht.

Praktisch heißt das: Sie unterschreiben eine Privatvereinbarung, bekommen eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Zahnärzte und reichen sie bei genau einer Stelle ein, Ihrer Zusatzversicherung. Mit einem Bonusheft oder einem Widerspruch bei der Kasse erreichen Sie nichts.

Die Klausel, an der alles hängt: Kieferorthopädie ab 18

Die meisten Zahnzusatztarife nennen Kieferorthopädie in ihrer Leistungsübersicht, und viele meinen damit nur Versicherte unter 18. Diese Altersgrenze steht nicht im Werbetext, sondern in den Bedingungen, oft in einem Nebensatz. Drei Angaben suchen Sie sich vor der Unterschrift heraus.

Die Altersaussage

Steht dort “ohne Altersbegrenzung” oder “auch für Versicherte über 18 Jahre”, sind Sie im Rennen. Fehlt beides, gehen Sie nicht davon aus, dass die Leistung für Sie gilt.

Die Art der Obergrenze

Hier unterscheiden sich die vier Tarife am deutlichsten. Einen Deckel für die gesamte Vertragsdauer wie bei Münchener Verein und der Bayerischen schöpfen Sie einmal aus, danach kommt er nicht zurück. Wo kein eigener Deckel steht, wie bei DFV und ARAG, begrenzt Sie die Summenstaffel, und die fällt nach vier oder fünf Jahren weg. Rechnen Sie mit einer dritten Bremse: Zieht Ihr Tarif eine fiktive Kassenvorleistung ab, wie Münchener Verein mit 35 Prozent, sinkt Ihre Erstattung, bevor überhaupt ein Deckel greift.

Der Umgang mit einer angeratenen Behandlung

Eine bereits angeratene Behandlung ist bei den meisten Anbietern ein Ausschlussgrund. Warten müssen Sie bei keinem dieser vier Tarife, denn Wartezeit und Ausschluss sind zwei verschiedene Dinge: mehr dazu unter Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit.

Tipp: Lassen Sie sich per E-Mail bestätigen, dass die Erstattung nicht an eine bestimmte Apparatur gebunden ist, sondern die kieferorthopädische Leistung meint. Was ein Tarif sonst abdeckt, ordnet unsere Übersicht zu den Leistungen einer Zahnzusatzversicherung ein.

Was Sie vor der Unterschrift klären sollten

Über den Zeitpunkt entscheiden Sie mehr Geld als über die Tarifwahl. Solange in Ihrer Patientenakte keine kieferorthopädische Empfehlung steht, sind Sie frei; sobald sie dort steht, ist genau diese Behandlung bei fast allen Anbietern außen vor. Schon ein unverbindliches Beratungsgespräch mit Behandlungsvorschlag kann dieser Moment sein. Wie ein Abschluss abläuft, steht unter Zahnzusatzversicherung abschließen.

Vier Dinge erledigen Sie am besten in dieser Reihenfolge:

  1. Vertrag abschließen, bevor Sie einen Beratungstermin zur Zahnkorrektur wahrnehmen.
  2. Die Ausschlussklausel Ihres Tarifs speichern, nicht nur die Leistungsübersicht.
  3. Den Heil- und Kostenplan vor Behandlungsbeginn einreichen und die Kostenzusage abwarten.
  4. Alle Teilrechnungen mit Datum aufbewahren, denn das Rechnungsdatum entscheidet über die Staffelstufe.

Häufige Fragen

Wann wird Invisalign von der Krankenkasse bezahlt?

Bei Erwachsenen praktisch nie. Kieferorthopädie ist nur bis zum 18. Geburtstag und erst ab KIG-Grad 3 Kassenleistung, danach greift allein die Ausnahmeindikation nach § 28 Abs. 2 SGB V für schwere Kieferanomalien mit kombiniert chirurgisch-kieferorthopädischer Behandlung. Sonst halten Sie eine reine Privatrechnung in der Hand, an der sich nur eine Zahnzusatzversicherung beteiligt, je nach Tarif begrenzt auf 2.000 oder 2.500 Euro oder über ihre Summenstaffel (Stand: September 2026).

Welche Zahnzusatzversicherung übernimmt die Kosten für Kieferorthopädie?

Nur Tarife, die die Leistung ausdrücklich auch für Versicherte über 18 zusagen: DFV ZahnSchutz Exklusiv 100 mit 100 Prozent in den KIG-Stufen 1 bis 5 ohne Altersbegrenzung und ohne eigenen Deckel, ARAG Dent100 mit 90 Prozent ebenfalls ohne eigene Höchstsumme, ZahnGesund 100 von Münchener Verein mit bis zu 2.500 Euro nach Abzug von pauschal 35 Prozent und ZAHN Prestige und Komfort der Bayerischen mit bis zu 2.000 Euro. Von Tarifen ohne diese Zusage bekommen Sie nichts, selbst wenn Kieferorthopädie in der Leistungsübersicht auftaucht.

Was übernimmt eine Zahnzusatzversicherung bei Aligner-Behandlungen nicht?

Alles oberhalb der Obergrenze, den Anteil oberhalb des Erstattungssatzes und jede Behandlung, die vor Vertragsabschluss bereits begonnen oder angeraten war. Dazu kommt die Summenstaffel, bei DFV etwa 1.750 Euro in den ersten zwölf Monaten. Beide Grenzen gelten nebeneinander, ausgezahlt bekommen Sie immer die niedrigere.

Lohnt sich ein Abschluss noch, wenn der Kieferorthopäde die Schienen schon empfohlen hat?

Für diese Behandlung meist nicht, mit einer Ausnahme: Mit dem Modul ZAHN Sofort der Bayerischen sichern Sie auch bereits angeratene und begonnene Behandlungen ab, für pauschal 29,90 Euro im Monat und nur bis 1.500 Euro. Bei den übrigen drei Tarifen ist der Fall abgeschlossen, sobald die Empfehlung dokumentiert ist. Für alles, was später an Ihren Zähnen ansteht, kann sich der Vertrag trotzdem rechnen, nur eben nicht mehr für die Schienen.

Wie lange muss ich nach dem Abschluss warten, bis der Tarif die Aligner zahlt?

Keiner der vier Tarife verlangt eine Wartezeit, Sie könnten also im ersten Monat abrechnen. Praktisch rechnen Sie nicht gegen eine Wartezeit, sondern gegen die Summenstaffel: Im ersten Jahr stehen Ihnen bei DFV 1.750 Euro und bei ARAG wie bei Münchener Verein jeweils 1.500 Euro zu. Für die volle Erstattung planen Sie den Behandlungsbeginn in ein späteres Vertragsjahr, sofern Ihre Zähne das zulassen.