Nackt-Film-Skandal beim SCR Altach„Wir haben uns wohl und sicher gefühlt“ – Profifußballerin heimlich in Dusche vom Verein gefilmt

Eleni Rittmann äußert sich zum Dusch-Skandal beim SCR Altach (Archivbild).
Eleni Rittmann äußert sich zum Dusch-Skandal beim SCR Altach (Archivbild).
picture alliance / Sipa USA | Just Pictures

Dieses Urteil macht wütend – zumindest Profifußballerin Eleni Rittmann.
Ein Ex-Funktionär und ehemaliger Spitzen-Schiedsrichter wurde nun verurteilt, weil er Spielerinnen des österreichischen Vereins SCR Altach heimlich in der Kabine und unter der Dusche filmte. Doch die Strafe sei viel zu gering, findet Rittmann.

Skandal beim SCR Altach! Rund sieben Jahre heimlich in der Dusche und der Kabine gefilmt

„Ich sehe die Möglichkeit, in Altach zu spielen, als große Chance an. Ich stecke mir persönlich hohe Ziele, genauso wie es der Verein auch tut“, sagte Rittmann damals, als ihr Wechsel bekannt gegeben worden ist. Doch jetzt dürfte sie anders über ihre Zeit beim SCR Altach denken. Denn während sie für den österreichischen Verein spielte, wurden die Spielerinnen des Bundesligisten heimlich von einem damaligen Funktionär in der Kabine und unter der Dusche gefilmt, wie unter anderem die österreichische Tageszeitung Die Presse berichtete. Als der Skandal im vergangenen Herbst an die Öffentlichkeit kam, hatte Rittmann den Verein bereits verlassen, dennoch ist sie sprachlos über den Vorfall.

In der Anklage sei laut der österreichischen Zeitung Heute von 15 Mädchen und jungen Frauen die Rede. Nun wurde der Mann in Österreich verurteilt: Jahrelang soll er die Spielerinnen in dem Verein ohne deren Wissen gefilmt haben. Seine Strafe: sieben Monate bedingte Haft und 1.200 Euro unbedingte Geldstrafe. Ins Gefängnis muss der Mann damit erst einmal nicht, sondern sich lediglich an strenge Auflagen halten. Zudem wurde den betroffenen Spielerinnen ein Teil-Schmerzensgeld von jeweils 625 Euro zugesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, berichtet Heute. Die Staatsanwaltschaft prüfe noch mögliche Rechtsmittel.

Heimlich in der Dusche und der Kabine gefilmt! Urteil macht Profi-Spielerin sprachlos

Für Eleni Rittmann ein Unding, wie sie in einem emotionalen Instagram-Post erklärt. „So etwas macht mich nur sprachlos“, so die 25-Jährige. „Da frage ich mich echt: Ist das konsequent genug für ihn? Andererseits frage ich mich auch, wenn ich so ein Urteil höre, schreckt das andere potenzielle Täter davon ab, sowas zu tun?“ Für die Profi-Sportlerin ist ganz klar: „Für mich ist dieses Signal nicht stark genug, dass wir sowas in unserer Gesellschaft nicht tolerieren.“ Im Gegenteil: Für sie sei nicht klar beantwortet worden, wie Spielerinnen und Spieler vor solchen Vorfällen geschützt werden. Dabei sei das wichtig.

„Wir haben uns wohl und sicher in der Garderobe gefühlt und es wurde so tief in unsere Privatsphäre eingedrungen, dass gewisse Leute bis heute davon leiden und sich nicht mehr wohlfühlen in öffentlichen Duschräumen“, erklärt Eleni weiter. Auch bei ihrem neuen Verein habe sie zunächst die Kabine und die Duschen überprüfen müssen, um sich sicher zu fühlen. „Weil ich Angst hatte, dass da irgendwo Kameras sind oder dass ich gefilmt oder fotografiert werde“, erklärt sie weiter.

Ihr Beitrag wurde innerhalb weniger Stunden tausende Male gelikt und kommentiert. Sie bekommt viel Zuspruch. Unter anderem von weiteren Sportlerinnen und Sportlern wie Ana Maria Marković und André Breitfuß.

Solltet auch ihr unter Missbrauch oder sexueller Gewalt leiden, findet ihr Hilfe unter der kostenlosen Hotline 08000 – 116 016 oder unter www.hilfetelefon.de.

Verwendete Quellen: Die Presse, Heute und Instagram