Hitzeschutz in PflegeheimenKlimaanlagen gegen die Hitze? So will NRW Pflegeheime besser schützen
Hohe Temperaturen können vor allem für ältere und pflegebedürftige Menschen gefährlich werden. In einem Pflegeheim in Dinslaken hat sich NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) jetzt angeschaut, wie Bewohner vor Hitze geschützt werden. Während der Bund mehr Kompetenzen beim Klimaschutz fordert, gibt es aus NRW Kritik – und eine Diskussion darüber, ob mehr Klimaanlagen die Lösung sind.
Pflegeheim investiert 150.000 Euro in Klimaanlagen
Bewohnerin Irma Eschrich hat die heißen Tage bislang gut überstanden. In ihrem Pflegeheim in Dinslaken sei dafür gesorgt worden, dass die Bewohner ausreichend trinken und sich abkühlen können. „Der eine schwitzt mehr wie der andere. Aber man kann nicht meckern“, sagt sie. Dabei hat ihre Einrichtung einen Vorteil gegenüber vielen anderen Pflegeheimen: Bereits beim Bau im Jahr 2005 wurden alle Gemeinschaftsräume mit Klimaanlagen ausgestattet. Im Herbst sollen auf sechs Fluren weitere Anlagen hinzukommen. Der Träger Caritas investiert dafür knapp 150.000 Euro. Die einzelnen Bewohnerzimmer werden allerdings nicht mit Klimaanlagen ausgestattet. Das wäre nach Angaben des Trägers zu teuer.
Umweltminister will mehr Kompetenzen für den Bund
Damit wirksamer Hitzeschutz künftig nicht von den finanziellen Möglichkeiten einzelner Einrichtungen oder Kommunen abhängt, fordert Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) mehr Handlungsmöglichkeiten für den Bund. Er möchte dafür eine entsprechende Kompetenz im Grundgesetz verankern. Der Bund soll so bei Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels nicht nur handeln, sondern auch finanziell unterstützen können. Im Mittelpunkt soll dabei der Schutz der Bevölkerung stehen.
FDP kritisiert Grundgesetz-Vorstoß
Bei Susanne Schneider von der NRW-FDP stößt der Vorschlag auf deutliche Kritik. Hitzeschutz ins Grundgesetz aufzunehmen, ändere „den Wetterbericht nicht“, sagt sie. Für entsprechende Maßnahmen seien vor allem Länder und Kommunen zuständig. Statt einer Grundgesetzänderung fordert Schneider konkrete Investitionen. Dort, wo Klimaanlagen fehlen, müsse aus ihrer Sicht nachgerüstet werden.
Laumann: Klimaanlagen allein reichen nicht
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hält Klimaanlagen zwar für einen möglichen Baustein, sieht darin aber nicht die alleinige Lösung. Entscheidend sei ein umfassendes Hitzeschutzkonzept. Dazu gehörten neben der Kühlung der Räume auch ausreichend Getränke, an die Temperaturen angepasstes Essen sowie entsprechend geschultes Pflege- und Hauswirtschaftspersonal. Aus den Erfahrungen des Sommers 2026 will Laumann Konsequenzen ziehen und schrittweise weitere Maßnahmen auf den Weg bringen. Beim Schutz besonders gefährdeter Menschen sieht er allerdings nicht nur das Land in der Verantwortung: Bund, Länder, Kommunen und die Gesellschaft müssten gemeinsam handeln.

































