Abend der EntscheidungAuszähl-Krimi bei Olympia-Referendum! Hamburg stimmt über Bewerbung ab

KoelnNews_334356103_2725.jpg
So könnte Olympia in Hamburg aussehen.
Neuland Concerts GmbH

Die ersten Zahlen sind da!
Am Sonntag (31. Mai) stimmen rund 1,3 Millionen wahlberechtigte Hamburger darüber ab, ob die Hansestadt sich als Austragungsort für Olympische und Paralympische Spiele bewerben soll. Kurz nach 18.30 Uhr gibt es die ersten Zahlen und die deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hin.

Die ersten Stimmen sind ausgezählt

51.114 Ja- und 61.754 Nein-Stimmen - so lauten die ersten Auszählungsergebnisse (Stand 18:47 Uhr). Noch seien diese nicht aussagekräftig, erklärt Wahlleiter Oliver Rudolf. Im Laufe des Abends werden diese Zahlen kontinuierlich steigen, die vorläufige Wahlbeteiligung wird nämlich auf 49,5 Prozent geschätzt. Gegen 22 Uhr wird mit einem vorläufigen Ergebnis gerechnet. Dann wird sich abzeichnen, ob die Hamburger sich für oder gegen eine Bewerbung ihrer Stadt für die Olympischen und Paralympischen Spiele entschieden haben.

Lese-Tipp: 4,8 Milliarden Euro Kosten für Olympia in Hamburg!

Doch zeichnet sich jetzt schon ein Déjà-vu für die Olympia-Befürworter ab? Bereits 2015 scheiterten die Bemühungen um eine Hamburger Kandidatur für die Spiele 2024 am Bürgerwillen. Damals stimmten 51,6 Prozent gegen Sommerspiele an der Elbe, nur 48,4 Prozent dafür.

Über eine halbe Million Briefwahlstimmen

Bis 16 Uhr hatten 60.587 Hamburger in den 698 Abstimmungsstellen der Stadt ihr Kreuz gesetzt. Zusammengerechnet mit den gut 560.000 eingegangenen Briefwahlstimmen entsprach das einer Wahlbeteiligung von 47,1 Prozent.

Lese-Tipp: Tschentscher vor Entscheidung: „Gibt (...) keinen geeigneteren Ort”

Wie sich die Hamburger entschieden haben, ist dabei noch völlig unklar. Bereits vor dem Referendum war keine eindeutige Tendenz für oder gegen eine Bewerbung erkennbar. Der rot-grüne Senat um Hamburgs Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) positionierte sich als Initiator der Bewerbung pro Olympia - genauso wie die CDU und weite Teile der Wirtschaft und des Sports. Die Linke, die AfD und die Initiative „NOlympia” waren gegen das Vorhaben. Auch von Umweltschutzverbänden gab es Kritik.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Mit wem bewirbt sich Deutschland?

Das Hamburger Referendum ist dabei nur ein erster Schritt: Am 26. September entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), mit welcher Stadt oder Region er in das internationale Rennen um die Austragung zieht. Konkret soll es um eine Bewerbung für die Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 gehen. Hamburgs Konkurrenten sind München, die Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Zentrum und Berlin.

Sowohl in der Rhein-Ruhr-Region und in München haben die Bürger bereits für eine Olympia-Bewerbung abgestimmt. Die Zustimmung lag dabei jeweils bei rund 66 Prozent. Berlin verzichtet aus verfassungsrechtlichen Gründen auf ein Referendum und lässt das Abgeordnetenhaus abstimmen. Bei dem Bürgerentscheid von Hamburgs Partner Kiel im April stimmten 63,5 Prozent dafür, dass sich die Stadt für künftige Spiele in Deutschland als Segelstandort empfiehlt. (dpa/xas)

Verwendete Quellen: Ergebnisportal Wahlen Hamburg, dpa