Christian Rach schlägt Gastro-Alarm„Wenn das alles wegstirbt, haben wir ein riesiges gesellschaftliches Problem“

Es geht um mehr als gutes Essen!
Christian Rach ist zurück – und für sein Comeback als „Restauranttester“ gibt es einen ernsten Grund. Im Frühjahr 2027 kehrt der Spitzenkoch mit seinem Kultformat zu RTL zurück. Im Gespräch mit RTL erklärt Rach, warum er gerade jetzt wieder Restaurants retten will, weshalb Internet-Tutorials allein keinen Gastronomen erfolgreich machen – und warum er auch diesmal Klartext sprechen wird.
Christian Rach: „Die KI hat keine Daumen“

„Warum?“ Für Christian Rach ist das selbst die entscheidende Frage bei seinem TV-Comeback. Seine Antwort fällt deutlich aus: „Ich glaube, dass die Gastronomie an einem Scheideweg steht.“ Rach beobachtet vor allem abseits der Spitzengastronomie eine dramatische Entwicklung. Der TV-Koch zu RTL: „Der Mittelbau und das, was da drunter kommt, das, was das Leben oft in den Orten, in den großen wie auch in den kleinen Orten, Städten und vor allen Dingen auch auf dem Land lebenswert macht – das bricht uns komplett weg.“
Und genau deshalb will der 69-Jährige wieder anpacken. Bereits während seiner TV-Pause hätten ihn immer wieder Hilferufe erreicht: „Jede Woche sind Zuschriften zu mir gekommen. Und die haben gesagt: Herr Rach, können Sie uns bitte nicht helfen?“
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Dabei hat sich die Gastro-Welt seit seinen ersten Einsätzen massiv verändert. Social Media, Videos, Tutorials und inzwischen auch künstliche Intelligenz liefern scheinbar für jedes Problem eine Lösung. Doch Rach sagt trocken: „Die KI hat keine Daumen.“ Denn ein Kochvideo anzuschauen sei etwas völlig anderes, als einen echten Gastronomiebetrieb zu führen. „Das Anschauen ersetzt die Daumen nicht.“ Für die Umsetzung brauche es „eine Ausbildung, Fachwissen“ und vor allem ein Team.
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Zu Hause für vier oder sechs Menschen gut zu kochen, sei schließlich etwas völlig anderes, als gleichzeitig 60 Gäste mit individuellen Wünschen zu bedienen. Hinzu kommt der wirtschaftliche Druck. Rach nennt hohe Mieten, explodierte Energiekosten und immer mehr Auflagen und Dokumentationspflichten. Gerade deshalb gehe es bei seinen neuen Einsätzen längst um viel mehr als die Frage, ob ein Schnitzel richtig gebraten ist.

„Die Kernprobleme sind die gleichen“, sagt Kochbuchautor. „Der Gast kommt. Der Gast hat eine Erwartungshaltung. Der Gast hat ein Budget.“ Wer an den Bedürfnissen seiner Gäste vorbeiwirtschafte, bekomme ein Problem. Und Rach weiß: Manchmal muss er dabei Dinge sagen, die Gastronomen nicht hören wollen. „Die Leute wissen, dass ich da nicht nur Schmusi-Busi mache, sondern Klartext spreche“, kündigt der gebürtige Saarländer an. Seine wichtigste Regel: Er müsse einen Betrieb so betrachten, als wäre es sein eigener. „Ich muss die Augen zumachen und denken: Okay, was würde ich tun? Ich, Christian, wenn es mein Laden wäre? Das ist die Handlungsmaxime.“
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Dabei gehe es nicht darum, Restaurants für viel Geld komplett umzubauen. Im Gegenteil: „Am besten überhaupt kein Geld investieren, sondern mit den vorhandenen Mitteln zu sagen: Freunde, wir müssen das von links auf rechts drehen.“
Und manchmal kann seine Analyse auch bedeuten, einem Betreiber zu empfehlen, irgendwann aufzuhören. „Diese Klarheit in der Sprache und in der Analyse, ich glaube, dass ich das gut kann, ohne mein Gegenüber mit einem Tiefschlag zu Boden zu bringen“, sagt Rach. „Es geht nicht darum zu vernichten, sondern es geht darum, Licht am Ende des Tunnels zu zeigen.“
Für Rach geht es um mehr als Restaurants
Besonders wichtig ist Christian Rach diesmal die gesellschaftliche Bedeutung der Gastronomie. Kneipen, Vereinsheime und kleine Restaurants seien Begegnungsorte – gerade auf dem Land. „Wenn uns das alles wegstirbt, haben wir ein riesiges gesellschaftliches Problem“, warnt er. Denn wenn die Gastronomie verschwinde, verschwinde „ein ganz großer Teil der Lebensidentität, der Kultur der Menschen“. Genau solche Betriebe will Rach für die neuen Folgen finden. Nicht möglichst spektakuläres Küchen-Chaos sei entscheidend, sondern Relevanz. Und eines verspricht er den Zuschauern schon jetzt: „Der neue Rach, der Restauranttester wird genauso ehrlich und konsequent bleiben, wie man es gewohnt war.“
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche


