Wohin mit den ganzen Kartoffeln?Zu viele Kartoffeln! Landwirte kämpfen mit Knollen-Überschuss
Pommes gehen immer – könnte man meinen. Doch für viele Landwirte in Nordrhein-Westfalen ist die Kartoffel gerade ein Verlustgeschäft. Nach einer Rekordernte ist der Markt überfüllt, die Preise stürzen ab. Für einige Betriebe geht es um viel Geld – und um ihre Zukunft.
Ein Meer von Kartoffeln
Auf einem Hof in Tönisvorst (Kreis Viersen) türmen sich die Kartoffeln meterhoch. Rund 80 Laster-Ladungen liegen dort seit Oktober. Aus dieser Menge könnten etwa vier Millionen Portionen Pommes gemacht werden. Entsprechend zufrieden ist Landwirt Stefan Fliegen mit dieser Ernte. Die Qualität stimme, die Kartoffeln seien ideal für die Weiterverarbeitung, sagt der 38-Jährige.
100 Kilo Kartoffeln für einen Euro

Einen Großteil der Pommes-Kartoffeln hat er über feste Verträge verkauft. Doch für den Rest findet sich kein Abnehmer. „So eine Ausnahmesituation haben wir noch nie gehabt“, erklärt der Landwirt. Der Grund für die Krise liegt vor allem in einer sehr guten Ernte und steigenden Anbauflächen. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz aus anderen Regionen Europas. Die Folge: Der Preis ist drastisch gefallen. Teilweise gibt es für 100 Kilogramm Kartoffeln nur noch rund einen Euro.
Reagieren kaum möglich
Kurzfristig auf den Markt reagieren, das kann Landwirt Stefan Fliegen nicht. Von der Planung, über die Aussaat bis zur Lagerung vergehen eineinhalb Jahre. Langfristig sehen Experten nur einen Ausweg: Es müssten weniger Kartoffeln angebaut werden, damit sich der Markt wieder stabilisiert. Folglich müsste die Anbaufläche kleiner werden.
Vom Acker in den Futtertrog

Um noch etwas aus der übrigen Ernte zu machen, greift Stefan Fliegen zu einer Notlösung. Seine Pommes-Kartoffeln landen als Tierfutter bei einem Milchviehbetrieb. Es sei ein seltsames Gefühl, Kühe die Kartoffeln essen zu sehen, sagt Fliegen. „Aber den Tieren schmeckt es und dann kann ich damit auch leben.“

































