So erlebte RTL WEST Politikchefin Vanessa Nikić die Reise Wüst zurück aus der Türkei: Treffen mit Erdoğan und neue Wirtschaftsvereinbarungen
Drei Tage, zahlreiche politische und wirtschaftliche Gespräche und ein überraschendes Treffen mit Präsident Recep Tayyip Erdoğan: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) ist von seiner ersten offiziellen Türkei-Reise zurück. Im Mittelpunkt standen die Beziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und der Türkei, neue wirtschaftliche Vereinbarungen und der 65. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte der Empfang bei Erdoğan – auch wegen der anhaltenden Spekulationen über Wüsts bundespolitische Zukunft.
Von Erdoğan bis Gündoğan: Das ist auf der Reise passiert
Wüst traf in Ankara neben Erdoğan mehrere türkische Minister und sprach auch mit Vertretern der Opposition und der Zivilgesellschaft. Wirtschaftlich wurden unter anderem eine Ausweitung eines Sonderverfahrens für Visa türkischer Geschäftsleute und eine engere Zusammenarbeit zwischen dem Flughafen Köln/Bonn und dem Istanbuler Flughafen Sabiha Gökçen vereinbart. In Istanbul zeichnete Wüst außerdem den früheren DFB-Kapitän İlkay Gündoğan mit der Mevlüde-Genç-Medaille des Landes NRW für dessen Einsatz gegen Rassismus und Ausgrenzung aus. Rund eine Million Menschen mit türkischen Wurzeln leben in NRW, etwa 1.300 türkische Unternehmen sind hier ansässig.
Erdoğan-Treffen sorgt für besondere Aufmerksamkeit
Der politisch auffälligste Termin war der zuvor nicht angekündigte Empfang bei Erdoğan im Präsidentenpalast. RTL WEST-Politikchefin Vanessa Nikić begleitete Wüst während der dreitägigen Reise. Sie berichtet von einem dicht getakteten Programm, das häufig morgens begann und bis kurz vor Mitternacht dauerte. Auch mehrere Termine wurden erst kurzfristig bekannt. Im Präsidentenpalast galten strenge Sicherheitsregeln: RTL WEST gehörte mit zwei Journalisten der Deutschen Presse-Agentur zu den wenigen deutschen Medienvertretern, die das Gebäude betreten durften. Aufnahmen waren dort nur eingeschränkt möglich.
Protokoll zeigt Unterschied zwischen Wüst und Merz
Der ungewöhnliche Empfang durch Erdoğan rückte auch die Spekulationen um eine mögliche Nachfolge von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wieder in den Fokus. Gleichzeitig machte das Protokoll deutlich, dass Wüst als Ministerpräsident empfangen wurde: Nikić verweist auf Unterschiede zu einem früheren Treffen Erdoğans mit Merz. Der Bundeskanzler saß Erdoğan auf offiziellen Bildern stärker zugewandt gegenüber, zudem war eine deutsche Flagge zu sehen. Beim Treffen mit Wüst war das nicht der Fall. Wüst selbst wies die Spekulationen während der Reise zurück: Die Annahme, dass er in der Türkei bereits als möglicher Merz-Nachfolger wahrgenommen werde, bezeichnete er als „Quatsch“.

































