Deutschland hat die niedrigste Wohneigentumsquote EuropasWohnen in NRW bleibt teuer – Eigenheim für viele kaum bezahlbar

von Vanessa Nikić

Teuer, teurer, Köln: Gerade in der Domstadt gehen die Mietpreise im NRW-Vergleich durch die Decke. Im Schnitt werden zwischen 10 und 15 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter fällig. Außerdem gehört noch eine Portion Glück dazu, überhaupt eine Wohnung zu finden. Auch der Traum vom Eigenheim bleibt für viele unerreichbar.

Neuer Wohn-Preisspiegel zeigt die Lage

Für viele ist der Weg ins eigene Zuhause finanziell kaum zu stemmen. Das zeigt auch der IVD-Wohn-Preisspiegel 2026/27, den der Immobilienverband Deutschland vorgestellt hat. Jedes Jahr werden dafür die Kauf- und Mietpreise in rund 400 Städten und Gemeinden miteinander verglichen. Ein Ergebnis: Es gibt zwar mehr Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen. Entspannt hat sich die Situation damit aber noch lange nicht. Der angekündigte Bauturbo stockt, nach Einschätzung des IVD. „Da mag ein zartes Zucken sein, aber Booster und Turbo, sehe ich hier nicht“, sagt Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts.

Nur rund 47 Prozent leben im eigenen Zuhause

Auch der Hauskauf bleibt für viele eine echte Hausnummer. Berechnungen des Pestel-Instituts zeigen, dass die Wohneigentumsquote auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten liegt. Rund 47 Prozent leben demnach im eigenen Zuhause. Im europäischen Vergleich landet Deutschland damit auf dem letzten Platz. Dabei wünschen sich laut einer aktuellen Forsa-Umfrage zwei Drittel der Mieter ein eigenes Heim. Bei jüngeren Menschen ist der Wunsch sogar noch größer. Häufig scheitert der Kauf allerdings am fehlenden Eigenkapital. Hinzu kommen hohe Finanzierungskosten und Zinsen.

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NRW-FDP sieht Politik in der Verantwortung

Die NRW-FDP kritisiert die hohen Abgaben rund um den Immobilienkauf. Landesparteichef Henning Höne sieht die Politik in der Verantwortung. Seiner Rechnung zufolge müsse man in Nordrhein-Westfalen rund acht Monate arbeiten, um allein die Grunderwerbsteuer zu bezahlen. Der Staat müsse das Bauen und Wohnen deshalb günstiger und einfacher machen, fordert er. Die NRW-Bauministerin stand RTL WEST aus Termingründen nicht für ein Interview zur Verfügung. Das zuständige Bundesministerium verweist auf RTL WEST Anfrage auf Förderprogramme, Rekordmittel für den sozialen Wohnungsbau, die Arbeit an einer Bundeswohnungsbaugesellschaft und den Abbau bürokratischer Hemmnisse rund um den Wohnungsbau. Außerdem soll das Bauen günstiger werden. Für viele Menschen ist der Wunsch nach den eigenen vier Wänden zwar groß – finanziell bleibt das geplante Eigenheim aber häufig ein Luftschloss.