Sie kann entscheidende Minuten sparenFeuerwehr Gladbeck testet automatische Drohne für Einsätze

von Daniela Wüstner

Wenn es brennt oder ein schwerer Unfall passiert, können wenige Minuten entscheidend sein. Genau da soll eine neue automatisierte Drohne der Feuerwehr Gladbeck helfen. Sie fliegt den Einsatzkräften voraus, liefert Live-Bilder – und könnte ihnen so einen Zeitvorteil von bis zu vier Minuten verschaffen.

Drohne fliegt in Gladbeck direkt vom Feuerwehr-Dach los

Bei einem Alarm macht sich in Gladbeck nicht nur die Feuerwehr auf den Weg. Während einer dreimonatigen Testphase startet auch eine automatisierte Drohne vom Typ „DJI Matrice 4TD“ direkt vom Dach der Feuerwache. Ein Fernpilot gibt den Start frei und überwacht den Flug. Die Drohne selbst fliegt grundsätzlich eigenständig zum Einsatzort und erreicht dabei bis zu 54 Kilometer pro Stunde. So kann sie schon vor den Einsatzkräften vor Ort sein.

Live-Bilder sollen Feuerwehr schon bei Anfahrt helfen

Drei Kameras liefern den Feuerwehrleuten Bilder aus der Luft. Über eine Wärmebildkamera können unter anderem Brandherde oder Personen erkannt werden. Schon während der Anfahrt können die Einsatzkräfte dadurch Entscheidungen treffen: Brauchen sie einen weiteren Rettungswagen? Muss ein Notarzt nachalarmiert werden? Oder werden zusätzliche Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr benötigt? Bei einer Übung in Gladbeck zeigt sich, wie das funktionieren kann. Noch während der Anfahrt erkennen die Einsatzkräfte auf einem Tablet Rauch, auch eine Person in der Nähe des simulierten Brandes wird von der Drohne erfasst.

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Feuerwehr Gladbeck kann bis zu vier Minuten gewinnen

Vor allem bei Bränden, Unfällen und Gefahrguteinsätzen soll das System eingesetzt werden. Nach Angaben der Feuerwehr bringt die Drohne einen Zeitvorteil von etwa zwei bis vier Minuten. Das klingt zunächst nach wenig. Bei einem Feuer oder einem medizinischen Notfall können genau diese Minuten allerdings entscheidend sein.

Automatische Drohne kostet rund 120.000 Euro im Jahr

Seit rund zwei Wochen läuft die Testphase in Gladbeck. Nach insgesamt drei Monaten soll Bilanz gezogen werden. Dann wird ausgewertet, wie gut das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine funktioniert. Ob die Drohne anschließend dauerhaft auf dem Dach der Feuerwache bleibt, muss die Stadt Gladbeck entscheiden. Die Technik hat ihren Preis: Rund 120.000 Euro würde die Miete pro Jahr kosten. Für die Feuerwehr steht deshalb eine entscheidende Frage im Mittelpunkt: Bringt der Zeitvorteil einen echten Nutzen bei der Rettung von Menschen? Fällt das Fazit nach der Testphase positiv aus, könnte das automatisierte Auge aus der Luft künftig dauerhaft zu Einsätzen in Gladbeck gehören.