Gelsenwasser versorgt 2,5 Millionen MenschenWie wird Wasser zu Trinkwasser? Ein Blick hinter die Kulissen
Am Sonntag (22.03.) ist der Tag des Wassers. Dieser Tag soll das Bewusstsein für die Bedeutung und Endlichkeit von Wasser als lebenswichtige Ressource schärfen, sowie auf Probleme aufmerksam machen, wie Wasserverschmutzung und Wassermangel. Doch wie kommt das Wasser eigentlich in unsere Leitung und was ist dafür alles notwendig? Für jeden Einwohner in NRW ist es eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Wasserhahn aufdrehen und schon kommt kaltes klares Wasser raus. Trinkwasser, das sofort genießbar ist - ohne lästigen Chlorgeruch und in vielen Regionen sogar mit nur ganz wenig Kalk. Doch damit das Wasser kühl und klar aus dem Hahn kommt, ist eine Menge Aufwand nötig.
Wasserwerk in Haltern versorgt mehr als eine Million Menschen
Das Wasserwerk in Haltern am See gehört zu Gelsenwasser. Von dort wird das kühle Nass bis ins Münsterland gepumpt: viele Millionen Liter pro Tag. Damit der Druck nie zum Erliegen kommt wird dort jeden Tag im Jahr produziert - rund um die Uhr. Der riesige Stausee ist nur eine Entnahmequelle. Er ist mit Wasser gefüllt, das sich dort vor allem durch Niederschläge angesammelt hat. Doch das Wasser aus dem See ist natürlich „noch“ nicht trinkbar. Es wird über breite Rohre in ein Becken geleitet. Darin befindet sich Sand, der hunderte Meter tief reicht. Das Wasser sickert durch den Sand - in einem Zeitraum von sechs Wochen. Dadurch wird es gefiltert und endet schließlich als klares Grundwasser. Auf dem Gelände verteilt befinden sich mehr als 200 Grundwasserpumpen. Diese befördern das gefilterte Wasser, das nun klar und rein ist, wieder nach oben. Das sind Millionen Liter am Tag. Da es die Brunnenvergifter schon im Mittelalter gab, ist das ganze Gelände als kritische Infrastruktur natürlich streng überwacht. Der ganze Bereich ist eingezäunt, Kameras registrieren jede Bewegung. Die Brunnen sind verplombt. Sobald einer geöffnet wird, ertönt ein Alarm im Leitstand. Von dort wird das ganze Werk überwacht.
Terrorgefahr nimmt zu
Die Zentrale von Gelsenwasser sitzt in Gelsenkirchen, nur wenige hundert Meter von der Arena auf Schalke entfernt. Dort laufen alle Fäden zusammen. Das Unternehmen beliefert rund 30 Kommunen mit Wasser und hat ein Leitungsnetz von 8.000 Kilometern Länge. Zweieinhalb Millionen Menschen werden so in NRW versorgt. Aber auch wenn der Strom mal ausfallen sollte, muss das Wasserwerk weiterlaufen können. Auch auf dieses Szenario hat sich das Unternehmen vorbereitet. Nicht erst seit den Anschlägen von Berlin, sondern schon vor Jahren. Wenn der Strom ausfallen sollte, fördert das Wasserwerk trotzdem weiter. Die Solaranlage soll die Pumpen in Haltern in der Zukunft komplett vom Strom unabhängig machen. Bei einem Blackout kann das Wasserwerk jetzt schon mit Dieselgeneratoren drei Tage lang lückenlos weiterproduzieren. Danach muss nachgetankt werden.
Viren und Bakterien können gefährlich werden
Doch nicht nur Gefahren von außen bedrohen unsere Wasserversorgung. Auch Viren und Bakterien können ins Grundwasser gelangen. Damit die Bürger im Versorgungsgebiet bedenkenlos Leitungswasser trinken können, wird jeden Tag kontrolliert. Ein unabhängiges Labor der Westfälischen Wasser- und Umweltanalytik nimmt die Tropfen unter die Lupe. Im Labor für Mikrobiologie wird nach den Dingen gesucht, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Schadstoffe sollen draußen bleiben. Hierfür wird neben dem fertigen Endprodukt auch das Wasser aus dem See untersucht. Es gibt viele verschiedene Entnahmepunkte. Wenn in irgendeinem Bereich des Wasserkreislaufs gefährliche Substanzen entdeckt werden, muss Alarm ausgelöst und die Bevölkerung gewarnt werden. Die Westfälische Wasser- und Umweltanalytik orientiert sich nicht nur an den Grenzwerten. Die Messinstrumente sind wesentlich sensibler eingestellt und finden selbst kleinste Spuren von Rückständen.
Schulen kommen regelmäßig zu Besuch
Das Wasserwerk engagiert sich auch für Schulen. Die Mitarbeiter wollen den Kindern zeigen, woher das Wasser kommt. Sie wollen zeigen, warum es so wichtig ist, Wasser nicht sinnlos zu verschwenden. Sie sollen verstehen, warum Flüsse und Gewässer sauber bleiben müssen und nicht zugemüllt werden dürfen. Damit die Schulen sich einen Besuch im Wasserwerk leisten können, werden die Busfahrten auf Anfrage auch von dem Unternehmen übernommen.
Seit mehr als 100 Jahren in Betrieb
Das Wasserwerk in Haltern am See wurde 1908 in Betrieb genommen. Mittlerweile werden allein dort 125 Milliarden Liter Trinkwasser pro Jahr gefördert. Doch Gelsenwasser hat noch weitere Wasserwerke. Vom Ruhrgebiet bis ins Münsterland werden die Menschen mit frischem Wasser versorgt - täglich und rund um die Uhr. Störfälle sind recht selten. Die Mitarbeiter sorgen mit aller Kraft dafür, dass es auch dabeibleibt.

































